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Kolumbien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 10.07.2014
(Unverändert gültig seit: 17.06.2014)

Letzte Änderungen:

Aktuelle Hinweise (Hinweis zu Wahlen entfernt)

Aktuelle Hinweise 

Für den Zeitraum vom 09.06. – 30.06.2014 haben die Guerillagruppen FARC und ELN einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt. Dennoch können Anschläge, insbesondere durch andere Gruppen, nicht ausgeschlossen werden. Überlandfahrten sollten aufgrund der allgemein erhöhten Gefährdungslage vermieden werden. Vom Besuch von Großveranstaltungen wird abgeraten.

Auf die Panamericana (Hauptverbindung Nord - Süd) wurde am 15.04.2014 zwischen den Städten Popayan und El Bordo ein Sprengstoffanschlag verübt. In diesem Jahr war es in diesem Streckenabschnitt bereits der zweite große Anschlag. Insbesondere in den Departamentos Cauca und Nariño besteht für die Panamericana-Straße eine anhaltende Gefahr terroristischer Anschläge.  


Landesspezifische Sicherheitshinweise

Entführungen

Im Departamento Norte de Santander (Region Catatumbo), im Süden des Departamentos Bolivar und im Departamento Guajira  wurden 2012 und 2013 ausländische Staatsangehörige entführt. Insbesondere in der Grenzregion zu Venezuela ist auch weiterhin von einem hohen Entführungsrisiko auch für ausländische Staatsangehörige auszugehen. 

Naturkatastrophen

Für die Vulkane Galeras, Nevado del Huila und Nevado del Ruiz gilt Warnstufe Gelb III - Änderung der vulkanischen Aktivitäten". Von Reisen zu den vorgenannten Vulkanen und in ihre Umgebung wird abgeraten. Anweisungen der örtlichen Behörden und Sicherheitskräfte sollte unbedingt Folge geleistet werden.
Bezüglich vulkanischer Aktivitäten stellt das staatlich geologische Institut Ingeominas unter http://www.ingeominas.gov.co/  Informationen zur Verfügung.

Nach schweren Regenfällen muss mit regionalen Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden.
Aktuelle Informationen können der Website der kolumbianischen Behörde für nationalen Katastrophenschutz (http://www.sigpad.gov.co) entnommen werden.

Kriminalität/ Terrorismus/ Sicherheit

Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich seit 2002 kontinuierlich verbessert. Sie ist in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) mit der anderer lateinamerikanischer Großstädte durchaus vergleichbar. Es kommt jedoch weiterhin zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften und illegalen Gewaltgruppen - hauptsächlich in entlegenen Landesteilen und vor allem im Südwesten des Landes. Hieran hat sich auch durch die seit Oktober 2012 laufenden Gespräche zwischen Regierung und der Guerillagruppe FARC nichts geändert. 

In der Regel gelten die größeren Anschläge und Angriffe staatlichen Einrichtungen. Anschläge der FARC auf zivile (touristische) Ziele sind daher nicht sehr wahrscheinlich, können allerdings auch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.

Das Auswärtige Amt rät gegenwärtig insbesondere von Reisen in die Grenzregionen zu Venezuela, Ecuador, Peru und Panamá sowie in alle vom Binnenkonflikt und der Drogenökonomie (Anbau, Schmuggel) betroffenen Regionen ab. Dazu zählen insbesondere (aber nicht nur) die gesamte Pazifikküste, die Departements Chocó, Cauca, Putumayo, Nariño, Arauca, Córdoba, Caquetá,einzelne Gebiete im Department Norte de Santander und der Nordosten und Nordwesten des Departements Antioquia sowie der Süden des Landes.

Touristisch organisierte Reisen nach San Agustín im Departament Huila und zu der Ciudad Perdída im Departament Magdalena sind tagsüber mit einer örtlichen Reiseleitung und auf den durch das kolumbianische Militär gesicherten Hauptanreisewegen durchführbar. Die unten genannten Verhaltens- und Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden. Ein Restrisiko für die persönliche Sicherheit kann aufgrund der hohen Allgemeinkriminalität und bestehender Gefahren durch terroristische Gruppierungen nicht ausgeschlossen werden.

Im Grenzgebiet zu Venezuela kann es zu Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kommen. Mehrere Grenzübergänge wurden wiederholt gesperrt. Es wird daher von Grenzübertritten nach Venezuela auf dem Landwege abgeraten.

