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Auswärtiges Amt erhält Nachlass von Fritz Kolbe

Das Politische Archiv hat zahlreiche historische Dokumente aus dem Nachlass von Fritz Kolbe erhalten. Dieser hatte als Angehöriger des Auswärtigen Diensts Widerstand gegen das NS-Regime geleistet und wichtige Informationen an die westlichen Alliierten weitergegeben. Die Dokumente geben einen Einblick in die Motive für seinen Widerstand. 

"Fritz Kolbe hat das Böse um ihn herum gesehen, und er hat gehandelt", sagte Karin Kolbe. Die Enkelin Fritz Kolbes war eigens von ihrem Wohnort Australien nach Berlin gereist, um den Nachlass ihres Großvaters am 15. Mai offiziell dem Politischen Archiv zu übergeben. Der Leiter der Zentralabteilung des Auswärtigen Amts, Hans Carl von Werthern, dankte der Familie Kolbe für die großzügige Übergabe der Dokumente. "Wir sind sehr stolz, Fritz Kolbe im Auswärtigen Amt gehabt zu haben", sagte er.

Fritz Kolbe (1900-1971) gehörte von 1925 bis 1945 dem Auswärtigen Dienst an. Während der NS-Zeit suchte er den Kontakt zu amerikanischen Geheimdiensten in der Schweiz und übergab diesen ab 1943 wichtige, zum Teil geheime Unterlagen. So wurde Kolbe während des Krieges zu einer der wichtigsten nachrichtendienstlichen Quellen für die westlichen Alliierten. In den 1950er Jahren wurde er nicht wieder in den Auswärtigen Dienst eingestellt. Seit 2004 erinnert ein nach ihm benannter Veranstaltungssaal im AA an Fritz Kolbe. 

Historische Dokumente geben Einblick

Briefe aus dem Nachlass von Fritz Kolbe

Briefe aus dem Nachlass von Fritz Kolbe
© AA

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Briefe aus dem Nachlass von Fritz Kolbe

Briefe aus dem Nachlass von Fritz Kolbe

Briefe aus dem Nachlass von Fritz Kolbe

Die jetzt übergebenen Dokumente aus der Zeit von 1920 bis 1960 füllen zwei Archivkartons - darunter Ausweispapiere, Briefe und Notizbücher, teilweise dichtbeschrieben in Sütterlin oder sogar Kurzschrift. Das Politische Archiv hat alle Unterlagen in einem so genannten Findbuch - einer Art Index - erfasst. Darunter befindet sich zum Beispiel der Ministerialpass Kolbes, mit dem dieser seine zahlreichen Reisen in die Schweiz unternahm, um einen Verbindungsmann des amerikanischen Geheimdiensts zu treffen.

Den Kontakt zwischen dem Auswärtigen Amt und den in Australien lebenden Nachfahren Fritz Kolbes stellte der französische Journalist Lucas Delattre her. Erst durch seine 2004 erschienene Biographie Fritz Kolbes wurde dessen Wirken einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Der aus Schrift- und Tondokumenten bestehende private Nachlass kann nach Terminvereinbarung im Politischen Archiv eingesehen werden.


Stand 15.05.2012

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