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Burkina Faso

Wirtschaft

Stand: Januar 2015

Grundlagen

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Human Development Index 2014 liegt Burkina Faso auf Rang 181. Die Mehrzahl der Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten nationen wird bis 2015 voraussichtlich trotz Fortschritten nicht erreicht werden können. 

Die Wirtschaft ist mit Ausnahme von Baumwollproduktion und Bergbau (insbesondere Gold), geprägt durch Subsistenzwirtschaft. Aufgrund geringer Diversifizierung ist das Land in hohem Maße abhängig von klimatischen Bedingungen und Weltmarktpreisen für Exportprodukte. Die Binnenlage bedingt gleichermaßen hohe Transportkosten und Abhängigkeit von der Stabilität in den Nachbarstaaten an der Küste, vor allem Côte d’Ivoire. Burkina Faso ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft UEMOA sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Die Weltbank sah Burkina Faso in ihrer Veröffentlichung "Doing Business" 2014 auf Platz 161 von weltweit 189, der IWF bestätigte Burkina Faso erneut eine insgesamt gute makroökonomische Politik: 2013 wurde ein Wachstum von 6,7 Prozent erreicht, vor der innenpolitischen Krise im Oktober 2014 im Jahresdurchschnitt 5,7 Prozent. Durch verbesserte Finanzverwaltung konnte Burkina Faso auch seine Eigeneinnahmen wiederum steigern. 2013 lagen sowohl die Inflation mit 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als auch erstmals die Steuerquote von 17,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Rahmen der UEMOA-Konvergenzkriterien. Das Haushaltsdefizit überschritt mit 3,2 Prozent das Ziel von 3,0 Prozent knapp.

Die nationale Entwicklungsstrategie "Stratégie de croissance accélérée et de développement durable 2011-2015" (SCADD) setzt Schwerpunkte auf gesteigertes Wachstum, Förderung des Humankapitals und gute Regierungsführung. Große bilaterale Geber sind Frankreich und die USA, auf multilateraler Ebene sind es die Weltbank und die Europäische Union. Externe Finanzierungen machten 2013 etwa 34,5 Prozent des Haushalts aus. Fortschritte bei der Umsetzung der Entwicklungsstrategie werden jährlich in einem partizipativen Prozess, in den die Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Gebietskörperschaften und Geber einbezogen sind, überprüft. Die jährliche Überprüfung der Umsetzung ergab im April 2014 für 2013 eine insgesamt befriedigende Bilanz.

Wirtschaftliche Entwicklung

Der politische Übergang bietet Chancen für eine dynamischere wirtschaftliche Entwicklung. Entscheidend wird sein, ob bzw. wie schnell der Privatsektor wieder Vertrauen in eine stabile Entwicklung fasst. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die erfolgreiche Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem IWF. Im Juni 2014 stellten IWF und Weltbank unverändert ein gemäßigtes Überschuldungsrisiko fest, weshalb der IWF bereits 2013 Ausnahmegenehmigungen für nicht-konzessionäre Finanzierungen erteilte. Mit diesen sollen Vorhaben mit "positiver Rendite" finanziert werden, zum Beispiel ein neuer Flughafen für Ouagadougou, Straßen und ein Staudamm.

Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung ist auch die nachhaltige Verwendung von Einnahmen aus dem Bergbau. Bereits seit Februar 2013 erfüllt Burkina Faso die Bedingungen der "Extractive Industries Transparency Initiative" (EITI). Im Mai 2014 wurde die Genehmigung für eine Mangan-Mine im Norden des Landes erteilt. Burkina Faso könnte mit dieser mittelfristig zum größten Mangan-Exporteur Afrikas aufsteigen.

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland sind gering ausgeprägt. Im Jahr 2013 lag Burkina Faso auf Rang 152 im Volumen des Außenhandels mit Deutschland. Der im August 2012 begonnene Bau einer Zementfabrik durch HeidelbergCement wird voraussichtlich im Januar 2015 abgeschlossen. Mit einem Gesamtfang von rund 50 Millionen US-Dollar stellt das Projekt die bislang größte private Direktinvestition in die Industrie dar. Es wird gemeinsam mit lokalen Partnern umgesetzt. An deutschen Firmen sind außerdem DenkPharma, Liebherr (mit einer Regionalniederlassung für ganz Westafrika) sowie DHL und Allianz in Burkina Faso vertreten.

Umwelt

Ein Großteil der Wertschöpfung (Landwirtschaft, Viehzucht, Gold, Energie) hängt unmittelbar von natürlichen Ressourcen ab. Ökologische Nachhaltigkeit ist als Querschnittsthema in der Entwicklungsstrategie SCADD verankert. Im April 2013 wurde ein Umweltschutzgesetz verabschiedet und die Nutzung von Plastiktüten ab 2015 verboten. Gemeinsam mit den Gebern engagiert sich die Regierung in verschiedenen Programmen zum Schutz von Ressourcen und deren nachhaltiger Bewirtschaftung. 

Burkina Faso ist Mitglied der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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Burkina Faso ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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