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USA Vereinigte Staaten

Beziehungen zwischen den USA und Deutschland

Stand: April 2014

Politische Beziehungen

Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine historisch gewachsene Freundschaft. Sie teilen gemeinsame Erfahrungen, Werte und Interessen, auch wenn es immer wieder kontroverse Themen gibt. Im jüngsten US-Zensus 2010 gaben 15,2 Prozent der Befragten an, deutsche Wurzeln zu haben. Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall Plan wirtschaftliche Hilfe geleistet und politische Hilfestellung gegeben. 

Ohne die Vereinigten Staaten als Garant der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges und ohne die amerikanische Unterstützung bei der deutschen Wiedervereinigung wäre diese Wiedervereinigung in Freiheit nicht zu erreichen gewesen. Die transatlantische Partnerschaft wird auch in Zukunft für unsere Sicherheit, unsere Freiheit und auch für unseren wirtschaftlichen Erfolg von überragender Bedeutung bleiben. 

Beide Länder sind freiheitliche und offene, demokratisch verfasste Gesellschaften. Sie verfolgen auf internationaler Bühne u.a.  in den Vereinten Nationen gemeinsam die Ziele von Freiheit, Demokratie und individuellen Menschenrechten und von freiem Handel, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung. 

Ein elementarer Pfeiler des bilateralen Verhältnisses ist die transatlantische Sicherheitsgemeinschaft (NATO). Das transatlantische Bündnis bleibt für uns Deutsche von herausragender Bedeutung. Es gibt kaum ein Land, das von dieser Partnerschaft, dieser Freundschaft, so profitiert hat wie Deutschland. Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit Deutschlands und der USA hat sich in ihren Schwerpunkten immer wieder weiterentwickelt, ist unverändert umfassend und intensiv und wird dies auch in Zukunft sein. Heute liegt einer der Schwerpunkte bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. 

Gemeinsam mit den Verbündeten und Partnern in EU und NATO hilft Deutschland bei Krisen- und Konfliktbewältigung weltweit, etwa in der Ukraine, in Afghanistan, auf dem Balkan und im Nahen Osten, durch diplomatisches und z.T. auch militärisches Engagement sowie durch Aufbauhilfe für Polizeikräfte und Entwicklungshilfe. 

Aktuell prägende Themen des bilateralen Verhältnisses sind darüber hinaus eine noch engere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die aktuelle Diskussion um Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre. Ziel gegenwärtiger Gespräche  ist die Einrichtung eines strategisch angelegten, transatlantischen Dialogs über das Verhältnis von Sicherheit und Frieden im digitalen Zeitalter. Die außenpolitische Zusammenarbeit mit den USA bei der internationalen Krisenbewältigung z.B. in der Ukraine, in Syrien, mit Iran und im Nahen Osten ist enger und besser denn je. 

Im wirtschaftlichen Bereich eröffnet die zur Zeit zwischen der EU und den USA verhandelte Transatlantische Handels-und Investitionspartnerschaft (TTIP) großes wirtschaftliches Potential. Hieraus können allein in Deutschland mehrere Hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die engen Kontakte der Regierungsstellen beider Länder unterstreichen auch die regelmäßigen Besuche von Bundeskanzlerin Merkel und ihrer Kabinettsmitglieder in den USA wie die Gegenbesuche von amerikanischer Seite. Präsident Obama besuchte Deutschland zuletzt am 19.06.2013. Am Brandenburger Tor hielt er eine Rede und schlug eine Abrüstungsinitiative vor. Nach Beginn der zweiten Amtszeit Obamas war Deutschland das erste Land, das (am 1. Februar 2013) von US-Vizepräsident Biden besucht wurde. Auch Außenminister Kerry reiste gleich zu Beginn seiner Amtszeit am 26. Februar 2013 nach Berlin und bezeichnete Deutschland als "zweifellos einen der stärksten und wirksamsten Verbündeten auf der Welt". Ein wichtiges Element in den bilateralen Beziehungen ist auch der intensive Meinungsaustausch zwischen deutschen und amerikanischen Parlamentariern, der auch zwischen den parlamentarischen Kontrollgremien für die Nachrichtendienste intensiviert werden soll. 

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist das Verhältnis zu den ca. sechs Millionen jüdischen Amerikanern, die zu einem erheblichen Teil deutscher Herkunft sind, von besonderer Bedeutung. Bundesregierung und Bundestag pflegen intensive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen großen Wert auf den Dialog mit ihnen, um mit den Verbrechen der NS-Herrschaft aktiv umzugehen, soweit als möglich Wiedergutmachung zu leisten und das gegenseitige Verständnis zu fördern.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind weitgehend problemfrei. Im Rahmen der auf deutsche Initiative 2007 ins Leben gerufenen "Transatlantic Economic Partnership" und des daraus hervorgegangenen Transatlantischen Wirtschaftsrates eröffnen sich zusätzliche Chancen. Die USA sind wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU, Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der USA in Europa. Gemessen am Gesamtvolumen (Importe + Exporte) des bilateralen Warenverkehrs der USA liegt Deutschland weiterhin auf dem fünften Platz nach Kanada, China, Mexiko und Japan. In Deutschland liegt der bilaterale Warenverkehr mit den USA an vierter Stelle nach den Niederlanden, China und Frankreich. Der bilaterale Warenhandel belief sich Ende 2013 auf ca. 162 Mrd US$. 

