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Angola

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2013

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Angola sind gut und haben sich in den letzten Jahren intensiviert.

Im Juli 2011 besuchte Bundeskanzlerin Merkel als erste deutsche Regierungschefin Angola. Neben den offiziellen Gesprächen traf sie sich auch mit Künstlern und Menschenrechtlern, ließ sich auf der Festung São Miguel über die Entwicklung Luandas unterrichten und führte den ersten Spatenstich für eine Cateringhalle mit deutscher Beteiligung am Flughafen durch. Im Anschluss an den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel unterzeichneten der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und die Staatssekretärin für Zusammenarbeit der Republik Angola am 18. Juli 2011 in Luanda eine Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Angola zur Vertiefung des bilateralen Dialogs durch die Begründung einer umfassenden politischen Partnerschaft. Die bilaterale Kommission hat sich am 15.02.12 im Auswärtigen Amt unter Leitung von Staatssekretärin Haber und Staatssekretär Augusto und Teilnahme zahlreicher Ressorts konstituiert. Es wurde beschlossen, Arbeitsgruppen für die Themen Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschaft sowie Energie einzusetzen.

Die Reise der Bundeskanzlerin war eine Erwiderung auf den Deutschlandbesuch von Staatspräsident dos Santos vom Februar 2009. Bei diesem Besuch waren im Rahmen des zweiten deutsch-angolanischen Wirtschaftsforums ein Kultur- und Bildungsabkommen und eine gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Bereits im Dezember 2007 hatten der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos und der damalige angolanische Finanzminister Morais eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit unterzeichnet.

Im Februar 2013 reiste der G8-Afrika-Beauftragte der Bundeskanzlerin, Herr Günther Nooke, mit einer Delegation deutscher Unternehmensvertreter nach Luanda und in die Provinz Malange. Der Besuch galt der Vertiefung des politischen Dialogs und der Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Herr Nooke  führte Gespräche mit Ministern und Regierungsstellen, der Oppositionspartei UNITA, Kirchenvertretern und Menschenrechtsverteidigern.

Derzeit sind keine deutschen Stiftungen vor Ort vertreten. Sowohl die Konrad-Adenauer-Stiftung als auch die Friedrich-Ebert-Stiftung organisieren Veranstaltungen in Angola von ihren Sitzen in Windhuk aus.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dynamisch. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria). Der deutsche Export ist seit dem Ende des Bürgerkrieges 2002 von 56 Millionen Euro auf 384 Millionen Euro im Jahre 2008 gestiegen, seit der Finanzkrise 2009 allerdings wieder zurückgegangen (2011: 250,3 Millionen Euro). Das jährliche Importvolumen aus Angola schwankt in Abhängigkeit zu den Erdöleinfuhren und belief sich 2010 auf knapp 228 Millionen Euro, 2011 betrug es 883,5 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2012 ist wieder ein Rückgang zu verzeichnen.

Während der deutsche Import aus Angola fast ausschließlich aus Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnissen besteht, machen Fahrzeuge, Maschinen und Technik rund drei Viertel des deutschen Exports nach Angola aus.

Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. 2010 eröffnete Staatssekretär Pfaffenbach (BMWi) in Luanda eine Delegation der Deutschen Wirtschaft mit einem entsandten Leiter als Vorstufe einer künftigen bilateralen Außenhandelskammer. Schon 2007 war eine deutsch-angolanische Wirtschaftsinitiative (DAWI) ins Leben gerufen worden.

Der 2007 in Kraft getretene Investitionsschutz- und Fördervertrag sowie die Eröffnung einer zweiten Lufthansa-Direktverbindung nach Luanda im Juni 2009 stellen weitere Meilensteine der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen dar.

Ein Beweis für die neue Qualität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen war das vierte deutsch-angolanische Wirtschaftsforum, das am 16. und 17. Juni 2011 in Anwesenheit des angolanischen Wirtschaftsministers Gourgel in München stattfand. Das fünfte Wirtschaftsforum wird der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft am 04. und 05. Februar 2013 in Angola ausrichten.

Der 2007 in Kraft getretene Investitionsschutz- und Fördervertrag sowie die Eröffnung einer zweiten Lufthansa-Direktverbindung nach Luanda im Juni 2009 stellen weitere Meilensteine der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen dar.

Ein Fixpunkt ist die jährlich in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse "FILDA", an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt. 2011 gewann Deutschland mit seinem Stand (15 Aussteller) zum zweiten Mal in Folge den "Goldenen Löwen" als bester internationaler Auftritt der Messe. 2013 werden sich 13 Aussteller an dem deutschen Stand beteiligen.

Im April 2013 reiste der angolanische Energie- und Wasserminster Borges das zweite Jahr in Folge, und diesmal begleitet durch Ölminster Botelho de Vasconcelos, zum Deutsch-Afrikanischen Energieforum des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft in Hamburg und Hannover.

Angola ist mit Mosambik, Russland und Südafrika Teilnehmerland des durch das BMWi geförderten Projekts "TREE" (Transfer Renewable Energy & Efficiency) zum Know how-Transfer im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Angola war bis Ende 2012 Partnerland der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Derzeit läuft noch ein 2010 von der GIZ begonnenes Projekt zur beruflichen Bildung im Bausektor. Ein Projekt zur Verbandsförderung zwischen der Industrie- und Handelskammer München und dem angolanischen Industrieverband ist im März 2013 ausgelaufen.


Kulturelle Beziehungen

Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige derzeitige und frühere Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen und haben dort zum Teil an die 20 Jahre gelebt. Es gibt zahlreiche Rückkehrer nach Angola mit hervorragenden Deutschkenntnissen und auch doppelter Staatsangehörigkeit.

Am 8. August 2012 ist das deutsch-angolanische Kultur- und Bildungsabkommen in Kraft getreten. Es wurde bereits im Februar 2009 im Rahmen eines Regierungsbesuchs von Staatspräsident dos Santos unterzeichnet, wodurch die Eröffnung eines Goethe-Instituts ermöglicht und die Voraussetzungen für ein systematisches Spracharbeits- und Kulturprogramm für die interessierte angolanische Öffentlichkeit  geschaffen wurden. Mit der Ratifikation des Abkommens durch Angola konnte das Goethe-Institut seine Arbeit formalisieren und kann nunmehr als eigenständiges Kulturinstitut handeln.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.