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Togo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2016

Beziehungen zu Deutschland

Deutschland genießt in allen Bereichen einen sehr guten Ruf und wird als privilegierter Partner angesehen. Die deutsche Kolonialzeit (1884-1914) ist im öffentlichen togoischen Bewusstsein als überwiegend positiv in Erinnerung geblieben. Nachdem sich die Beziehungen Anfang der 1990-er Jahre aufgrund massiver Demokratie-und Menschenrechtsdefizite in Togo abgekühlt hatten, haben sie sich nach politischen und wirtschaftspolitischen Fortschritten der letzten Jahre wieder verbessert. Die deutsche Entwicklungshilfe wurde Ende 2012 nach fast 20 Jahren Suspendierung wieder aufgenommen. Die Zusammenarbeit bei der Aus- und Fortbildung des togoischen Militärs hat ebenfalls wieder begonnen. Der hochrangige Besuchsverkehr hat sich intensiviert. 2009 besuchte der togoische Präsident Faure Gnassingbé Deutschland, 2011 und 2013 die damaligen togoischen Premierminister Houngbo und Ahoomey-Zunu. Der togoische Außenminister Dussey reiste im Februar und Dezember 2014 nach Deutschland und führte u.a. Gespräche mit Außenminister Steinmeier und Entwicklungsminister Müller. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Brauksiepe, besuchte Togo im November 2015. Im Januar 2016 reiste der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Müller, nach Togo. Im Rahmen des Besuches des Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Singhammer, in Togo im April 2016 fand auch ein deutsch-togoisches Wirtschaftstreffen statt.

Die Bundesregierung unterstützt den Demokratisierungs-, Versöhnungs- und Reformprozess in Togo. Togo wünscht eine intensivere Zusammenarbeit mit Deutschland in allen Bereichen und wirbt insbesondere um verstärkte deutsche Investitionen in Togo.


Entwicklungszusammenarbeit

Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt und nimmt auf dem Human Development Index 2015 Rang 162 von 187 Staaten ein.

Im Dezember 2011 hat der damalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Niebel die Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit angekündigt. Deutschland arbeitet mit Togo seither in den Schwerpunkten Dezentralisierung und gute Regierungsführung, Entwicklung ländlicher Räume und Landwirtschaft sowie beruflicher Bildung und Jugendbeschäftigung zusammen.

Daneben engagiert sich Deutschland im Energiesektor (West African Power Pool, u.a. Rehabilitierung des Wasserkraftwerks Nangbeto), im Infrastrukturbereich (Umgehungsstraße Lomé) sowie im Umweltschutz und der Erhaltung der Biodiversität. Die Gesamtsumme der zugesagten und laufenden bilateralen Maßnahmen beträgt rund 100 Millionen Euro.

Bei seinem Besuch im Januar 2016 hat der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Müller, die weitere Vertiefung und die regionale Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit angekündigt. Bundesminister Müller hob Gesundheit und Energie als Bereiche für eine zukünftig stärkere Zusammenarbeit hervor. Die nächsten Regierungsverhandlungen für Entwicklungszusammenarbeit finden Anfang Juni 2016 in Berlin statt.

In Togo sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), deutsche kirchliche Hilfswerke, der Senior Experten Service (SES) und politische Stiftungen aktiv. Von den politischen Stiftungen engagieren sich die Hanns-Seidel-Stiftung mit Sitz in Lomé sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung (Sitz in Abidjan/Côte d'Ivoire) und die Friedrich-Ebert-Stiftung (Sitz in Cotonou/Benin) Togo. Es gibt eine Vielzahl privater Initiativen im humanitären und sozialen Bereich.

Seit 1984 hat Deutschland Togo rund 183 Millionen Euro Schulden erlassen. Im Juni 2011 verzichtete Deutschland gegenüber Togo auf die restlichen Schulden in Höhe von etwa 19,2 Millionen Euro. Die wirtschaftlichen Beziehungen haben mit der Großinvestition von HeidelbergCement im Zement-und Klinkerbereich in Höhe von 250 Millionen US-Dollar einen beachtlichen Aufschwung genommen.

Insgesamt sind die Wirtschaftsbeziehungen gering entwickelt. Allerdings gibt es seit der Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit verstärktes Interesse deutscher Unternehmen an Investitionen in Togo. Die togoische Regierung bemüht sich verstärkt um deutsche Investitionen in Togo. Im April 2015 fand mit der Veranstaltung "Printemps de coopération" eine Leistungsschau der in Togo vertretenen und an Togo interessierten deutschen Unternehmen und Hilfsorganisationen statt. Im April 2016 wurde diese erneut durchgeführt.


Kulturelle Beziehungen

Das Goethe-Institut ist seit 1961 in Lomé tätig. Es führt Kulturprogramme durch, bietet Deutschkurse an, unterhält eine Bibliothek und unterstützt den Deutschunterricht an Schulen und der Universität Lomé. Deutsch wird nach Französisch und Englisch als dritte Fremdsprache im Gymnasium als Wahlpflichtfach angeboten und ist auch in der Bevölkerung bemerkenswert weit verbreitet. Es gibt nach der Erhebung der Deutschlernerzahlen von 2015 etwa 92.500 Schüler (davon 84.000 an allgemeinbildenden Schulen, 7.000 Studierende und 1.500 Teilnehmer der Sprachkurse des Goethe-Instituts). Damit ist die Zahl der Deutschlerner seit 2010 um 16.700 gestiegen. Es gibt drei PASCH-Schulen (Initiative "Schulen – Partner der Zukunft"). An der Germanistikfakultät der Universität Lomé, an der eine Lektorin und eine Assistentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes arbeiten, sind rund 1.200 Studenten eingeschrieben. Es gibt mehrere Hochschulkooperationen zwischen der Universität in Lomé sowie deutschen Universitäten: Fachhochschule Münster, Hochschule Zittau/Görlitz, Universität Bayreuth, Universität Kassel und die Humboldt-Universität Berlin. Im Januar 2012 wurde ein umfassendes Kooperationsabkommen zwischen der Universität Lomé und der Universität Tübingen unterzeichnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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