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Äquatorialguinea

Wirtschaftspolitik

Stand: April 2015

Wirtschaftsstruktur

Äquatorialguinea veröffentlicht nahezu keine Statistiken. Alle genannten Zahlen beruhen daher auf Schätzungen und sind mit großer Vorsicht zu verwenden.

Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird von Erdöl und Gas dominiert. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 90 Prozent. Die tägliche Gesamtförderung von Erdöl und Gas ist im Laufe des Jahres 2013 auf 260.000 Fass zurückgegangen. Damit ist das Land der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola. Die Förderung erfolgt überwiegend durch US-amerikanische Firmen (u. a. Exxon Mobil, Marathon Oil).

Zweitwichtigster Wirtschaftszweig ist die Bauwirtschaft, da der Großteil der Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung für Bau- und Infrastrukturmaßnahmen verausgabt wird. Einziges auf diesem Sektor tätiges ehemals deutsches Unternehmen ist die Firma DYWIDAG (jetzt STRABAG), die einen Flughafen auf dem Festland in Mongomoyen gebaut hat. Sie hat vor kurzem den Vertrag über die Aufsicht für den Bau des Abfertigungsterminals mit einer Laufzeit von zwei Jahren bekommen.

Der Holzexport ist stark rückläufig. Die Landwirtschaft ist auf das Niveau bäuerlicher Subsistenzwirtschaft zurückgegangen. Dies ist besonders bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird importiert.

Der Ölreichtum lähmt die private Initiative, entsprechend schwach ist der Privatsektor im Bereich Produktion. Die Mitglieder der herrschenden Schicht investieren in Immobilien, Handel und Dienstleistung, insbesondere im Hotelgewerbe.

Die Mehrzahl der Bevölkerung, die keine Beschäftigung im Erdöl- oder Bausektor bzw. im tertiären Sektor oder im aufgeblähten öffentlichen Sektor findet, lebt weiterhin in sehr bescheidenen Verhältnissen.

Beim Index der Menschlichen Entwicklung des UNDP 2014 steht Äquatorialguinea auf Platz 144 von 187 Ländern. Die Lebenserwartung liegt bei 53,1 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 100 von 1.000 Geburten, Ausdruck der sehr schlechten sanitären Verhältnisse für die große Mehrheit der Bevölkerung. Im Bereich der medizinischen Versorgung und beim Zugang zu sauberem Trinkwasser besteht großer Nachholbedarf, hier hat die Regierung erst kürzlich zu investieren begonnen. Internationale Ölfirmen finanzieren Programme zur Bekämpfung von tropischen Krankheiten (z. B. Malaria durch Marathon Oil und Noble Energy).


Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC und der Franc-Zone an.
Aufgrund seines Öl- und Gasreichtums ist Äquatorialguinea ein umworbener Handelspartner. Hauptexportländer für Öl sind die USA, China und Spanien, das Gas wird hauptsächlich nach Japan und China exportiert.

Hauptherkunftsländer für Importe nach Äquatorialguinea sind die USA, Spanien, China und Frankreich. Deutschland liegt an Platz 13 der Importe nach Äquatorialguinea. 2014 betrug der Umsatz des deutschen Außenhandels mit Äquatorialguinea 81,6 Millionen Euro, der Außenhandelssaldo belief sich auf minus 42,8 Millionen Euro. Deutschland exportierte 2014 Waren im Wert von 19,4 Millionen Euro nach Äquatorialguinea (2013: 25,7 Mio. Euro), die Importe betrugen 62,2 Millionen Euro (2013: 81,3 Mio. Euro).

Wichtigster Investor in Äquatorialguinea sind die USA, es gibt keine nennenswerten deutschen Investitionen in Äquatorialguinea. Im Ease of Doing Business Bericht 2015 der Weltbank belegt Äquatorialguinea Platz 165 von 189 Ländern.

Die Höhe der Staatsschulden wird 2014 auf 1.449 Millionen US-Dollar geschätzt, die Nettostaatsverschuldung auf 10,6 Prozent des BIP.


Aktuelle Wirtschaftslage

Die Einnahmen aus Öl- und Gasförderung gehen zurück. Dies ist einerseits Folge zurückgehender Fördermengen erschlossener Ölfelder, ausbleibender Investitionen in Erschließung neuer Quellen sowie auf die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt. Das BIP (nominal) für 2014 wird auf 13,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, ein Rückgang zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl von rund 750.000 Einwohnern ergibt sich daraus rechnerisch ein Pro-Kopf-BIP von rund 18.000 US-Dollar (nominal).

Die Bautätigkeit lässt nach, da der Regierung das Geld ausgeht; mehrere Unternehmen sahen sich in der Folge gezwungen, Arbeiten einzustellen und Beschäftigte zu entlassen.

Die hohe Konsumnachfrage der Wohlhabenden hat in Verbindung mit fehlendem Wettbewerb im Einzelhandel und der weit verbreiteten Korruption in den beiden Städten Malabo und Bata zu einem überhöhten Preisniveau bei Wohnen und Konsumgütern geführt. Die Inflationsrate lag 2014 nach Angaben des IWF bei rund drei Prozent.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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