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Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Lateinamerikas weltweite wirtschaftliche und politische Bedeutung ist in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen. Der Kontinent beherbergt zudem die größte Fläche an tropischem Regenwald weltweit und über 40 Prozent der globalen Artenvielfalt. Bei der Lösung globaler Zukunftsfragen, um den Regenwald zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen, ist eine starke Kooperation mit Lateinamerika unerlässlich.

Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)

Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)
© Photothek/Köhler

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Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)

Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)

Kaffeeverabreitungszentrum einer indigenen Gemeinde der Kogi (Kolumbien), das durch Deutschland unterstützt wird (Archiv)

Eine Fiskal- und Steuerpolitik, die auf sozialen Ausgleich zielt, ist maßgeblich für sozialen Frieden und die Stärkung der Demokratie. Um sich langfristig erfolgreich in die Weltmärkte und die Weltpolitik zu integrieren, ist es auch notwendig, soziale Sicherungssysteme zu festigen und eine Förderung des sozialen Dialogs voranzubringen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich seit über 50 Jahren erfolgreich in der Region und begleitet und unterstützt die Länder Lateinamerikas auf diesem Weg.

Deutschland fördert bilaterale Entwicklungsmaßnahmen in den Ländern Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko und Peru. Mit Costa Rica, El Salvador, Nicaragua, Paraguay und der Karibik arbeitet die deutsche Entwicklungspolitik regional oder thematisch fokussiert zusammen. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Lateinamerika als einem zentralen Partner beim Schutz globaler öffentlicher Güter liegt auf dem Umwelt- und Klimaschutz.

Lateinamerika ist ein Kontinent der sozialen Gegensätze und Ungleichheit. Fast 30 Prozent der Bevölkerung – rund 167 Millionen Menschen – gelten als arm. Ganze Bevölkerungsteile bleiben vom Entwicklungsprozess ausgeschlossen. In mehreren Ländern schaffen berufliche Perspektivlosigkeit für die Jugend und organisierte Kriminalität Nährboden für Gewalt.

Zahlreiche lateinamerikanische Länder setzen bereits eigene Entwicklungsmaßnahmen in Drittländern um. Dreieckskooperationen als Bindeglied zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Süd-Süd-Kooperation in Lateinamerika und der Karibik entwickelt das BMZ zu einem etablierten Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit weiter.

Natürliche Ressourcen schützen und nachhaltig nutzen

Der lateinamerikanische Kontinent beheimatet weltweit die größte Fläche an tropischem Regenwald. Als globale "Lunge" bindet dieser durchschnittlich 660 Tonnen CO2 pro Hektar und leistet damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig verfügt Lateinamerika über circa 30.000 Kilometer Meeresküste, an der über 13.000 Tier- und Pflanzenarten leben. Während in Brasilien der Schutz des Tropenwaldes eine wichtige Rolle spielt, unterstützt Deutschland in Zentralamerika die Schaffung eines Biokorridors, der von Mexiko bis nach Panama geht. In Zusammenarbeit mit indigenen Organisationen fördert das BMZ die Stärkung nachhaltiger Wertschöpfungsketten aus der Waldbewirtschaftung.

Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen

Beim Klimaschutz unterstützt Deutschland seine Kooperationspartner dabei, die richtigen Weichen für eine gesicherte und saubere Energieversorgung zu stellen: Verbesserung der Energieeffizienz, Förderung erneuerbarer Energien und Unterstützung der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder. So konnten in den letzten Jahren die Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien in Lateinamerika mit deutscher Unterstützung um mehr als 1.000 Megawatt ausgeweitet werden. Außerdem trägt Deutschland in Zentralamerika und dem Andenraum dazu bei, das Potenzial an geothermischer Energie besser nutzbar zu machen. 

Friedliche Gesellschaften fördern, entwicklungsorientierte Regierungsführung stärken, Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und Berufsbildung fördern

Lateinamerika gilt inzwischen im internationalen Vergleich als friedliche Region. In der jüngeren Vergangenheit konnten zwischenstaatliche Konflikte weitgehend über internationale Mechanismen moderiert werden. Die Deutsche Entwicklungspolitik unterstützt diese Friedensprozesse und leistet Beiträge zur Aussöhnung und Wiedergutmachung. So wurden im Rahmen der zentralamerikanischen Sicherheitsstrategie Maßnahmen der Jugendgewaltprävention unterstützt.

Auch wenn die meisten Länder Lateinamerikas über demokratische Regierungssysteme verfügen, stehen sie weiterhin vor der Herausforderung, alle Gesellschaftsgruppen gleichermaßen an der Entwicklung ihrer Länder teilhaben zu lassen. Die deutsche Entwicklungspolitik unterstützte unter anderem durch Programme zur Staats- und Steuerreform, Dezentralisierung und Bürgerbeteiligung. Außerdem wurden regionale Institutionen und Mechanismen der Konfliktbeilegung und des Rechts auf Zugang zur Justiz und Stärkung der Menschenrechte gestärkt.

Eine besondere Bedeutung kommt auch der Zusammenarbeit zwischen entwicklungspolitischen Akteuren und der Privatwirtschaft zu. Viele der lateinamerikanischen Staaten eignen sich besonders für PuplicPrivatePartnership-Ansätze (PPP). Auch die Berufsbildung soll durch gezielte Berücksichtigung als Querschnittsthema besonders gefördert werden.

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Stand 16.06.2017

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