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Bolivien

Kultur- und Bildungspolitik

Stand:  März 2014

Bolivien hat eine vielfältige und facettenreiche Kulturlandschaft. Sie reicht von der klassischen indigenen Hochkultur und Einflüssen der spanischen Kolonialzeit bis hin zu modernen Kulturströmungen in Musik, bildenden Künsten, Malerei und Literatur.

Die Regierung von Präsident Evo Morales bekämpft seit 2006 mit erheblichen Anstrengungen den Analphabetismus (auch unter Erwachsenen), dessen Rate sich 2012 auf 5 % verringert hatte.   Er hat zudem mit weiteren bildungs- und sozialpolitischen Maßnahmen der Benachteiligung der indigenen Bevölkerung entgegengewirkt. Die politische Wertschätzung der indigenen Kulturen und ihrer Sprachen hat sich in den letzten sechs Jahren deutlich erhöht, das Selbstbewusstsein der indigenen Ethnien ist gestiegen.

Trotz mehrerer Bildungsprogramme und Verbesserungen der Ausstattung und Infrastruktur leiden die öffentlichen Schulen weiterhin, besonders auf dem Lande, unter materiellen, fachlichen und personellen Defiziten. Das Ende 2010 verabschiedete neue Bildungsgesetz strebt Änderungen an und sieht u. a. vor, dass alle Schüler Unterricht in einer der indigenen Sprachen erhalten müssen. Mit der Erarbeitung neuer Curricula für die Schulen wurde begonnen. Qualifizierte Absolventen studieren bevorzugt in Europa, den USA oder benachbarten lateinamerikanischen Ländern (Argentinien, Chile, Mexiko).

In den größeren Städten Boliviens findet, trotz begrenzter Finanzmittel, ein reges Kulturleben statt. Die internationale Gemeinschaft (besonders aktiv: Spanien, Frankreich, Deutschland) fördert ein breites Spektrum von Kulturveranstaltungen. Die Kulturgruppe der europäischen Botschaften organisiert jedes Jahr mehrere große Veranstaltungen, darunter das Encuentro Musical Boliviano Europeo (Barockmusikfestival), eine Universitätswoche zu EU-Themen und das europäische Kinofestival. Weitere Schwerpunkte sind Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Folkloreveranstaltungen. Stärker als vorherige Regierungen knüpft dabei die jetzige Staatsführung an die vorkoloniale Zeit an - ein Tribut an den starken indigenen Bevölkerungsanteil Boliviens.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bolivien ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf mittel- und langfristige strukturelle Reformen und ist armutsorientiert angelegt. Schwerpunkte sind die Reform von Verwaltung und Justiz sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft, dazu Sicherstellung der Wasserversorgung, verbessertes Abwassermanagement und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Näheres dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung