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Äquatorialguinea

Wirtschaftspolitik

Stand: November 2012

Wichtige Wirtschaftszweige

Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird vom Erdöl dominiert. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei rund 91 Prozent. Von 1998 bis 2009 wies das Bruttoinlandsprodukt in den meisten Jahren zweistellige Wachstumsraten auf. Seit 2010 verzeichnet das Land einstellige Zuwachsraten, so in 2011 rund 7 Wachtum des Bruttoinlandsprodukts.

Die durchschnittliche tägliche Produktion von Erdöl und Gas wird  vom Ministerium für Bergbau, Energie und Industrie mit 400.000 Fass beziffert. Damit ist das Land der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Prognosen gehen von einer leicht sinkenden Öl- und von einer steigenden Gasförderung aus. Mit einer 2001 in Betrieb genommenen Methanolanlage hat die Nutzung der Gasreserven begonnen. Im Mai 2007 ging die erste Gasverflüssigungsanlage (LNG) in Betrieb. Äquatorialguinea ist damit 14. Herstellungsland von Flüssiggas weltweit. Am 23.12. 2008 wurde Äquatorialguinea 16. Mitglied des Forums Gas exportierender Länder. Im Umfeld der Erdölgesellschaften haben sich rund 800 ausländische Unternehmen niedergelassen, die vor allem im Servicebereich tätig sind. Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist die Bauwirtschaft. Straßen- und Städtebau boomen. Der Holzexport ist stark rückläufig. Die Landwirtschaft ist auf das Niveau bäuerlicher Subsistenzwirtschaft zurückgegangen. Dies ist besonders bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird aus den Nachbarländern importiert.

Eigene privatwirtschaftliche Aktivitäten von Äquatorialguineern sind insgesamt selten, in den meisten Fällen bieten sie sich als Teilhaber von Ausländern gegründeten Firmen an.

Die äquatorialguineischen Ausfuhren – davon 90 Prozent Erdöl- und Erdölprodukte – beliefen sich 2011 auf rund 15. Milliarden US-Dollar. Hauptabnehmer waren China, die USA und Spanien. Die Einfuhren betrugen in 2011 7,3 Milliarden US-Dollar ( Quelle Index Mundi)

Nach Deutschland wurden in 2011 Ausfuhren in Höhe von 29,3 Mio. Euro realisiert, Äquatorialguine bezog aus Deutschand Güter und Dienstleistungen in Höhe von 36, 3 Mio. Euro (Quelle: Bundesamt für Statistik).

Die geschätzte Auslandsverschuldung belief sich in 2011 auf etwa 800 Millionen US-Dollar (Quelle: Index Mundi).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt wird für 2011 auf 3 Milliarden Euro geschätzt (Quelle BEAC). Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft und der Franc-Zone an. Nach Einschätzung der Banque des États de l´Afrique Centrale (BEAC) ist Äquatorialguinea das einzige Land dieser Staatengemeinschaft, das sämtliche von der Bank bestimmten Stabilitätskriterien erfüllt. Äquatorialguinea stellt über die Hälfte der gesamten Kapitaleinlagen der BEAC.

Experten des Internationalen Währungsfond beraten die Regierung in Haushaltssachen sowie bei Reformen des Beschaffungswesens und der Einführung der Rechnungsprüfung für Behörden und Regierung.

Wirtschaftsbeziehungen und -perspektiven

Im November 2007 fand die Zweite Nationale Wirtschaftskonferenz in Bata statt. Äquatorialguinea hat sich eine Strategie zu nachhaltigem breiterem Wachstum in Vorbereitung auf die Zeit nach dem Erdölboom vorgenommen. Bis 2020 will das Land den Entwicklungsschritt zum Schwellenland schaffen.

Die Regierung investierte in einer ersten Etappe ihren Erdölreichtum neben dem Wohnungsbau vor allem in Infrastruktur. Das auf einen Festlandsteil und mehrere Inseln verteilte Staatsgebiet Äquatorialguineas macht die politische und wirtschaftliche Einheit des Landes in besonderem Maße von guten Verkehrsverbindungen abhängig. Hier sind in den zurückliegenden zehn Jahren große Fortschritte erzielt worden. Das Land verfügt heute über ein fast vollständig ausgebautes Netz an modernsten Straßen, Flughäfen und Häfen.

Im November 2011 wurde mit einer Industrialisierungskonferenz die zweite Etappe die Diversifizierung der Wirtschaft und Reduzierung der extremen Importabhängikeit angestoßen. Präsidente Obiang strebt den Aufbau von Produktionsanlagen in den Bereichen Baustoffindustrie, Lebensmittelproduktion und Petrochemie an. 

In Äquatorialguinea gibt es einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften im Lande. Die Vorschrift, dass Unternehmen nicht mehr als 10 Prozent ausländische Mitarbeiter beschäftigen dürfen erschwert Investitionen.

Außenwirtschaftsbeziehungen

Die Außenwirtschaftsbeziehungen Äquatorialguineas orientieren sich bisher vor allem an China und den USA. Die USA waren durch die Erdölfirmen lange unangefochtener Primus, während chinesische Firmen eine dominante Stellung im blühenden Baugewerbe und im ganzen Infrastrukturbereich erlangten.

Die Rechte zur Ausbeutung eines der neuesten Ölfelder wurden der chinesischen Firma "Chinese National Offshore Oil Company" (CNOOC) überlassen. Neue Ölfunde einer amerikanischen Ölgesellschaft wurden im Februar 2009 verkündet. Äquatorialguinea versucht nicht ungeschickt, die Konkurrenz zwischen diesen beiden großen Investoren auszunutzen, lässt aber grundsätzlich weitere internationale Wettbewerber zu. Im Januar 2010 einigten sich Äquatorialguinea und Russland auf die Unterzeichnung eines Produktteilungsabkommens für die Erschließung von zwei Ölfeldern an der äquatorialguineischen Küste. Das russische Ölunternehmen Gazprom Neft soll seismische 3D-Forschungen auf einem der Schelfblöcke durchführen, um dann über die Zweckmäßigkeit einer Aufschlussbohrung zu entscheiden. Die Vorräte beider Ölfelder auf dem afrikanischen Festlandsockel werden auf etwa 110 Millionen Tonnen geschätzt.

Israel führt – neben militärischer Zusammenarbeit - Projekte im Gesundheitsbereich durch.

Im Februar 2008 hat die Welthandelsorganisation (WTO) den Verhandlungsprozess für eine Mitgliedschaft Äquatorialguineas aufgenommen.

Bei der Transparenzinitiative im Rohstoffbereich (EITI) wurde Äquatorialguinea im April 2010 sein Kandidatenstatus aberkannt. Ein erneuter Anlauf ist derzeit im Gang.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.