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Kenia

Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: Mai 2012

Bildung

Das kenianische Schulsystem gliedert sich in die obligatorische Grundschule (Primary School – acht Jahre) und die darauf aufbauende freiwillige weiterführende Schule (Secondary School – vier Jahre). Die Grundschulausbildung ist inzwischen gebührenfrei, wodurch Kindern aus ärmeren Schichten (insbesondere aus den Slums) ermöglicht wird, zumindest die Grundschule zu besuchen. Da die bestehenden staatlichen Schulen dem dadurch ausgelösten Ansturm (mehr als 1,3 Millionen zusätzliche Kinder) nicht gewachsen sind, leidet das Grundschulsystem jedoch unter überfüllten Klassen und Lehrermangel. Bildungspolitik bleibt daher ein wichtiges Anliegen der Regierung, die derzeit erwägt, das Bildungssystem grundsätzlich umzustrukturieren. Seit Frühjahr 2007 ist teilweise auch die Secondary School gebührenfrei. Im Bereich Secondary School bleibt die Bedeutung von Privatschulen (oftmals nach britischem Vorbild ausgerichtet) für eine qualitativ hochwertige Ausbildung jedoch weiterhin sehr groß.

Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch; Kiswahili ein eigenes Unterrichtsfach.

In der weiterführenden Schule (Secondary School) werden Französisch, Deutsch oder Arabisch (vorwiegend an der Küste) als Fremdsprachen unterrichtet.

Die Hochschulausbildung umfasst ein vierjähriges Studium. Kenia verfügt über sieben staatliche und eine Vielzahl privater Universitäten (ca. 11) sowie über mehrere private Forschungseinrichtungen anderer Art. Die Plätze an den staatlichen Hochschulen werden nach einer Rangliste des landesweiten Abschlussexamens der Secondary School verteilt.

Das Goethe-Institut in Nairobi bietet Deutschunterricht auf allen Lernstufen an und verfügt über eine eigene Bibliothek. Der DAAD unterhält in Nairobi ein Regionalbüro für Afrika und ist mit derzeit einem Lektor an der öffentlichen Universität, Kenyatta University in Nairobi vertreten.


Kulturpolitik

Ein wichtiges Ziel der kenianischen Kulturpolitik ist der Erhalt und die Restaurierung von Kulturdenkmälern. Deutschland unterstützt dies beispielsweise mit der geplanten Restaurierung des ehemaligen Deutschen Postamts in Lamu. Aus Mitteln für den Kulturerhalt hat die Botschaft zudem 2009/2010 die Restaurierung des "casting building" des Nationalmuseums in Nairobi finanziert, in dem Replikate der urzeitlichen Knochensammlung des Museums hergestellt werden. Schließlich wurde 2007/2008 mit deutschen Mitteln die Ludwig-Krapf-Gedenkstätte in Mombasa restauriert, die an das Wirken des Afrikaforschers und Missionars Ludwig Krapf in Ostafrika erinnert.


Medien

In den TV- und Printmedien ist grundsätzlich eine freie und regierungskritische Berichterstattung möglich. Die Medien gehören zu den wenigen, im afrikanischen Vergleich vergleichsweise gut funktionierenden Institutionen in Kenia. Seit Bildung der sogenannten Großen Koalition übernehmen sie mehr und mehr die Rolle der Opposition als kritischer Beobachter der kenianischen Politik. Dennoch bleibt der Einfluss einzelner Führungspersönlichkeiten des Landes im Medienbereich deutlich sichtbar, was sich weiterhin bei der Berichterstattung über die Strafverfahren vor dem IStGH sowie über die Bildung von politischen Allianzen und die Vorbereitung der nächsten Wahlen gezeigt hat.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.