Hauptinhalt

Griechenland

Kultur und Bildung

Stand: Januar 2014

Bildung

Es besteht eine allgemeine neunjährige Schulpflicht, wobei über 90 Prozent eines Jahrgangs auch die Sekundarstufe II (Lyzeum) besuchen. Ausschlaggebend für die Vergabe der Studienplätze sind die Ergebnisse der Panhellenischen Prüfungen, der zentralen Hochschulzulassungsprüfung.

Derzeit gibt es in Griechenland 23 Universitäten und 16 Fachhochschulen. Der Übergang zur Universität ist wegen der starken Nachfrage nach Studienplätzen nur einem Teil der Abiturienten möglich. Der Mangel an den besonders nachgefragten Studienplätzen (Medizin, Rechts- und Ingenieurswissenschaften) zwingt auch weiterhin viele griechische Studenten, im Ausland (vor allem Großbritannien, Italien, Deutschland, Frankreich, USA) zu studieren (2012 studierten mehr als 2.000 Griechen in Deutschland). Vor allem das Interesse an grundständigen Studien und Aufbaustudiengängen ist - wohl auch im Zeichen der Krise - ungebrochen stark und sogar erhöht, insbesondere in den Ingenieurs- und Rechtswissenschaften.

Ebenso haben private griechische Einrichtungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen verschiedene Studiengänge anbieten, großen Zulauf. Ihre Diplome werden vom griechischen Staat jedoch bisher nicht anerkannt. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2008, das eine solche Anerkennung verlangt, wurde bislang nicht umgesetzt.

Englisch spielt als erste Fremdsprache die führende Rolle. 1992 wurde für die weiterführenden Schulen die Einführung einer zweiten Fremdsprache beschlossen. Seitdem hatte das Unterrichtsfach Deutsch einen starken Zulauf erhalten. Pflichtfach in Grundschule, Gymnasium (7.-8. Klasse) und Lyzeum (9.-11. Klasse) ist Englisch.

Im September 2013 wurde vom griechischen Parlament ein weiteres Gesetz verabschiedet, das vor allem die Sekundarausbildung Griechenlands neu regelt. Änderungen betreffen vor allem den Unterricht an griechischen Lyzeen, vergleichbar mit den deutschen Oberstufengymnasien. Geschaffen wurde ein „neues Lyzeum“ („Neo Lykeio), das nicht nur die Gesamtlyzeen bzw. Allgemeinbildende Lyzeen, sondern auch die Technischen Lyzeen (EPAL) Griechenlands betrifft.

Medien

In Griechenland besteht nach wie vor eine große Vielfalt an Tageszeitungen, Wochen- und Fachzeitschriften in einem weiten Qualitätsspektrum; allerdings gehen seit Jahren sinkende Auflagenzahlen und Werbeeinnahmen, verstärkt durch die anhaltende Finanzkrise, nicht spurlos an den Blättern vorüber. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Nachrichtenportale im Internet und Blogs. Mit der "Griechenland-Zeitung" existiert eine deutschsprachige Wochenzeitung von guter Qualität.

Im Juni 2013 wurde der staatliche Hörfunk- und Fernsehsender ERT völlig überraschend geschlossen. Dies führte zu einer innenpolitischen Belastungsprobe und zum Bruch der Koalitionsregierung. Am 26. Juli 2013 trat das Gesetz über den neuen staatlichen Rundfunksender NERIT in Kraft. Bis zum Herbst 2013 soll der Übergangssender in die endgültige Struktur überführt werden. Ehemalige Mitarbeiter und Mitglieder der Gewerkschaften von ERT hielten monatelang die Hauptgebäude von ERT besetzt und bestehen auf Wiedereinstellung aller ERT-Mitarbeiter.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Stand 07.01.2014