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Gemeinsam für mehr Verständigung

Das Verhältnis zwischen westlichen und islamisch geprägten Gesellschaften ist vielfach von Missverständnissen geprägt. Gleichzeitig ist in den meisten islamisch geprägten Gesellschaften in den vergangenen Jahren die Popularität des Islamismus gestiegen - einer Ideologie, die darauf zielt, Staat und Gesellschaft nach den Vorschriften des Islam einzurichten. Die politischen Konzepte von Demokratie, universellen Menschenrechten und Pluralismus werden dabei häufig als "westlich" und damit "unislamisch" abgelehnt.

Vor diesem Hintergrund pflegt Deutschland das Gespräch mit der islamisch geprägten Welt und führt damit eine Traditionslinie fort, die bereits im 19. Jahrhundert mit Goethe und Rückert beginnt. Ziel des Dialogs ist es, die Verständigung zwischen dem "Westen" und der islamischen Welt sowie innergesellschaftlichen Pluralismus zu fördern, Stereotypen und Feindbilder abzubauen. Deutschland hat daher als erstes westliches Land bereits 2002 einen Politikschwerpunkt "Dialog mit der islamischen Welt" im Auswärtigen Amt geschaffen. So wurde das Amt des Beauftragten für den Dialog zwischen den Kulturen eingerichtet, das derzeit von Botschafter Dr. Heinrich Kreft bekleidet wird. Er berät alle Arbeitsebenen im Auswärtigen Amt in Fragen des interkulturellen Dialogs und wird von einem Referat unterstützt, das das Thema Islamdialog an den deutschen Auslandsvertretungen in der islamischen Welt koordiniert.

Projekte und Austauschprogramme

Die wichtigsten Umsetzungspartner für Projekte und Austauschprogramme des interkulturellen Dialogs sind die Mittlerorganisationen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, wie zum Beispiel das Goethe Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst und das Institut für Auslandsbeziehungen.

Der Schul- und Bildungsbereich und die Jugendarbeit gehören zu den Schwerpunkten der Dialogarbeit. Ein weiterer Akzent liegt auf Veranstaltungen, die den innergesellschaftlichen Gedankenaustausch in islamisch geprägten Ländern beleben.

Um die jeweiligen Zielgruppen zu erreichen, ist die jeweilige Landessprache der Schlüssel. Neue Eliten, die ihre Bildung in lokalen Institutionen erworben haben, werden durch Projekte in ihrer Sprache direkt angesprochen, außerdem können mehr Projekte in ländlichen Gebieten durchgeführt werden. In vielen Ländern sprechen Frauen und junge Menschen keine westliche Sprache. Publikationen, Workshops, Filmfestivals und die Internetseiten www.qantara.de sowie die des Deutschen Informationszentrums in Kairo finden durch arabische Übersetzungen eine weite Verbreitung.

Die Dialogarbeit in den islamisch geprägten Ländern ist nicht zu trennen von dem Dialog mit den rund vier Millionen in Deutschland lebenden Muslimen. Sie sind eine bedeutsame Größe des deutschen öffentlichen Lebens. Mit der Deutschen Islamkonferenz ist seit September 2006 ein regelmäßiger Dialog zwischen Bund, Ländern und Kommunen und Vertretern der Muslime etabliert worden.

Eine weltoffene islamische Nachbarregion liegt im Interesse Europas und dient der Sicherheit aller. Der Kulturdialog mit der islamischen Welt dient dazu, ein friedliches Zusammenleben, gegenseitigen Respekt und gemeinsames Wirken für die Zukunft zu erreichen.

Anträge auf Projektförderung im Rahmen des "Europäisch-Islamischen Kulturdialogs" können an das Referat 609 ("Kultur- und Medienbeziehungen Maghreb, Nah- und Mittelost, Dialog mit der islamischen Welt") im Auswärtigen Amt gerichtet werden. Die Entscheidung über eine finanzielle Förderung erfolgt auf der Grundlage eines im Rahmen der Konzeption des Programmes entwickelten Kriterienkatalogs.


Stand 28.11.2013

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