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Fünf gute Gründe, an "kulturweit" teilzunehmen

Fünf Freiwillige stellen sich in Kurzinterviews vor: Warum sie mitmachen, was sie erwarten, und was für sie die größte Herausforderung darstellt.

Anton Haffner, DAAD-Informationszentrum, Ost-Jerusalem

An welche Einsatzstelle wirst du mit „kulturweit“ gehen und was werden deine Aufgaben dort sein?

Ich werde für zwölf Monate nach Ost-Jerusalem gehen und dort im DAAD-Informationsbüro arbeiten. Es arbeiten dort außer mir nur zwei Mitarbeiter, so dass die Aufgaben vielfältig sein werden. Ich denke, ich werde anfallende Büroarbeiten erledigen, also Stipendiumsanfragen bearbeiten, in der Öffentlichkeitsarbeit mithelfen, z.B. die Internetseite betreuen, und hoffentlich meine Chefin auf Reisen durch das Westjordanland zu Informationsveranstaltungen begleiten.

Ist das die Aufgabe, die du dir vorgestellt hast, als du dich bei „kulturweit“ beworben hast?

Ich hatte mich ursprünglich auf Stellen beim Goethe-Institut und bei der deutschen UNESCO-Kommission beworben, doch dafür bin ich zu jung. Jedoch entspricht auch der Platz beim DAAD genau dem, was ich will, und Jerusalem als Stadt fasziniert mich immer mehr, je mehr ich darüber nachdenke. Das ist einfach das Zentrum für so viele Menschen, Juden, Christen, Muslime…

Warum hast du dich dafür entschieden, statt dem Zivildienst ins Ausland zu gehen und dich bei „kulturweit“ zu bewerben?

Ich wollte einfach gern ins Ausland gehen, die Welt kennenlernen. Ich kenne Leute, die mit weltwärts in Entwicklungsländer gegangen sind, doch da gefällt mir der Ansatz nicht, dass die dann besser bezahlt werden, als die Leute, die wirklich dort leben. Bei „kulturweit“ hat mir gefallen, dass man im kulturellen Bereich arbeiten kann. Außerdem finde ich es sehr reizvoll, für Deutschland ins Ausland zu gehen, und kann mir gut vorstellen, mich nach dem Freiwilligendienst für ein Studium mit internationaler Ausrichtung zu entscheiden.

Lisa Alejandra Klank, Unesco-Nationalkommission, Jordanien

Wohin wirst du mit „kulturweit“ gehen?

Ich werde für sechs Monate nach Jordanien gehen und dort für die Nationale UNESCO-Kommission in der Kulturabteilung arbeiten. Das ist natürlich sehr spannend, weil der Generalsekretär der UNESCO bald neu gewählt wird – deshalb wird es sicher eine sehr interessante Aufgabe werden, auch im Hinblick auf die Kooperation mit den anderen arabischen Staaten.

Warum hast du dich bei „kulturweit“ beworben?

„kulturweit“ ist einfach eine andere Art von Austauschprogrammen oder Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, die es ansonsten nicht gab, da es sich ja um Tätigkeiten im kulturellen Bereich handelt. Für mich ist es sehr interessant, über die Mittler des Auswärtigen Amts ins Ausland zu gehen, ich sehe das als große Chance an, auch um die andere Kultur hautnah kennenzulernen.

Ist die Einsatzstelle die, auf die du dich beworben hattest oder die du dir erhofft hattest?

Eine Bewerbung war nicht für ein spezielles Land, sondern nur für eine Region möglich. Aber die Stelle bei der UNESCO Nationalkommission im arabischen Raum ist schon genau das, was ich mir vorgestellt hatte, und ich freue mich sehr, dass das geklappt hat.

Und wann geht die Reise los?

Am 13. September lande ich um 14.30 Uhr am Flughafen von Amman und bin jetzt schon sehr aufgeregt und angespannt. Eine Wohnung habe ich allerdings schon und auch sonst ist alles sehr gut organisiert.

