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USA Vereinigte Staaten

Beziehungen zwischen den USA und Deutschland

Stand: Oktober 2014

Politische Beziehungen

Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine lange, gewachsene Freundschaft. Sie teilen gemeinsame Erfahrungen, Werte und Interessen, auch wenn es immer wieder Kontroversen gibt. Im jüngsten US-Zensus 2010 gaben 15,2 Prozent der Befragten an, deutsche Wurzeln zu haben. Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall Plan wirtschaftliche Hilfe geleistet und politische Hilfestellung gegeben.  Ohne die Vereinigten Staaten als Garant der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges und ohne die amerikanische Unterstützung bei der deutschen Wiedervereinigung wäre diese Wiedervereinigung in Freiheit nicht zu erreichen gewesen.

Die transatlantische Partnerschaft wird auch in Zukunft für unsere Freiheit und auch für unseren wirtschaftlichen Erfolg von überragender Bedeutung bleiben.

Ein elementarer Pfeiler des bilateralen Verhältnisses ist die transatlantische Sicherheitsgemeinschaft (NATO), die für uns Deutsche von herausragender Bedeutung bleibt. Die umfassende sicherheitspolitische Zusammenarbeit Deutschlands und der USA hat sich in ihren Schwerpunkten immer wieder weiterentwickelt, einer liegt auf der Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

Gemeinsam mit den Verbündeten und Partnern in EU und NATO hilft Deutschland bei Krisen- und Konfliktbewältigung weltweit, etwa in der Ukraine, in Afghanistan und im Nahen und Mittleren Osten, durch diplomatisches und z.T. auch militärisches Engagement sowie durch Aufbauhilfe für Polizeikräfte und Entwicklungshilfe.

Aktuell prägende Themen des bilateralen Verhältnisses sind darüber hinaus eine noch engere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die aktuelle Diskussion um Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre. Ein strategisch angelegter, transatlantischer Dialog über das Verhältnis von Sicherheit und Frieden im digitalen Zeitalter, an dem sich neben Regierungsvertretern auch Parlamentarier, Wirtschaft, Wissenschaft  und die Zivilgesellschaft beteiligen sollen, ist begonnen.

Im wirtschaftlichen Bereich eröffnet die zurzeit zwischen der EU und den USA verhandelte Transatlantische Handels-und Investitionspartnerschaft (TTIP) großes wirtschaftliches Potential. Hieraus können allein in Deutschland mehrere Hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Die engen Kontakte der Regierungsstellen beider Länder unterstreichen auch die regelmäßigen Besuche von Bundeskanzlerin Merkel und ihrer Kabinettsmitglieder in den USA wie die Gegenbesuche von amerikanischer Seite. Präsident Obama besuchte Deutschland zuletzt am 19.06.2013. Am Brandenburger Tor hielt er eine Rede und schlug eine Abrüstungsinitiative vor. Nach Beginn der zweiten Amtszeit Obamas war Deutschland das erste Land, das (am 1. Februar 2013) von US-Vizepräsident Biden besucht wurde. Auch Außenminister Kerry reiste gleich zu Beginn seiner Amtszeit am 26. Februar 2013 nach Berlin und bezeichnete Deutschland als "zweifellos einen der stärksten und wirksamsten Verbündeten auf der Welt". Ein wichtiges Element in den bilateralen Beziehungen ist außerdem der intensive Meinungsaustausch zwischen deutschen und amerikanischen Parlamentariern, der auch zwischen den parlamentarischen Kontrollgremien für die Nachrichtendienste intensiviert werden soll.

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist das Verhältnis zu den ca. sechs Millionen jüdischen Amerikanern, die zu einem erheblichen Teil deutscher Herkunft sind, von besonderer Bedeutung. Bundesregierung und Bundestag pflegen intensive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen großen Wert auf den Dialog mit ihnen, um mit den Verbrechen der NS-Herrschaft aktiv umzugehen, soweit als möglich Wiedergutmachung zu leisten und das gegenseitige Verständnis zu fördern.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind weitgehend problemfrei. Im Rahmen der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft, über die seit 2013 zwischen der EU und den USA verhandelt wird, können sich zusätzliche Chancen eröffnen. Die USA sind wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU, Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der USA in Europa. Gemessen am Gesamtvolumen (Importe + Exporte) des bilateralen Warenverkehrs der USA liegt Deutschland weiterhin auf dem fünften Platz nach Kanada, China, Mexiko und Japan. In Deutschland liegt der bilaterale Warenverkehr mit den USA an vierter Stelle nach den Niederlanden, China und Frankreich. Der bilaterale Warenhandel belief sich Ende 2013 auf ca. US$ 162 Mrd. 