Wie in der Mehrzahl der lateinamerikanischen Staaten sind auch in Kolumbien landesweit die Kriminalitätsrate (insbesondere Straßendiebstähle und Wohnungseinbrüche) und die allgemeine Gewaltbereitschaft - im Vergleich zu Europa - sehr hoch. Hiervon sind auch Viertel der Hauptstadt Bogotá und Touristenzentren betroffen, in denen sich Ausländer üblicherweise bewegen.

Die Gefahr, Opfer eines Verbrechens zu werden, kann durch Beachtung der üblichen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen sowie der nachfolgenden Hinweise gesenkt werden:

  • Leisten Sie auf keinen Fall Widerstand, wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem bewaffneten Überfall kommt.
  • Achten Sie bei Menschenansammlungen wie z. B. in Einkaufzentren, auf Märkten, an Flughäfen oder Busbahnhöfen besonders gut auf Ihre Wertgegenstände und Ihr Gepäck.
  • Vermeiden Sie bei Dunkelheit einsame Viertel und Straßen, Vorsicht ist nachts auch in der Altstadt von Bogotá angebracht. Seien Sie abseits der Touristenzentren nicht allein unterwegs, insbesondere wenn Sie keine Ortskenntnis besitzen.
  • Vermeiden Sie einsame Haltestellen bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Auf Fahrten als Anhalter sollten Sie unbedingt verzichten. Auch sollten Anhalter grundsätzlich nie mitgenommen werden.
  • Verzichten Sie auf auffälligen (auch Mode-)Schmuck und nehmen Sie Geld und Wertsachen nur im erforderlichen Umfang mit.
  • Lassen Sie Ihr aufzugebendes Gepäck vor der Rückreise am Flughafen in Plastikfolie einschweißen – dies schützt vor Diebstählen aus Ihrem Gepäck und vor unbewusstem Drogenschmuggel. Verschlossene Koffer werden von den kolumbianischen Behörden bei Drogenverdacht aufgebrochen. Auch daher empfiehlt es sich, die Koffer am Flughafen unverschlossen mit Plastikfolie umwickeln zu lassen. Allerdings haben einige Fluglinien bei Flügen nach Europa oder in die USA in letzter Zeit die Mitnahme von eingeschweißten Koffern abgelehnt. Informieren Sie sich daher bitte bei Ihrer Fluggesellschaft.
  • Verzichten Sie auf Reisen, bei denen Reiserouten, Übernachtungsmöglichkeiten und Transportmittel nicht im Voraus geplant wurden.
  • Vorsicht an Geldautomaten: Ziehen Sie Geld möglichst nur tagsüber in Begleitung und achten Sie auf auffällige Personen in Ihrer unmittelbaren Umgebung.
  • Wichtige Dokumente (Reisepass, Flugticket, etc.) sollten im Hotelsafe deponiert werden. Eine Passkopie sollten Sie aber immer bei sich führen. Es empfiehlt sich, einen Scan aller wichtigen Dokumente beispielsweise in einem E-Mail-Fach zu deponieren, um jederzeit darauf zugreifen zu können, falls die Originale abhanden kommen. Dies erleichtert die Neubeschaffung erheblich.
  • Fahrzeuge sollten nur auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Legen Sie keine Taschen etc. sichtbar auf die Autositze, sondern verstauen Sie diese unter den Sitzen oder im Kofferraum.
  • Nehmen Sie möglichst keine Getränke, Esswaren, Süßigkeiten oder Zigaretten von Fremden an. Immer wieder wird berichtet, dass auf diesem Wege Opfern sog. „K.O.-Tropfen“ wie Scopolamin oder ähnliche Mittel verabreicht werden.
  • Lassen Sie Essen/Getränke im Restaurant nicht unbeaufsichtigt, wenn Sie deren späteren Verzehr noch beabsichtigen. Auch hier droht Gefahr durch sog. „K.O.-Tropfen“ wie Scopolamin oder ähnliche Mittel.
  • Für Taxifahrten gilt unbedingt folgende Grundregel: Benutzen Sie stets den Telefonservice, um ein Taxi zu bestellen oder benutzen Sie autorisierte Taxis an den kenntlich gemachten autorisierten Taxiständen (i.d.R erkennen Sie diese am mit offizieller Kleidung kenntlich gemachten Personal, welches vor Abfahrt Ihren Namen und die Nummer des Taxis notiert). Andernfalls laufen Sie Gefahr, Opfer einer Kurzzeitentführung zu werden, bei der die Täter in der Regel Kreditkarten samt PIN-Nummern abpressen, um an Geldautomaten Bargeld vom Konto des Opfers abzuheben.

