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Haiti

Wirtschaft

Stand: Februar 2016

Volkswirtschaftliche Situation

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei etwa 820 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen allerdings von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US­D pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft/ Subsistenzwirtschaft. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wird Haiti im Jahr 2014 auf Platz 168 von 187 Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland, sowie von den Überweisungen der Auslandshaitianer an Familienangehörige.

Aufgrund der Abholzung des Baumbestands und der resultierenden Erosion ist das Land ausgesprochen anfällig für Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Wirbelstürme, von denen das Land regelmäßig heimgesucht wird, sowie das schwere Erdbeben vom Januar 2010 trugen in jüngster Zeit dazu bei, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessert hat.

Seit dem Erdbeben von 2010 erholt sich die Wirtschaft trotz der anhaltend schwierigen nationalen sowie internationalen Rahmenbedingungen allmählich. Aufgrund fortdauernder politischer Instabilität bleibt das Wirtschaftswachstum jedoch weit hinter den Prognosen und Erwartungen zurück.

Die Nationalwährung, Gourde wertet daher weiter ab. Lag der Wechselkurs im März 2015 noch bei 47 Gourdes für einen US-Dollar, müssen im Januar 2016 bereits 57 Gourdes für einen Dollar gezahlt werden. Die haitianische Wirtschaft ist stark 'dollarisiert', über 50% aller Einlagen und Kredite sind in US-Dollar gehalten. Die Geldpolitik der Zentralbank ist daher von begrenztem Einfluß.

Für das Jahr 2014 wurde ein BIP von 8,8 Mrd. USD prognostiziert (8,5 Mrd. USD für 2013, 7,9 Mrd. USD für 2012). Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer dar, die für 2014 auf mehr als 1,7 Mrd. USD geschätzt werden und etwa 19% des BIP ausmachen (ohne Berücksichtigung der informellen Transfers).

Das Haushaltsdefizit Haitis lag 2013 bei 6,4% des BIP, 2012 bei 5,3%. Das wesentliche Problem sind die niedrigen Einnahmen des Staats (Steuerquote gering, Zölle können das nicht ausgleichen) sowie die erforderlichen Subventionen des defizitären Energieversorgers. Die Inflation betrug 5,9% in 2013 und liegt derzeit bei 12 %, bedingt durch gestiegene Preisen für Lebensmittel- und Rohöl-Importe.


Mitgliedschaft in internationalen Wirtschaftsabkommen

Haiti ist Mitglied unter Anderen folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:

  • IWF
  • Weltbank
  • WTO
  • GATT
  • ACS (Verbund karibischer Staaten)
  • Cotonou
  • CARIFORUM

Außenhandel

Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: Importen im Wert von 3,3 Mrd. USD standen 2012/2013 Exporte im Wert von 874 Mio. USD gegenüber.

Hauptausfuhrgüter sind vor allem  Textilien, in geringerem Maße Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Ölprodukte, Fertigwaren und Maschinen.

Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und etwa 70% seiner Exporte (vor allem in Haiti verarbeitete Textilien) gingen in der Vergangenheit in die USA. Inzwischen ist die Dominikanische Republik der zweitwichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von über 1 Mrd. USD. Venezuela liefert über das Petrocaribe-Abkommen kreditvergünstigte Erdölprodukte. 


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