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Äquatorialguinea

Wirtschaftspolitik

Stand: September 2014

Wichtige Wirtschaftszweige

Die Daten zu sind aufgrund des auch vom IWF bemängelten Fehlen an statistischen Erhebungen alle veraltet und mit großer Vorsicht zu verwenden.

Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird vom Erdöl dominiert. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 90 Prozent. Die Ausfuhren an Öl und Gas beliefen sich in  2012 auf 9,5 Milliarden Euro (Quelle Global Trade Atlas).
Von 1998 bis 2009 wies das Bruttoinlandsprodukt in den meisten Jahren zweistellige Wachstumsraten auf.
Seit 2010 verzeichnet das Land einstellige Zuwachsraten.

Die durchschnittliche tägliche Produktion von Erdöl und Gas wird  vom Ministerium für Bergbau, Energie und Industrie mit 400.000 Fass beziffert. Damit ist das Land der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Prognosen gehen von einer leicht sinkenden Öl- und von einer steigenden Gasförderung aus. Mit einer 2001 in Betrieb genommenen Methanol Anlage hat die Nutzung der Gasreserven begonnen. Im Mai 2007 ging die erste Gasverflüssigungsanlage (LNG) in Betrieb. Äquatorialguinea ist damit 14. Herstellungsland von Flüssiggas weltweit. Am 23.12.2008 wurde Äquatorialguinea 16. Mitglied des Forums Gas exportierender Länder.

Neue Funde an Öl- und Gasfeldern amerikanischer Ölgesellschaften wurden in 2013 verkündet.
Geplant ist  eine zweite, diesmal offshore gelegene Anlage zur Verflüssigung von Gas. Die Rechte zur Ausbeutung eines der neuesten Ölfelder wurden der chinesischen Firma "Chinese National Offshore Oil Company" (CNOOC) überlassen.

Im Umfeld der Erdölgesellschaften haben sich rund 800 ausländische Unternehmen niedergelassen, die vor allem im Servicebereich tätig sind. Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist die Bauwirtschaft. Straßen- und Städtebau boomen. Der Holzexport ist stark rückläufig. Die Landwirtschaft ist auf das Niveau bäuerlicher Subsistenzwirtschaft zurückgegangen. Dies ist besonders bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird aus den Nachbarländern importiert.

Eigene privatwirtschaftliche Aktivitäten von Äquatorialguineern sind insgesamt selten, in den meisten Fällen bieten sie sich als Teilhaber von Ausländern gegründeten Firmen an.

Die äquatorialguineischen Ausfuhren – davon 90 Prozent Erdöl- und Erdölprodukte – beliefen sich 2011 auf rund 15 Milliarden US-Dollar. Hauptabnehmer waren China, die USA und Spanien. Die Einfuhren betrugen in 2011 7,3 Milliarden US-Dollar (Quelle Index Mundi).

Die geschätzte Auslandsverschuldung belief sich in 2011 auf etwa 800 Millionen US-Dollar (Quelle: Index Mundi).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt wird für 2011 auf 3 Milliarden Euro geschätzt (Quelle BEAC). Neuere Zahlen liegen nicht vor.
Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft und der Franc-Zone an.
Nach Einschätzung der Banque des États de l´Afrique Centrale (BEAC) ist Äquatorialguinea das einzige Land dieser Staatengemeinschaft, das sämtliche von der Bank bestimmten Stabilitätskriterien erfüllt. Äquatorialguinea stellt über die Hälfte der gesamten Kapitaleinlagen der BEAC.

Experten des Internationalen Währungsfond beraten die Regierung in Haushaltssachen sowie bei Reformen des Beschaffungswesens und der Einführung der Rechnungsprüfung für Behörden und Regierung.

Wirtschaftsbeziehungen und -perspektiven

Im November 2007 fand die Zweite Nationale Wirtschaftskonferenz in Bata statt. Äquatorialguinea hat sich eine Strategie zu nachhaltigem breiterem Wachstum in Vorbereitung auf die Zeit nach dem Erdölboom vorgenommen. Bis 2020 will das Land den Entwicklungsschritt zum Schwellenland schaffen.

Die Regierung investierte in einer ersten Etappe ihren Erdölreichtum neben dem Wohnungsbau vor allem in Infrastruktur. Das auf einen Festlandsteil und mehrere Inseln verteilte Staatsgebiet Äquatorialguineas macht die politische und wirtschaftliche Einheit des Landes in besonderem Maße von guten Verkehrsverbindungen abhängig. Hier sind in den zurückliegenden zehn Jahren große Fortschritte erzielt worden. Das Land verfügt heute über ein fast vollständig ausgebautes Netz an modernsten Straßen, Flughäfen und Häfen.

Im November 2011 wurde mit einer Industrialisierungskonferenz die zweite Etappe die Diversifizierung der Wirtschaft und Reduzierung der extremen Importabhängigkeit angestoßen. Präsident Obiang strebt den Aufbau von Produktionsanlagen in den Bereichen Baustoffindustrie, Lebensmittelproduktion und Petrochemie sowie die Entwicklung von Tourismus an. 

In Äquatorialguinea gibt es einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften im Lande. Die Vorschrift, dass Unternehmen nicht mehr als 10 Prozent ausländische Mitarbeiter beschäftigen dürfen, erschwert Investitionen.

Außenwirtschaftsbeziehungen (noch nicht fertig!!!)

Die Außenwirtschaftsbeziehungen Äquatorialguineas orientieren sich bisher vor allem an China und den USA. Die USA waren durch die Erdölfirmen lange unangefochtener Primus, während chinesische Firmen eine dominante Stellung im blühenden Baugewerbe und im ganzen Infrastrukturbereich erlangten.

Nach Deutschland wurden in 2013 Ausfuhren in Höhe von  81,3 Millionen Euro realisiert, Äquatorialguinea bezog aus Deutschland Güter und Dienstleistungen in Höhe von 25,7, 3 Millionen Euro (Quelle: Bundesamt für Statistik).

Im Februar 2008 hat die Welthandelsorganisation (WTO) den Verhandlungsprozess für eine Mitgliedschaft Äquatorialguineas aufgenommen.

Bei der Transparenzinitiative im Rohstoffbereich (EITI) wurde Äquatorialguinea im April 2010 sein Kandidatenstatus aberkannt. Ein erneuter Anlauf ist derzeit im Gang.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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