Reisen über Land

Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen fünf Jahren enorme logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden. Allerdings sollten auch diese Strecken nur tagsüber und möglichst an Wochenenden oder Feiertagen befahren werden. Ausflüge in der Umgebung von Bogotá und (mit Einschränkungen) in den Umgebungen anderer Städte sind ebenfalls möglich. Benutzen Sie möglichst unauffällige Fahrzeuge. Ein persönliches Restrisiko (Überfälle, Entführungen, hohe Zahl von Unfällen) kann allerdings nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden. Von Nachtfahrten (auch mit Bussen) wird wegen der erhöhten Unfall- und Überfallgefahr im ganzen Land dringend abgeraten.

Auf den großen Hauptverkehrswegen des Landes kann es durch unangekündigte Streiks verschiedener Berufsgruppen immer wieder zu Straßenblockaden kommen, die Überlandfahrten aufgrund fehlender Ausweichrouten erheblich beeinträchtigen können.

Die Entscheidung zu einer Überlandfahrt sollte nur nach sorgfältiger Prüfung des Sicherheitsrisikos getroffen werden.

Drogen

Gelegentlich werden Touristen gegen ihren Willen und in Unkenntnis als Drogenschmuggler" eingesetzt. Nehmen Sie daher kein Gepäck für Fremde mit und kontrollieren Sie ab und zu den Inhalt Ihres eigenen Gepäcks.

Reisende und ihr Gepäck werden in Einzelfällen sehr genau kontrolliert. Passagiere werden gelegentlich stichprobenartig einer Röntgenkontrolle unterzogen. Ziel ist dabei die Überprüfung, ob Drogen im Körperinneren befördert werden. Sollte die Polizei Ihr Gepäck wegen Drogenverdachts durchsuchen, achten Sie darauf, dass ein unabhängiger Zeuge dabei ist. Wer wegen Drogenbesitzes verurteilt wird, muss mit hohen Strafen rechnen, die im kolumbianischen Strafvollzug verbracht werden müssen. Die Haftbedingungen sind wesentlich härter als in Deutschland.


Allgemeine Reiseinformationen

Sprache

Grundkenntnisse im Spanischen sind empfehlenswert bis notwendig, Englischkenntnisse sind abseits der Städte wenig verbreitet.

Geld / Kreditkarten

In Kolumbiens Städten kann problemlos mit allen gängigen Kreditkarten bezahlt werden. US-Dollars und Euro werden bei Banken, guten Hotels oder in Wechselstuben eingetauscht. Kreditkarten sollten jedoch niemals aus der Hand gegeben werden und bei der Benutzung des Geldautomaten sollte dieser daraufhin überprüft werden, ob möglicherweise „Präparierungen“ zum illegalen Auslesen der Karte angebracht worden sind. Ansonsten gilt für die Benutzung von Geldautomaten: Geld nur tagsüber in belebten Straßen, großen Banken oder Einkaufszentren abheben.

Ausreise per Flugzeug

Um die Wartezeiten am Flughafen zu verkürzen, empfiehlt es sich, falls möglich schon am Vortag des Fluges online einzuchecken.


Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

 Reisepass: Ja

 Vorläufiger Reisepass: Ja

 Personalausweis: Nein

 Vorläufiger Personalausweis: Nein

 Kinderreisepass: Ja

Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen sich in gutem Zustand befinden und für die Dauer des geplanten Aufenthaltes gültig sein. Eine Mindestgültigkeitsdauer von sechs Monaten ist nicht erforderlich.
Bei der Einreise kann die Vorlage eines Rück- bzw. Weiterflugtickets verlangt werden.
Deutsch-kolumbianische Doppelstaater müssen mit einem kolumbianischen Pass ein- und ausreisen. Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen rein touristischen Aufenthalt in Kolumbien kein Visum. An den Grenzübergangsstellen bzw. auf den internationalen Flughäfen wird von der neugeschaffenen Immigrationsbehörde „Migración Colombia“ (http://www.migracioncolombia.gov.co) - vormals „Departamento Administrativo de Seguridad (DAS)“ per Stempel im Reisepass die Aufenthaltsdauer festgelegt. Reisende sollten daher bei der Einreisekontrolle durch Vorlage von Einladungsschreiben, Flugtickets o.ä. die Grenzbeamten bitten, eine Aufenthaltsdauer zu genehmigen, die den angestrebten Aufenthaltszeitraum abdeckt, was in der Regel auch erfolgt. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt 180 Tage.

