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Haiti

Wirtschaft

Stand: Novermber 2013

Allgemeine Informationen

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei ca. 700 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen allerdings von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US­D pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft/ Subsistenzwirtschaft. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wurde Haiti im Jahr 2012 auf Platz 161 von 178 Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland, sowie von den Überweisungen der Auslandshaitianer an Familienangehörige.

Aufgrund der Abholzung des Baumbestands und der resultierenden Erosion ist das Land ausgesprochen anfällig für Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Wirbelstürme, von denen das Land regelmäßig heimgesucht wird, sowie das schwere Erdbeben vom Januar 2010 trugen in jüngster Zeit dazu bei, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessert hat.

Nach dem Erdbeben erholt sich die Wirtschaft trotz der anhaltend schwierigen nationalen sowie internationalen Rahmenbedingungen allmählich. Für 2013 wird ein Wirtschaftswachstum von ca. 6,5% erwartet. Der Wiederaufbau Haitis wird jedoch noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

Die Nationalwährung, Gourde, ist relativ stabil. Anfang 2013 liegt der Wechselkurs bei ca. 43 Gourdes pro USD (25.04.2013). Die haitianische Wirtschaft ist stark dollarisiert, über 50% aller Einlagen und Kredite sind in USD gehalten. Die Geldpolitik der Zentralbank ist daher von begrenztem Einfluß.

Für das Jahr 2012 wurde ein BIP von 7,9 Mrd. USD prognostiziert (nach 6,8 Mrd. USD für 2010, 7,4 Mrd. USD für 2011). Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer dar, die sich auf mehr als 1,3 Mrd. USD/Jahr belaufen und etwa 18% des BIP ausmachen (ohne Berücksichtigung der informellen Transfers). Der IWF gibt an, daß das reale BIP Haitis 2011 zu 25% unter dem des Jahres 1991 lag.

Das Haushaltsdefizit Haitis lag 2011 mit 3,7 % des BIP niedriger als angenommen, 2012 bei 5,9%. Ein Problem sind die niedrigen Einnahmen des Staats (Steuerquote gering, Zölle können das nicht ausgleichen). Die Inflation betrug 7,4% im Jahr 2011, 7,6 % in 2012, und liegt wesentlich an gestiegenen Preisen für Lebensmittel- und Rohöl-Importen .

Haiti ist u. a. Mitglied folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:

IAEB, IWF, Weltbank, WTO, GATT, ACS (Verbund karibischer Staaten), Cotonou und CARIFORUM

Außenhandel

Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: Importen im Wert von 2,64 Mrd. USD standen 2011/2012 Exporte im Wert von 785 Mio. USD gegenüber.

Hauptausfuhrgüter waren neben Textilien vor allem Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Ölprodukte, Fertigwaren und Maschinen.

Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und ca. 70% seiner Exporte gingen in der Vergangenheit in die USA. Inzwischen ist die Dominikanische Republik der zweitwichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von über 1 Mrd. USD. Venezula liefert über das „Petrocaribe“-Abkommen kreditvergünstigte Erdölprodukte.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Stand 06.12.2013

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