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Spanien

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2016

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land. Von steinzeitlichen Höhlenmalereien über Zeugnisse der keltischen, phönizischen und römischen Epoche, der Jahrhunderte währenden maurischen Periode und dem Mittelalter bis zu den Kunstschätzen der Neuzeit sind alle Elemente vorhanden, die das Land zu einem Anziehungspunkt für den kulturhistorisch interessierten Besucher machen.

Nicht weniger reichhaltig und lebendig ist die aktuelle Kunst- und Kulturszene. Dies gilt nicht nur für die Metropolen Madrid und Barcelona, sondern zunehmend auch für die übrigen Regionen. Häufig werden leerstehende Industrie- und andere Gebäude zu international renommierten Kulturzentren umfunktioniert (Matadero - Madrid, La Panera - Lleida, Tabakalera – Bilbao u. San Sebastián, La Cárcel - Segovia, etc.). Die nach dem Ende der Diktatur 1975 erfolgte Öffnung Spaniens hat sehr schnell zu einer Internationalisierung des Kulturlebens geführt. Bereits viermal wurden spanische Städte als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt: 1992 Madrid, 2000 Santiago de Compostela, 2002 Salamanca 2002 und 2016 San Sebastián (http://dss2016.eu/en/). Zwei „deutsche“ Museen ergänzen das hiesige Kulturangebot: Das Museo Wolf Vostell in Malpartida de Cáceres und das Centro de Artes Visuales mit der Sammlung der deutschen Galeristin Helga de Alvear in Cáceres.

Kunst und Kultur werden aus öffentlichen Haushalten, durch private Stiftungen und von Mäzenen gefördert. Die öffentliche Hand hat aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise und wegen der notwendigen Sparmaßnahmen die Höhe der Zuwendungen deutlich herabgesetzt oder sogar gestrichen und gleichzeitig die MwSt auf Kulturprodukte auf 21% angehoben. Generell hat Spanien eine geringere staatliche Förderung im Kultursektor als Deutschland. Viele wichtige Kunstzentren werden von privaten Stiftungen von Banken und Versicherungen betrieben (Caixa Forum in Barcelona, Sevilla und Madrid, La Casa Encendida, Madrid, Ausstellungssäle der Versicherung MAPFRE und von Telefónica, etc.)

Besondere Förderung erfahren in Spanien Leuchtturmprojekte wie die zahlreichen Festivals zu denen regelmäßig hervorragende Vertreter aus dem Ausland nach Spanien kommen (z.B. Internationales Filmfestival San Sebastián, Internationales Theaterfestival Almagro, Festival de Otoño a Primavera, Madrid). Mit dem Prado-Museum, dem Museum für zeitgenössische Kunst "Centro de Arte Reina Sofía" und der Sammlung Thyssen-Bornemisza verfügt Madrid über Kunstbestände, die die Stadt zu einem der interessantesten Museumsstandorte weltweit machen. Ein wichtiger Zweig der Kulturindustrie, die unterschiedlichen Berechnungen zufolge zwischen 3,4 und 4% des BIP ausmacht und über einer halben Million Menschen Arbeit gibt, sind Kunstmessen wie ARCO, Summa, Estampa, JustMad, ArtMad, etc. Eine bedeutende Kulturszene gibt es auch in Barcelona, Valencia, Sevilla, Bilbao (Guggenheim-Museum) und anderen Städten.

Im spanischen Rechtssystem ist die Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr verankert. Die Kompetenzen in diesem Bereich sind seit dem Beginn der 1980er Jahre überwiegend auf die Autonomen Gemeinschaften (vergleichbar den deutschen Bundesländern) übergetragen worden. Gemäß Hochschulrahmengesetz vom April 2007 wurde das Studienangebot an den Hochschulen des Landes sukzessiv auf Studiengänge umgestellt, die sich an den Vorgaben zur Errichtung eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraumes orientieren (Bologna-Kriterien).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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