Überschreitet der Aufenthaltszeitraum die genehmigte Aufenthaltsdauer, muss rechtzeitig bei der Migración Colombia eine Verlängerung beantragt werden, die gebührenpflichtig ist. Die Migración Colombia hat in der Regel die Immigrations-Dienststellen des aufgelösten DAS übernommen und ist in allen größeren Städten des Landes vertreten.

Sofern der Aufenthalt nicht ausschließlich touristischen Zwecken dient, kontaktieren Sie bitte die Botschaft der Republik Kolumbien in Berlin mit der Frage, ob ein Visum für Ihren Aufenthalt in Kolumbien erforderlich ist. Das jeweils zuständige Konsulat finden Sie auf der Internetseite der kolumbianischen Botschaft unter www.botschaft-kolumbien.de.
Für alle Arten von Visa ist eine persönliche Vorsprache der Antragsteller erforderlich.

Bei der Einreise auf dem Landweg sollte darauf geachtet werden, dass man am Grenzübergang einen Einreisestempel erhält. Dies gilt insbesondere für Einreisen zur Nachtzeit.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.


Besondere Zollvorschriften

Das Ausführen von kolumbianischen Original-Kulturgütern ist untersagt.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.


Besondere strafrechtliche Vorschriften

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere strafrechtliche Vorschriften vor.


Medizinische Hinweise

Gelbfieber

Kolumbien verlangt bei der direkten Einreise aus Deutschland zwar keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung, dennoch wird die Impfung allen Reisenden dringend empfohlen, bevor sie in Kolumbien in ein Gebiet reisen, in dem Gelbfieber vorkommt.

Hierzu gehören Gebiete unterhalb 2.300m in den Departments von Amazonas, Antioquia, Arauca, Atlántico, Bolivar, Boyacá, Caldas, Caquetá, Casanare, Cauca, Cesar, Córdoba, Cundinamarca, Guainía, Guaviare, Huila, Magdalena, Meta, Norte de Santander, Putumayo, Quindio, Riasaralda, San Andrés, Providencia, Santander, Sucre, Tolima, Vaupés und Vichada; den Städten von Acandí, Juradó, Riosucio und Unguía im Department Choco, den Städten von Albania, Barrancas, Dibulla, Distracción, El Molino, Fonseca, Hatonuevo, La Jagua del Pilar, Maicao, Manaure, Riohacha, San Juan del Cesar, Urumita und Villanueva im La Guajira Department.

Ein niedriges Expositionspotential existiert für Gelbfieber auch in den Departments von Cauca, Nariño und Valle de Cauca, dem zentralen und südlichen Choco Department und den Städten von Barranquilla, Cali, Cartagena und Medellín.

Gelbfieber wird nicht übertragen in Gebieten oberhalb von 2.300m, inkl. den Stadtgebieten von Bogotá und Uribia im La Guajira Department.

Genereller Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de.

Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Dengue

Dengue wird in weiten Teilen des Landes durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher.

In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.

Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen (s.u.).

Malaria

Ein geringes Risiko für Malaria besteht im ganzen Land unterhalb von 1.600m Höhe, ein sehr geringes Risiko in den ländlichen Gebieten im Norden.

Als Malaria-frei gelten die großen Städte, S. Andres und Providencia.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich abend- und nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die Malaria tropica nicht selten tödlich. Die Malaria-Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Je nach Reiseprofil kann im Einzelfall eine Chemoprophylaxe bzw. Standby-Medikation sinnvoll sein, deren Auswahl unbedingt vor der Reise mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden sollte.

Aufgrund der o. g. Infektionsrisiken durch Mückenstiche wird allen Reisenden empfohlen:

·        körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
·        tagsüber (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
·        ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Dies ist besonders wichtig in ländlichen Gebieten.

HIV/AIDS

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte, bei Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen und Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Medizinische Versorgung

Das medizinische Versorgungsangebot ist in den größeren Städten in der Regel mit dem in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.

Vor einer Reise nach Kolumbien wird eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner empfohlen; zu Beratungsstellen siehe auch www.dtg.org

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis: 

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.