20092010201120122013
US-Exporte nach Deutschland (in Mrd. US$)43,348,249,148,747,4
US-Importe aus Deutschland (in Mrd. US$)71,482,798,4108,5114,6

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)

Deutschland und die USA sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Das bilaterale Investitionsvolumen belief sich Ende 2012 auf US$ 320 Mrd. (Bestand deutscher Direktinvestitionen in den US$ 199 Mrd.; Bestand US-Investitionen in Deutschland: US$ 121 Mrd.).

Die amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland sind Ende 2012 mit rund US$ 121 Mrd. gegenüber dem Vorjahr (circa US$ 106 Mrd.) um knapp 14% gestiegen. Der Bestand der unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen in den USA lag Ende 2012 mit rund US$ 199 Mrd. unter dem Wert des Vorjahres (etwa US$ 215 Mrd.). Deutschland ist achtgrößter ausländischer Investor in den USA, nach Großbritannien, Japan, den Niederlanden, Kanada, Frankreich, Schweiz und Luxemburg. Deutschland steht bei den ausländischen Direktinvestitionen der USA an elfter Stelle.

20082009201020112012
Dt. Direktinvestitionen in den USA (in Mrd. US-$)201,4218,1212,9215,9199,0
US-Direktinvestitionen in Deutschland (in Mrd. US-$)108,2116,8105,8106,8121,1

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik - als Touristen, Teilnehmer der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler, Wissenschaftler, Schüler und Studenten.

Rund 17 Mio. amerikanische Soldaten haben seit dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Familien in Deutschland gelebt, Deutschland schätzen gelernt und den "American way of life" nach Deutschland gebracht. Deutsch ist nach Spanisch und Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache an privaten Sekundarschulen und an Colleges und Universitäten.

Über 50 Mio. und damit rund 15 Prozent der Amerikaner sind deutscher Abstammung. Deutsch-Amerikaner stellen jedoch keine geschlossene Interessengruppe dar. Zahlreiche deutsch-amerikanische Vereine widmen sich der Brauchtumspflege.


Militärische Beziehungen

Die militärischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA stehen auf einem breiten Fundament, dessen historische Wurzeln bis weit ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Heute stehen deutsche und amerikanische Soldaten Seite an Seite im weltweiten Einsatz und leisten einen gemeinsamen Beitrag zu Stabilität und Frieden in der Welt.

So ist Deutschland beispielsweise in Afghanistan nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller. Gemeinsam unterstützen sie die afghanische Regierung beim Aufbau von Stabilität und Wahrung der inneren Sicherheit.  So sind im dortigen, militärischen Regionalkommando Nord auch etwa 2500 US-Soldaten dem Kommando eines deutschen Generals unterstellt.

Deutschland ist und bleibt für die amerikanischen Streitkräfte einer der größten Friedensstationierungsorte außerhalb der USA Die beiden einzigen, nicht in den USA stationierten militärischen Regionalkommandos der US-Streitkräfte (von insgesamt sechs) befinden sich in Stuttgart. Das größte Militärhospital der USA außerhalb des eigenen Landes befindet sich bei Landstuhl und ist unter anderem die erste Station für im Einsatz in Afghanistan verwundete US-Soldaten. Gemeinsame Übungen, intensiver Erfahrungsaustausch sowie die Weiterentwicklung von Einsatzverfahren und Waffensystemen sind logische Konsequenz der gewachsenen Zusammenarbeit.

Umgekehrt werden Soldaten der Bundeswehr in den USA in Einrichtungen der amerikanischen Streitkräfte ausgebildet und nehmen regelmäßig an gemeinsamen Übungen teil. Dies betrifft insbesondere Piloten der Luftwaffe, aber auch ausgewählte andere Fähigkeiten. So waren wiederholt deutsche Luftverteidigungs-Fregatten in US-amerikanische Flugzeugträgergruppen integriert.

Auch im wehrtechnischen Bereich besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Eine deutsche Verbindungsstelle für Rüstungsangelegenheiten in den USA sowie eine Reihe von Verbindungsbeamten bei wichtigen amerikanischen Dienststellen stellt dies sicher. Im Rahmen von Austauschprogrammen wurden seit 1964 über 1.600 Angehörige des Rüstungsbereichs für jeweils ein Jahr bei den US-Streitkräften eingesetzt; umgekehrt nahmen bereits rund 160 Angehörige des amerikanischen Rüstungsbereichs Aufgaben in Bundeswehrdienststellen wahr.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.