Timon Traub, PAD, San Carlos de Bariloche, Argentinien

Ich bin 20 Jahre alt und hab im Juni gerade meinen Zivildienst fertig gemacht. Danach hätte ich gleich studieren können, wollte aber vorher gern ins Ausland gehen. Eher zufällig habe ich dann von kulturweit gehört, meine Bewerbung abgeschickt, dann gewartet, und als die Zusage kam, hab ich mich gefreut. 

Jetzt werde ich für zwölf Monate nach Argentinien gehen, nach Bariloche, das ist 1600 km südlich von Buenos Aires, und dort an einer argentinischen Privatschule unterrichten, die einen Schwerpunkt auf Deutsch legt. Was genau meine Tätigkeiten vor Ort sein werden, weiß ich jetzt allerdings noch nicht, da wir ja der erste Jahrgang von kulturweit-Freiwilligen sind. Dadurch ist das Ganze auch recht abenteuerlich und das ist es auch, was mich an „kulturweit“ besonders reizt. 

So können wir dann ein Feedback geben, was schon gut läuft, oder was noch optimiert werden kann. Der Freiwilligendienst lässt auch viel Freiraum dafür, sich seine Aufgaben selbst zu suchen und sich selbst einbringen zu müssen in die Arbeit der Organisation, was ich genial finde. Einzigartig ist auch, dass es ein Kultur- und Bildungsfreiwilligendienst ist und wir eben nicht im Bereich der Entwicklungsarbeit arbeiten werden. Ich würde gern nach dem Freiwilligendienst Lehramt studieren, da kommt mir die Chance, die „kulturweit“ bietet, sehr gelegen.

Sally Gutmann, 19, aus Tübingen, Goethe-Institut Talinn, Estland

Wohin wirst du mit „kulturweit“ gehen und was sind deine Aufgaben?

Ich gehe für 6 Monate ans Goethe-Institut in der estnischen Hauptstadt Talinn. Ich werde vor allem in der Sprachenabteilung arbeiten, d.h. zum Teil in der Schule, zum Teil aber auch Kulturveranstaltungen organisieren. Darauf freue ich mich besonders.

Warum „kulturweit“?

Ein Ziel von „kulturweit“ ist es, durch Bildung Toleranz zu vermitteln. Mir gefällt diese Idee. Es ist eben nicht nur irgendein Auslandsaufenthalt, sondern man macht etwas Praktisches, lernt viel und gibt hoffentlich auch einiges. Ich möchte später vielleicht im bildungspolitischen Bereich arbeiten, dass ist für mich eine erste Möglichkeit zum Reinschnuppern.

Was ist für dich die größte Herausforderung?

Gar nicht mal so die Sprache, ich war schon ein Jahr in Finnland und das Estnische ist dem sehr nahe. Vielleicht die Verantwortung bei der Arbeit, das ist ja etwas völlig anderes als in der Schule. Anderseits freue ich mich darauf, auch mal selbständig zu arbeiten, eigene Projekte zu machen.

Eva Ganzenberg, 23, Goethe-Institut in Puné, Indien

Wohin wirst du gehen?

Ich gehe ans Goethe-Institut in Puné, dass ist der Ort wo auch schon die Beatles bei ihrer spirituellen Suche waren. Indien war ehrlich gesagt nicht meine Erstwahl, ich wollte eher nach Südostasien, aber je mehr ich mich mit dem Land auseinandersetze, desto mehr fasziniert es mich, gerade auch wegen solchen Einzelheiten. Ich bin froh, dass man sich nicht ein Projekt direkt aussuchen konnte, so muss man sich schon von Anfang an mit dem Neuem, dem Unbekannten auseinandersetzen.

Was bedeutet „kulturweit“ für dich?

Unsere Aufgabe ist es ja, als Botschafter in dem Land die deutsche Kultur zu repräsentieren, zu vermitteln. Ich freue mich auch sehr darauf, die indische Kultur kennen zu lernen, dass ist ja auch ein Teil des Kulturaustausches. Ich denke, oder hoffe zumindest, dass ich am Ende aber gerade auch Deutschland, die deutsche Kultur, meine Identität besser verstehe.


Stand 09.09.2009

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