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G8 - Gruppe der Acht
Beratungen der G8 in Camp David, USA
© picture-alliance/dpa
Wer gehört zu den G8?
Der Gruppe der Acht (G8) gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika an; außerdem ist die Europäische Union vertreten. Der Vorsitz innerhalb der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern. Im Januar 2013 hat Großbritannien turnusgemäß die G8-Präsidentschaft übernommen.
Der sichtbarste Teil des G8-Prozesses sind die jährlichen Gipfeltreffen, zu denen die Staats- und Regierungschefs üblicherweise zur Jahresmitte vom Vorsitz eingeladen werden. Diese Treffen bieten ihnen die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch ihre Standpunkte auszutauschen. Sie sind außerdem Ausgangspunkt der gemeinsamen G8-Initiativen. Der Gipfel 2013 findet vom 17.-18. Juni in Lough Erne in Nordirland statt. Für Deutschland nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.
Gipfel 2012 in Camp David
Der thematische Schwerpunkt des letzten Gipfels vom 18./19. Mai in Camp David/USA lag auf der Verschuldungskrise im Euroraum. Die G8 einigten sich darauf, in ihren Volkswirtschaften Produktivität, Wachstum und Nachfrage zu stärken und gleichzeitig eine Politik der Haushaltskonsolidierung zu verfolgen. Zudem berieten die G8 über die Gewalt in Syrien, die Fortführung der "Deauville-Partnerschaft" zur Unterstützung der Reformprozesse in Nordafrika, den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Afghanistan, Maßnahmen für nachhaltiges Wachstum der Weltwirtschaft, Klima- und Energiepolitik und Ernährungssicherheit.
"Deauville-Partnerschaft"
Im Vorjahr war Frankreich der Gastgeber des Gipfels in Deauville 26./27. Mai 2011. Dort wurde die "Deauville-Partnerschaft" als Reaktion auf die Umbrüche im Nahen Osten und Nordafrika ins Leben gerufen.
Die G8-Staaten unterstützen die Staaten der Region beim Aufbau von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsschutz, bei wirtschaftlich-sozialen Reformen und der zivilgesellschaftlichen Entwicklung.
Auch die Außenminister treffen sich im G8-Rahmen
Neben den Gipfeltreffen gibt es regelmäßige Zusammenkünfte der Außenminister der G8, um außenpolitische Fragen zu erörtern. Andere Fachminister treffen sich ebenfalls im G8-Kreis, beispielsweise die Umwelt- oder die Entwicklungsminister. Die G8-Außenminister kamen zuletzt am 10. und 11. April 2013 unter britischem Vorsitz in London zusammen. Die wichtigsten Themen des Treffens waren: die Lage in Syrien, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und der andauernde Konflikt um das iranische Nuklearprogramm.
Mehr zum Treffen der G8-Außenminister in London
Wie funktioniert der G8-Prozess?
Der G8-Prozess besteht aus mehr als nur den Gipfeltreffen. Im Lauf der Jahre hat sich rund um dieses Ereignis zwischen den Regierungen der G8 ein dichter Prozess der politischen Abstimmung entwickelt. Die Themen für den Gipfel und die Ministertreffen werden von hochrangigen Mitarbeitern der Staats- und Regierungschefs und der Minister vorbereitet, die in der G8-Sprache "Sherpas" und "Sous-Sherpas" genannt werden. Diese treffen sich dazu mehrmals im Jahr.
G8-Themen Afrika, Nichtverbreitung, Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität
Die Umsetzung der G8-Afrika-Beschlüsse, an deren Gestaltung das Auswärtige Amt wesentlich mitwirkt, liegt in den Händen des G8-Afrika-Beauftragten der Bundeskanzlerin aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Die G8 beauftragen in Einzelfällen Expertengruppen mit weiterführenden Arbeiten zu einzelnen Themen – wie etwa zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen oder dem internationalen Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. Die dort erarbeiteten Empfehlungen werden bei den Gipfeln von den Staats- und Regierungschefs erörtert und fließen in die Gipfelbeschlüsse mit ein.
Die G8 bleiben auch weiterhin ein informelles Abstimmungsforum. Die Beschlüsse der Gruppe entfalten dennoch politische Bindungswirkung und werden von den G8 mit gemeinsamer Stimme in andere multilaterale Foren eingebracht.
Stand 14.06.2013
