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Kenia

Kultur und Bildung

Stand: April 2016

Bildung

Das kenianische Schulsystem gliedert sich in die obligatorische Grundschule (Primary School – acht Jahre) und die darauf aufbauende freiwillige weiterführende Schule (Secondary School – vier Jahre). Die Grundschulausbildung ist inzwischen gebührenfrei, wodurch Kindern aus ärmeren Schichten (insbesondere aus den Slums) ermöglicht wird, zumindest die Grundschule zu besuchen. Da die bestehenden staatlichen Schulen dem dadurch ausgelösten Ansturm (mehr als 1,3 Millionen zusätzliche Kinder) nicht gewachsen sind, leidet das Grundschulsystem jedoch unter überfüllten Klassen und Lehrermangel. Die chronische Unterfinanzierung des staatlichen Schulsystems führt immer wieder zu Streiks von Lehrern, die eine Erhöhung der Gehälter und Verbesserung der Arbeitsbedingungen fordern. Die Analphabetenrate beläuft sich auf rund 24 Prozent.

Bildungspolitik bleibt daher ein wichtiges Anliegen der Regierung, die derzeit erwägt, das Bildungssystem grundsätzlich umzustrukturieren. Seit Frühjahr 2007 ist teilweise auch die Secondary School gebührenfrei. Im Bereich Secondary School bleibt die Bedeutung von Privatschulen (oftmals nach britischem Vorbild ausgerichtet) für eine qualitativ hochwertige Ausbildung jedoch weiterhin sehr groß.

Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch; Kiswahili ein eigenes Unterrichtsfach.

In der weiterführenden Schule (Secondary School) werden Französisch, Deutsch oder Arabisch (vorwiegend an der Küste) als Fremdsprachen unterrichtet.

Die Hochschulausbildung umfasst ein vierjähriges Studium. Kenia verfügt über sieben staatliche und eine Vielzahl privater Universitäten sowie über mehrere private Forschungseinrichtungen anderer Art. Die Plätze an den staatlichen Hochschulen werden nach einer Rangliste des landesweiten Abschlussexamens der Secondary School verteilt.

Das Goethe-Institut in Nairobi, seit 1963 in Kenia aktiv, bietet Deutschunterricht auf allen Lernstufen an und verfügt über eine eigene Bibliothek. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterhält in Nairobi ein Regionalbüro für Afrika und ist mit einem Lektor an der University of Nairobi vertreten. Ein zweiter Lektor für die Kenyatta University wird aktuell ausgetauscht. Im Mai 2014 wurde das 40-jährige Jubiläum des DAAD in Kenia gefeiert.


Kulturpolitik

Deutschland und Kenia arbeiten intensiv in den Bereichen Bildung, Kultur und Medien zusammen.

Wichtigste Anliegen der kulturellen Zusammenarbeit sind die Förderung von Deutsch als Fremdsprache sowie kultureller Austausch. Deutschland unterstützt vor allem Projekte in den Bereichen Musik, Bildende Kunst und Sport. Ein Leuchtturmprojekt ist die Unterstützung der Kenya Art Fair, durch die mit deutscher Unterstützung die erste kenianische Kunstmesse überhaupt organisiert werden konnte. Bei der Unterstützung lokaler Kultur-Festivals in Kenia, die nicht zuletzt die Versöhnung verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen zum Ziel haben, spielt Deutschland ebenfalls eine wichtige Rolle.

Das 1987 abgeschlossene Kulturabkommen hat sich grundsätzlich bewährt. Die gemischte Kulturkommission tagte 1989 und 2004. Deutschland fördert die deutsche Sprache in Kenia. Besondere Bedeutung genießen dabei die Sprachkurse des Goethe-Instituts sowie die Partnerschulinitiative PASCH mit drei Partnerschulen in Kenia, die alle im Jahr 2010 offiziell eingeweiht wurden. Der DAAD vergibt in Kenia Stipendien und fördert Hochschulkooperationen zwischen Deutschland und Kenia. In Kenia wird die Deutsche Schule Nairobi aufgrund ihres bilingualen Kindergartens auch von Eltern ohne Deutschlandbezug sehr geschätzt.


Medien

In den TV- und Printmedien ist grundsätzlich eine freie und regierungskritische Berichterstattung möglich. Die Medien gehören zu den wenigen, im afrikanischen Vergleich vergleichsweise gut funktionierenden Institutionen in Kenia. Seit langem übernehmen sie die Rolle der Opposition als kritischer Beobachter der kenianischen Politik. Dennoch bleibt der Einfluss einzelner Führungspersönlichkeiten des Landes im Medienbereich deutlich sichtbar, was sich beispielsweise bei der Berichterstattung über die Strafverfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof zeigt. Medienvertreter kritisierten in jüngster Vergangenheit  Versuche der Politik, die Medienfreiheit vor dem Hintergrund der Terrorismusbekämpfung gesetzlich einzuschränken.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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