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G7 / G8

Aufgrund der Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine durch die Russische Föderation haben die Staats- und Regierungschefs der G7, also der G8 ohne Russland, am 24. März 2014 beschlossen, nicht am geplanten G8 Gipfel unter russischer Präsidentschaft in Sotschi teilzunehmen. Bereits am 2. März 2014 hatten die G7 alle Vorbereitungen für den Gipfel in Sotschi eingestellt. Stattdessen fand in diesem Jahr der G7-Gipfel am 4. und 5. Juni in Brüssel statt. Deutschland hat seitdem die G7-Präsidentschaft übernommen.

Mehr zur deutschen G7-Präsidentschaft finden Sie hier.

Die G8 basieren auf gemeinsamen Grundsätzen und Werten. Der Ausschluss Russlands aus dem Format gilt solange, bis ein Umfeld hergestellt ist, in dem sinnvolle Gespräche im Rahmen der G8 wieder möglich sind.

Wer gehört zu den G7 / G8?

Der Gruppe der Acht (G8) gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika an; außerdem ist die Europäische Union vertreten. Der Vorsitz innerhalb der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern. 

Im Januar 2014 hatte die Russische Föderation turnusgemäß die G8-Präsidentschaft übernommen. Durch die Absage des G8-Gipfels wurde Sotschi ist die russische G8-Präsidentschaft ausgesetzt. Deutschland hat seit dem G7-Gipfel in Brüssel die Präsidentschaft frühzeitig übernommen, die planmäßig 2015 gestartet wäre.

Erklärung des EU-Gipfels von Brüssel (5. Juni 2014) (PDF, 208 KB)

Schloss Elmau

Schloss Elmau
© Hotel Schloss Elmau

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Schloss Elmau

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Der sichtbarste Teil des Gipfel-Prozesses sind die jährlichen Gipfeltreffen, zu denen die Staats- und Regierungschefs üblicherweise zur Jahresmitte vom Vorsitz eingeladen werden. Diese Treffen bieten ihnen die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch ihre Standpunkte auszutauschen. Sie sind außerdem Ausgangspunkt gemeinsamer Initiativen. Der Gipfel der deutschen Präsidentschaft wird am 4. und 5. Juni 2015 in Schloss Elmau stattfinden.

G7-Gipfel in Brüssel

Der letzte G7-Gipfel fand vom 4. – 5. Juni 2014 in Brüssel statt (letzter G8-Gipfel vom 17.-18. Juni 2013 in Lough Erne in Nordirland). Vorrangige Themen neben aktuellen politischen Krisen waren Energiesicherheit, Klimawandel, Entwicklungsfragen und die Lage der Weltwirtschaft. Deutschland hatte sich bewusst für eine breite Gipfelagenda eingesetz und erfolgreich auf Befassung mit Entwicklungs- und Klimafragen gedrängt. Die G7 bekräftigten die Zusagen früherer Gipfel und starteten eine Initiative zur Unterstützung von Entwicklungsländern beim Abschluss komplexer Rohstoffverträge (CONNEX).

Deutschland sollte nach 1999 und 2007 eigentlich ab dem 1. Januar 2015 erneut für ein Jahr den Vorsitz der G8 übernehmen. Die deutsche G7-Präsidentschaft hat nun vorzeitig mit Ablauf des Brüsseler Gipfels begonnen.

Auch die Außenminister treffen sich im G7/G8-Rahmen

Neben den Gipfeltreffen gibt es regelmäßige Zusammenkünfte der Außenminister der G8, um außenpolitische Fragen zu erörtern. Das G8-Außenministertreffen Ende April 2014 in Moskau wurde mit Blick auf das aktuelle politische Umfeld abgesagt. Die G7-Staats- und Regierungschefs haben am 24. März 2014 in Den Haag ihre Energieminister beauftragt, sich zum Thema Stärkung der kollektiven Energieversorgungssicherheit zu treffen.

Die G8-Außenminister kamen zuletzt am 10. und 11. April 2013 unter britischem Vorsitz in London zusammen. Die wichtigsten Themen des Treffens waren: die Lage in Syrien, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und der andauernde Konflikt um das iranische Nuklearprogramm.

Mehr zum Treffen der G8-Außenminister in London

Wie funktioniert der G8-Prozess?

Der Gipfel-Prozess besteht aus mehr als nur den Gipfeltreffen. Im Lauf der Jahre hat sich rund um dieses Ereignis zwischen den Regierungen der G8 ein dichter Prozess der politischen Abstimmung entwickelt. Die Themen für den Gipfel und die Ministertreffen werden von hochrangigen Mitarbeitern der Staats- und Regierungschefs und der Minister vorbereitet, die in der G8-Sprache "Sherpas" und "Sous-Sherpas" genannt werden. Diese treffen sich dazu mehrmals im Jahr. 

G8-Themen Afrika, Nichtverbreitung, Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität

Die Umsetzung der G8-Afrika-Beschlüsse, an deren Gestaltung das Auswärtige Amt wesentlich mitwirkt, liegt in den Händen des G8-Afrika-Beauftragten der Bundeskanzlerin aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die G8 beauftragen in Einzelfällen Expertengruppen mit weiterführenden Arbeiten zu einzelnen Themen – wie etwa zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen oder dem internationalen Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. Die dort erarbeiteten Empfehlungen werden bei den Gipfeln von den Staats- und Regierungschefs erörtert und fließen in die Gipfelbeschlüsse mit ein.

Die G8 bleiben auch weiterhin ein informelles Abstimmungsforum. Die Beschlüsse der Gruppe entfalten dennoch politische Bindungswirkung und werden von den G8 mit gemeinsamer Stimme in andere multilaterale Foren eingebracht.

Weitere Dokumente finden Sie in der G8-Dokumentensammlung der University of Toronto:

http://www.g8.utoronto.ca/


Stand 31.07.2014