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Äquatorialguinea

Wirtschaftspolitik

Stand: März 2016

Wirtschaftsstruktur

Äquatorialguinea veröffentlicht nahezu keine Statistiken. Alle genannten Zahlen beruhen daher auf Schätzungen und sind mit Vorsicht zu verwenden.

Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird von Erdöl und Gas dominiert. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 90 Prozent. Die tägliche Gesamtförderung von Erdöl und Gas beläuft sich 2014 laut Fachliteratur auf etwa 269.000 Fass. Damit ist das Land der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Die Förderung erfolgt überwiegend durch US-amerikanische Firmen (u. a. Exxon Mobil, Marathon Oil).

Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist die Bauwirtschaft, da der Großteil der Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung für Bau- und Infrastrukturmaßnahmen verausgabt wird. Einziges auf diesem Sektor tätiges ehemals deutsches Unternehmen ist die Firma DYWIDAG (jetzt STRABAG), die einen Flughafen auf dem Festland in Mongomoyen gebaut hat. Sie hat vor kurzem den Vertrag über die Aufsicht für den Bau des Abfertigungsterminals mit einer Laufzeit von zwei Jahren bekommen.

Der Holzexport ist stark rückläufig. Die Landwirtschaft ist auf das Niveau bäuerlicher Subsistenzwirtschaft zurückgegangen. Dies ist besonders bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird importiert.

Der Ölreichtum lähmt die private Initiative, entsprechend schwach ist der Privatsektor im Bereich Produktion. Die Mitglieder der herrschenden Schicht investieren in Immobilien, Handel und Dienstleistung, insbesondere im Hotelgewerbe.

Die Mehrzahl der Bevölkerung, die keine Beschäftigung im Erdöl- oder Bausektor bzw. im tertiären Sektor oder im aufgeblähten öffentlichen Sektor findet, lebt weiterhin in sehr bescheidenen Verhältnissen.

Beim Index der Menschlichen Entwicklung des UNDP 2015 steht Äquatorialguinea auf Platz 138 von 188 Ländern. Die Lebenserwartung liegt bei 57,6 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 69,3 von 1.000 Geburten, Ausdruck der sehr schlechten sanitären Verhältnisse für die große Mehrheit der Bevölkerung. Im Bereich der medizinischen Versorgung und beim Zugang zu sauberem Trinkwasser besteht großer Nachholbedarf, hier hat die Regierung erst kürzlich zu investieren begonnen. Internationale Ölfirmen finanzieren Programme zur Bekämpfung von tropischen Krankheiten (z. B. Malaria durch Marathon Oil und Noble Energy).


Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC und der Franc-Zone an.
Aufgrund seines Öl- und Gasreichtums ist Äquatorialguinea ein umworbener Handelspartner. Hauptexportländer für Öl sind die USA, China und Spanien, (verflüssigtes) Gas wird hauptsächlich nach Indien, Japan, Südkorea und China exportiert.

Hauptherkunftsländer für Importe nach Äquatorialguinea sind die USA, Spanien, China und Frankreich. 2014 betrug der Umsatz des deutschen Außenhandels mit Äquatorialguinea 83,3 Millionen Euro, der Außenhandelssaldo belief sich auf minus 44,8 Millionen Euro. Deutschland exportierte 2014 Waren im Wert von 19,2 Millionen Euro nach Äquatorialguinea (2013: 25,7 Millionen Euro), die Importe betrugen 64 Millionen Euro (2013: 81,3 Millionen Euro).

Wichtigster Investor in Äquatorialguinea sind die USA, es gibt keine nennenswerten deutschen Investitionen in Äquatorialguinea. Im Ease of Doing Business Bericht 2015 der Weltbank belegt Äquatorialguinea Platz 165 von 189 Ländern.

Die Höhe der Staatsschulden hat sich mit dem Ölpreisverfall vervielfacht. Belastbare Zahlen sind nicht verfügbar.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die Einnahmen aus Öl- und Gasförderung gehen zurück. Dies ist einerseits Folge zurückgehender Fördermengen erschlossener Ölfelder, ausbleibender Investitionen in Erschließung neuer Quellen sowie auf die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt. Das BIP (nominal) für 2014 wird auf 13,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, ein Rückgang zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl von ergibt sich daraus rechnerisch ein Pro-Kopf-BIP von rund 18.000 US-Dollar (nominal).

Die Bautätigkeit lässt nach, da der Regierung das Geld ausgeht; mehrere Unternehmen sahen sich in der Folge gezwungen, Arbeiten einzustellen und Beschäftigte zu entlassen.

Die hohe Konsumnachfrage der Wohlhabenden hat in Verbindung mit fehlendem Wettbewerb im Einzelhandel und der weit verbreiteten Korruption in den beiden Städten Malabo und Bata zu einem überhöhten Preisniveau bei Wohnen und Konsumgütern geführt. Die Inflationsrate lag 2014 nach Angaben des IWF bei rund vier Prozent.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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