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Togo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2013

Beziehungen zu Deutschland 

Die Beziehungen zu Togo sind von der deutschen Kolonialzeit (1884-1914) geprägt, die im öffentlichen togoischen Bewusstsein als überwiegend positiv in Erinnerung geblieben ist. Deutschland genießt in allen Bereichen einen sehr guten Ruf und wird als privilegierter Partner angesehen. Nachdem sich die Beziehungen Anfang der 1990-er Jahre aufgrund massiver Demokratie-und Menschenrechtsdefiziten  in Togo abgekühlt hatten, haben sie sich nach  politischen und wirtschaftspolitischen Fortschritten der letzten Jahre wieder verbessert. Die deutsche Entwicklungshilfe wurde Ende 2011 nach fast 20 Jahren Suspendierung wieder aufgenommen.  Der  hochrangige Besuchsverkehr hat sich intensiviert. 2009 hat der togoische Präsident Faure Gnassingbe Deutschland besucht, 2011 und 2013 die togischen Premierminister Houngbo und Ahoomey-Zunu.

Die Bundesregierung unterstützt den Demokratisierungs-, Versöhnungs- und Reformprozess in Togo. Die gemeinsame Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2012 hat zu einer verstärkten politischen Zusammenarbeit geführt. Togo unterstützt Deutschland regelmäßig bei internationalen Kandidaturen.  Am 10.2.2012 wurden in Lomé die Abkommen zur Gründung des "Westafrikanischen Kompetenzzentrums Klimawandel und angepasste Landnutzung" (West African Science Service Centre for Climate Change and Adapted Landuse, WASCAL) in Lomé unterzeichnet. Deutschland unterstützt diese Initiative in zehn westafrikanischer Staaten  mit 50 Millionen Euro finanziert. Togo wünscht eine intensivere Zusammenarbeit mit Deutschland in allen Bereichen und wirbt insbesondere um verstärkte deutsche Investitionen in Togo.


Entwicklungszusammenarbeit

Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt und nimmt auf dem Human Development Index 2012 Rang 162 von 187 Staaten ein. Zwischen 1960 bis 1998 hatte Deutschland dem Land insgesamt rund 630 Millionen Euro Entwicklungshilfe zugesagt. Wichtigstes Projekt war der Bau des Tiefseehafen Lomé im Jahr 1967. Infolge massiver Demokratie-und Menschenrechtsdefizite wurde die  bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Togo 1993 ausgesetzt. Aufgrund politischer Verbesserungen hat die Bundesregierung, zusammen mit anderen Gebern, 2008 Restmittel aus früheren Zusagen in Höhe von 25 Millionen Euro wieder freigegeben und weitere 13 Millionen Euro aus sogenannten Regionalmitteln für den Ausbau der Energieversorgung (West African Power Pool, WAPP) und ein Straßenprojekt in Lomé zugesagt.

Im Dezember 2011 hat der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Niebel die Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit angekündigt. Deutschland wird sich im Bereich Dezentralisierung und gute Regierungsführung, Entwicklung ländlicher Räume und Landwirtschaft sowie beruflicher Bildung und Jugendbeschäftigung engagieren.

In Togo sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, deutsche kirchliche Hilfswerke, der Senior Experten Service und politische Stiftungen aktiv. Die Hanns-Seidel-Stiftung mit Sitz feierte 2012 ihr 35-jähriges Jubiliäum in Togo. Die Konrad-Adenauer-Stiftung und Friedrich-Ebert-Stiftung sind von Cotonou/Benin aus mit Aktivitäten präsent. Es gibt eine Vielzahl privater Initiativen im humanitären und sozialen Bereich.

Seit 1984 hat Deutschland Togo rund 183 Millionen Euro Schulden erlassen. Im Juni 2011 verzichtete Deutschland gegenüber Togo auf die restlichen Schulden in Höhe von etwa 19,2 Millionen Euro. Die wirtschaftlichen Beziehungen haben mit der Großinvestition von HeidelbergCement im Zement-und Klinkerbereich in Höhe von 250 Millionen US-Dollar einen beachtlichen Aufschwung genommen. 

Insgesamt sind die Wirtschaftsbeziehungen aber noch geringfügig. Allerdings gibt es seit der Ankündigung der Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit verstärktes Interesse deutscher Unternehmen an Investitionen in Togo. Auch die togoische Regierung bemüht sich verstärkt um deutsche Investitionen. Im Mai 2011 fand ein deutsch-togoischer Wirtschaftstag bei der Industrie-und Handelskammer München statt. Dabei wurde ein Abkommen zwischen der togoischen Industrie – und Handelskammer CCIT und dem Afrikaverein der deutschen Wirtschaft unterzeichnet.


Kulturelle Beziehungen

Das Goethe-Institut in Lomé ist  seit 1961 in Togo tätig und hat 2011 das 50-jährige Jubiläum seiner Gründung gefeiert. Es führt Kulturprogramme durch, bietet Deutschkurse an, unterhält eine Bibliothek und unterstützt den Deutschunterricht an Schulen und der Universität Lomé. Deutsch wird nach Französisch und Englisch als dritte Fremdsprache im Gymnasium als Wahlpflichtfach angeboten und ist auch in der Bevölkerung bemerkenswert weit verbreitet. Es gibt etwa 100.000 Togoer, die Deutsch sprechen und etwa 67.000 Schüler, die von etwa 350 Deutschlehrern unterrichtet werden. Es gibt drei PASCH-Schulen (Schulen – Partner der Zukunft). An der Germanistikfakultät der Universität Lomé, an der eine Lektorin und eine Assistentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes arbeiten, sind rund 1200 Studenten eingeschrieben. Es gibt mehrere Hochschulkooperationen zwischen der Universität in Lomé sowie deutschen Universitäten: Fachhochschule Münster,  Hochschule Zittau/Görlitz, Universität Bayreuth, Universität Kassel und die Humboldt-Universität Berlin. Im Januar 2012 wurde ein umfassendes Kooperationsabkommen zwischen der Universität Lomé und der Universität Tübingen unterzeichnet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.