2010201120122013
US-Exporte nach Deutschland (in Mrd. US$)48,249,148,747,4
US-Importe aus Deutschland (in Mrd. US$)82,798,4108,5114,6

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)

Deutschland und die USA sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Das bilaterale Investitionsvolumen belief sich Ende 2013 auf US$ 326 Mrd. (Bestand deutscher Direktinvestitionen in den US$ 208 Mrd.; Bestand US-Investitionen in Deutschland: US$ 118 Mrd.).

Die amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland blieben Ende 2013 mit rund US$ 118,3 Mrd. gegenüber dem Vorjahr (circa US$ 118,1 Mrd.) unverändert. Der Bestand der unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen in den USA lag Ende 2013 mit rund US$ 208 Mrd. über dem Wert des Vorjahres (etwa US$ 201 Mrd.). Deutschland ist siebtgrößter ausländischer Investor in den USA, nach Großbritannien, Japan, den Niederlanden, Kanada, Frankreich und der Schweiz. Deutschland steht bei den ausländischen Direktinvestitionen der USA an elfter Stelle.

2010201120122013
Dt. Direktinvestitionen in den USA (in Mrd. US-$)203,0213,6201,1,0208,8
US-Direktinvestitionen in Deutschland (in Mrd. US-$)103,3119,6118,1118,3

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik - als Touristen, Teilnehmer der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler, Wissenschaftler, Schüler und Studenten.

Rund 17 Millionen amerikanische Soldaten haben seit dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Familien in Deutschland gelebt, Deutschland schätzen gelernt und den "American way of life" nach Deutschland gebracht. Deutsch ist nach Spanisch und Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache an privaten Sekundarschulen und an Colleges und Universitäten.

Über 50 Millionen und damit rund 15 Prozent der Amerikaner sind deutscher Abstammung. Deutsch-Amerikaner stellen jedoch keine geschlossene Interessengruppe dar. Zahlreiche deutsch-amerikanische Vereine widmen sich der Brauchtumspflege.


Militärische Beziehungen

Die militärischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA, gewachsen im Kalten Krieg und weiterentwickelt nach dem Fall der Mauer, sind geprägt von gemeinsamen Werten, beidseitigen Stationierungen und vor allem jedoch von gemeinsamen Einsätzen. Deutsche militärische Beiträge im Rahmen der Krisen- und Konfliktbewältigung sind dabei für die Vereinigten Staaten militärisch nicht nur relevant, sondern militärpolitisch von hoher Bedeutung. So ist Deutschland, neben Großbritannien, für die USA in Afghanistan der wesentliche Partner zur Ausplanung und Umsetzung der ISAF Folgemission „Resolute Support“ (RSM). Gemeinsam unterstützen sie die afghanische Regierung beim Aufbau von Stabilität und Wahrung der inneren Sicherheit.

Deutschland ist und bleibt für die amerikanischen Streitkräfte einer der größten Friedensstationierungsorte außerhalb der USA. Die beiden einzigen nicht in den USA stationierten militärischen Regionalkommandos der US-Streitkräfte (von insgesamt sechs) befinden sich in Stuttgart. Das größte Militärhospital der USA außerhalb des eigenen Landes befindet sich bei Landstuhl und ist unter anderem die erste Station für im Einsatz beispielsweise in Afghanistan verwundete US-Soldaten. Gemeinsame Übungen, intensiver Erfahrungsaustausch sowie die Weiterentwicklung von Einsatzverfahren sind logische Konsequenz der gewachsenen Zusammenarbeit.

Umgekehrt werden Soldaten der Bundeswehr in den USA in Einrichtungen der amerikanischen Streitkräfte ausgebildet, nehmen regelmäßig an gemeinsamen Übungen teil und arbeiten integriert in Stäben sowohl in den USA als auch in Deutschland. Die kürzlich erfolgte Ernennung eines deutschen Generals zum Stabschef im Hauptquartier der US Armee in Europa mit Sitz in Wiesbaden ist jüngster Höhepunkt und Ausdruck der tiefgehenden Integration und des in den Einsätzen gewachsenen gegenseitigen Vertrauens. Auch im wehrtechnischen Bereich besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Eine deutsche Verbindungsstelle für Rüstungsangelegenheiten in den USA sowie eine Reihe von Verbindungsbeamten bei wichtigen amerikanischen Dienststellen stellen dies sicher.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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