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Burkina Faso

Wirtschaft

Stand: Oktober 2013

Grundlagen

Burkina Faso ist eins der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Im Human Development Index 2012 liegt Burkina Faso auf Rang 183. Die Mehrzahl der Millenium Development Goals wird bis 2015 voraussichtlich trotz Fortschritten nicht erreicht werden können. Das hohe Bevölkerungswachstum von 3,1 Prozent (Verdoppelung in weniger als 25 Jahren) erschwert eine nachhaltige Armutsbekämpfung erheblich.

Burkina Fasos Wirtschaft ist geprägt von der Landwirtschaft, die mit Ausnahme der Baumwoll- und Viehwirtschaft bislang weit überwiegend der Subsistenz dient, und zunehmend dem Bergbau (insbesondere Gold). Das Land ist damit in hohem Maße abhängig von klimatischen Bedingungen und Weltmarktpreisen für Exportprodukte. Für die privatwirtschaftliche Entwicklung bestehen weiterhin große Hindernisse. Die Binnenlage verursacht hohe Transportkosten und verteuert damit einerseits Investitionsgüter, andererseits erhöht es die Kosten für Exporte. Darüber hinaus bedingt sie eine hohe Abhängigkeit von Stabilität in den Nachbarstaaten an der Küste, vor allem Côte d’Ivoire, wo viele burkinische Arbeitsmigranten leben. Verbesserungen bei Transportinfrastruktur und Energieversorgung sind notwendig. Im Doing Business Index liegt Burkina Faso im Jahr 2012 auf Rang 153 von 185. Das Land ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft UEMOA sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Die nationale Entwicklungsstrategie Stratégie de croissance accélérée et de développement durable 2011-2015 (SCADD) zielt auf eine Steigerung des Wirtschaftswachstums. Die Förderung der Privatwirtschaft ist einer der wesentlichen Schwerpunkte der SCADD. Wachstums-Cluster (Pôle de croissance) sollen geschaffen, die Produktivität der Landwirtschaft und Kapazitäten der Weiterverarbeitung deutlich gesteigert, Sektoren wie Bergbau und Handwerk weiter ausgebaut und notwendige Infrastruktur bereitgestellt werden. 

Weitere Schwerpunkte sind die Stärkung sozialer Sektoren (Bildung und Gesundheit) und gute Regierungsführung. Zur Finanzierung leisten die multilateralen und bilateralen Geber einen erheblichen Beitrag. Große bilaterale Geber sind Frankreich und die USA, auf multilateraler Ebene sind es die Weltbank und die Europäische Union. Burkina Faso ist damit in hohem Maße abhängig von Entwicklungshilfemitteln. Externe Finanzierungen machten 2011 etwa 40 Prozent des Haushalts aus. Fortschritte bei der Umsetzung der Entwicklungsstrategie werden jährlich in einem partizipativen Prozess, in den die Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Gebietskörperschaften und Geber einbezogen sind, überprüft.  

Wirtschaftsstruktur

Burkina Fasos Wirtschaft hat in den letzten Jahren gute Wachstumsraten verzeichnen können. Dank guter Ernten, Produktivitätssteigerungen im Landwirtschaftssektor und einer steigenden Goldförderung lag das BIP-Wachstum 2012 bei 9 Prozent. Der Internationale Währungsfonds bestätigte Mitte 2013 die insgesamt gute makroökonomische Entwicklung des Landes. So erzielt Burkina Faso Fortschritte bei der Erreichung der Konvergenzziele der westafrikanischen Wirtschafts- und Finanzunion UEMOA. Die Steuerquote nähert sich mit 15,8 Prozent des BIP dem Konvergenzziel von 17 Prozent. Das Haushaltsdefizit lag 2012 bei 3,1 Prozent, die Inflation im Jahresdurchschnitt bei 3,8 Prozent. Für 2013 und 2014 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 7 Prozent. Burkina Faso gehört zu den Ländern, deren Schuldenlast durch die Entschuldungsinitiative der G-8-Staaten (HIPC) Anfang des Jahrtausends stark reduziert wurde. Hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit bescheinigen IWF und Weltbank dem Land Verbesserungen. Derzeit sehen beide Institutionen nur ein gemäßigtes Risiko der Überschuldung.

Wie stark Wirtschaftswachstum und Armutsreduzierung korrelieren, wird u.a. von der Verwendung der Einnahmen aus dem Bergbau abhängen, die einen wachsenden Anteil der Staatseinnahmen ausmachen. Die burkinische Regierung engagiert sich hier bereits. Im Februar 2013 wurde dem Land die Konformität mit den Standards der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) bescheinigt.

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland sind gering ausgeprägt, die Exporte aus Deutschland nach Burkina Faso überwiegen deutlich. HeidelbergCement hat im August 2012 mit der Errichtung einer Zementfabrik nahe Ouagadougou begonnen.

Umweltpolitik

Umweltpolitische Fragestellungen genießen wachsende Aufmerksamkeit. Ökologische Nachhaltigkeit ist als Querschnittsthema in der Entwicklungsstrategie SCADD verankert. Derzeit werden zusätzlich eine nationale Politik und ein Gesetz über nachhaltige Entwicklung erarbeitet. Damit will sich die burkinische Regierung verstärkt um eine nachhaltige Boden-, Wasser- und Waldbewirtschaftung bemühen, um dauerhaft eine Lebensgrundlage für die wachsende Bevölkerung bereitzustellen. Dabei kommt der Ressource Wasser, um die Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und eine wenn auch noch wenig entwickelte Industrie konkurrieren, eine zentrale Bedeutung zu. Im Bereich nachhaltiger Energieversorgung wird ein Ausbau des regionalen Netzverbunds vorangetrieben. Die EU finanziert derzeit gemeinsam mit anderen Gebern den Bau des dann größten Photovoltaikkraftwerks in Westafrika. Burkina Faso ist Mitglied der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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Burkina Faso ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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