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Bundesregierung unterstützt Minen- und Kampfmittelräumung im Libanon

Die Bundesregierung hat sich seit dem Krieg 2006 mit 2,7 Mio. Euro an der Minen- und Kampfmittelräu­mung im Libanon beteiligt. Aktuell unterstützt das Auswärtige Amt mit 500.000 Euro die Finanzierung eines Minenprojekts der Nicht­regierungsorganisationen "Mines Advisory Group" (MAG) und Norwegians Peoples Aid.

Die geförderten Projekte sind Teil der von den Vereinten Nationen koordinierten Räumaktivitäten. Diese haben zum Ziel, sowohl die im Krieg 2006 verwendete Streumunition als auch die noch aus der Besatzungszeit stammenden Landminen möglichst vollständig zu beseitigen.

Hilfe bei der Beseitigung von Streumunition

Die Kontaminierung mit Streumunition aus dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Jahr 2006 stellt ein großes Problem dar. Die Vereinte Nationen - Koordinierungsstelle für Minen- und Kampfmittelräumung im Libanon geht davon aus, dass knapp 48 Millionen Quadratmeter (rund 48 km²) betroffen waren. Angaben zu den Zielpunkten und zur Menge der eingesetzten Streumunition wurden erst 2009 gemacht. Bis zum Mai 2011 wurden ca.30 km² geräumt. Von 2006 bis Dezember 2010 soll dieser Mu­nitionstyp ca. 704 Opfer verursacht haben. Wegen des Fortschritts bei der Räumung sanken die Opferzahlen von 60 im August 2006 auf derzeitig durchschnittlich ein bis zwei pro Monat. Der Leiter des "LebanonMine Action Centre" (LMAC) beabsichtigt, die Räumung der Streumunition bis Ende 2015 abzu­schließen. Die Räumung der Anti Personen Minen soll noch bis 2021 andauern.

Die geförderten Räumaktivitäten haben einen eindeutig humanitären Charakter. So wurden etwa Privathäuser wieder zugänglich gemacht, deren Einwohner seit dem Krieg 2006 provisorische Bleiben finden mussten. Aktuell wird die dänische Nichtregierungsorganisation "Danish Church Aid" mit 300.000 Euro bei der Räumung von Streumunition gefördert.

Minen aus der Besatzungszeit

Vor dem Ausbruch des Konfliktes im Juli/August 2006 soll der Libanon laut United Nations Mine Action Service (UNMAS) durch geschätzte 500.000 Landminen kontaminiert gewesen sein, die während der israelischen Besetzung (1978/82 – 2000) verlegt wurden. Davon konnten in den Jahren 2002 – 2004 im Zuge der Operation "Emirates Solidarity" 60.000 systematisch geräumt werden. Anders als in vielen anderen von Landminen betroffenen Ländern sind im Libanon Lage und Ausdehnung der meisten Minenfelder bekannt und die Opferzahlen verhältnismäßig niedrig.


Stand 25.03.2013