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Ernst Reuter - Namensgeber der Initiative

Ernst Reuter, der Namensgeber der Ernst-Reuter-Initiative, ist einer von vielen NS-Verfolgten, die während des Dritten Reichs Zuflucht in der Türkei fanden. In der Weimarer Republik hatte der Sozialdemokrat Reuter verschiedene politische Ämter in Berlin und Magdeburg bekleidet, die ihn für das NS-Regime zu einem politischen Gegner machten. Nach der Macht­ergreifung der Nationalsozialisten wurde Reuter seiner Ämter enthoben und später in das Konzentrations­lager Lichtenburg deportiert.

Mit Hilfe Verbündeter gelang ihm 1934 die Flucht über Großbritannien in die Türkei, wo er das Naziregime überlebte. In der Türkei war Reuter als Berater im türkischen Wirtschaftsministerium tätig und beriet die türkische Regierung unter anderem in Verkehrs- und Tariffragen. An der Verwaltungsakademie von Ankara unterrichtete er zudem Städtebau und Stadtplanung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und etwa zehn Jahren im türkischen Exil kehrte Reuter nach Deutschland zurück, wo er zunächst das Berliner Verkehrsdezernat übernahm. 1948 wurde Reuter zum Oberbürgermeister (ab 1950: Regierenden Bürgermeister) von Berlin gewählt.

Große Bekanntheit erlangte eine Rede Ernst Reuters, die er während der Berliner Blockade 1948/49 vor über 300.000 Menschen vor dem in Trümmern liegenden Reichstagsgebäude hielt: "Ihr Völker der Welt … schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt." Mit Reuters Hilfe konnte die Berliner Luftbrücke schließlich gegen die Bedenken der Alliierten durchgesetzt werden.

Ernst Reuter starb am 29. September 1953 im Alter von 64 Jahren in Berlin infolge eines Herzinfarkts. 

Zu den Flüchtlingen, die während des Dritten Reichs in die Türkei emigrierten, gehörten auch der Komponist Paul Hindemith, der Architekt Bruno Taut, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der Schriftsteller, Regisseur und Dramatiker George Tabori, Juristen wie Andreas Schwarz und Ernst Hirsch und National­ökonomen wie Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke. 


Stand 05.05.2011

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