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Kultur- und Bildungspolitik
Stand: März 2013
Bildungswesen
Es besteht formell keine landesweite allgemeine Schulpflicht, jedoch nehmen 98 Prozent aller Sechs- bis Vierzehnjährigen am Unterricht teil. Gleichzeitig verzeichnen die Fidschi-Inseln in den letzten Jahren eine hohe Quote von Schulabbrechern. Rund 17.000 Jugendliche verlassen jedes Jahr ohne qualifizierten Abschluss die Schule. Besonders betroffen sind davon Schüler aus einkommensschwachen Familien in ländlichen Gebieten. Dieser Entwicklung will die Regierung verstärkt mit speziellen Programmen zur Befreiung von Schulgebühren bei Sekundarschülern entgegenwirken.
Nur knapp 6,3 Prozent der Fidschianer über 15 sind Analphabeten, im Vergleich weist die indische Bevölkerungsgruppe mit 10,1 Prozent eine größere Analphabetenrate auf als die ethnischen Fidschianer (6,7 Prozent). Die Anzahl der Schuleinrichtungen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an, vor allem im Vorschulbereich werden zahlreiche neue Schulen eingerichtet. Der Großteil der Schulen wird von privaten Organisationen geleitet. Nur 0,3 Prozent der Grundschulen und 8 Prozent der Sekundarschulen sind staatlich.
Außerdem gibt es in Suva eine internationale Schule. Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre, gefolgt von bis zu fünf Jahren an einer Sekundarschule. Nach zwei Jahren Sekundarschule kann das Fiji Junior Certificate erworben werden, nach drei Jahren das New Zealand School Certificate und nach vier bis fünf Jahren das neuseeländische Hochschulzulassungszeugnis.
Auf Fidschi gibt es 52 Schulen, die dem UNESCO Netzwerk für Projektschulen angeschlossen sind. Für Empörung sorgte im April 2009 die Absetzung des Präsidenten der fidschianischen Lehrergewerkschaft (FTA), weil dieser sich für eine schnellstmögliche Rückkehr zu einer parlamentarischen Regierung ausgesprochen hatte. Die Bildungsinternationale (BI), die globale Dachorganisation für Bildungsgewerkschaften, rief ihre Mitglieder dazu auf die FTA zu unterstützen.
Englisch ist offizielle Amtssprache, Hindi ist praktisch zweite Landessprache neben Fidschianisch. Fidschi ist Hauptsitz der regionalen Universität des Südpazifiks (University of the South Pacific, USP), an der zurzeit insgesamt 23.500 Studenten aus 35 Staaten eingeschrieben sind. Daneben hat das Land 37 berufsbildende und technische Schulen, vier Lehrerausbildungsinstitute, eine Technische Fachhochschule, eine Medizinische Hochschule und ein College für Landwirtschaft.
Wegen der Abwanderung von Fachkräften besteht derzeit ein Mangel an Lehrpersonal.
Wissenschaft, Kunst und Literatur
Den Anschluss an internationales wissenschaftliches Niveau zu sichern, hat Priorität in der fidschianischen Bildungspolitik. Dies ist Aufgabe der USP, die darüber hinaus die wissenschaftliche Ausbildung im gesamten pazifischen Raum fördert. Für die Bewahrung und Förderung der fidschianischen Kunst und Literatur ist in der Regierung das Ministerium für fidschianische Angelegenheiten zuständig.
Medien
Das Land verfügt trotz seiner geringen Größe über ein recht breit gefächertes Angebot von Zeitungen. Seit dem Putsch (2006) und insbesondere seit der Außerkraftsetzung der Verfassung (2009) wird die Presse jedoch streng zensiert. Für besondere Empörung sorgte die Ausweisung der beiden Journalisten Russell Hunter (Herausgeber der „Fiji Sun“) und Evan Hannah (Herausgeber der „Fiji Times“) im Frühjahr 2008. Die beiden Australier wurden nach regierungskritischen Veröffentlichungen von der Übergangsregierung zur „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ erklärt und des Landes verwiesen. Diese Maßnahme stieß vor allem in Australien und Neuseeland auf starke Proteste. In der Rangliste der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zur Situation der Pressefreiheit weltweit belegt Fidschi im Jahr 2012 Platz 107 von 179 Ländern. Die „Pacific Islands News Association“ und Amnesty International prangerten wiederholt die Missachtung der Pressefreiheit an.
Gesellschaft
Die fidschianische Gesellschaft ist mit einem Durchschnittsalter von 27,2 Jahren recht jung. 28,6 Prozent der Bevölkerung ist unter 14 Jahre und nur 5,4 Prozent über 65 Jahre. Die derzeitige Wachstumsrate beträgt 0,766 Prozent (Schätzung 2012). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 71,59 Jahren.
Nahezu ein Drittel der Bevölkerung (31 Prozent) lebt unterhalb der Armutsgrenze. Während 1977 nur 9 Prozent unterhalb der Armutsgrenze lebten, waren es 1990 bereits 25 Prozent.
Seit dem ersten Coup von 1987 sind mehr als 100.000 Einwohner emigriert. In der indischen Bevölkerungsgruppe ist die Emigrationsrate besonders hoch. Dies liegt darin begründet, dass sich der Großteil der Inder von den ethnischen Fidschianern diskriminiert fühlt. 1975 stellten die Inder noch fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung, heute sind es lediglich ca. 37 Prozent. Schätzungen gehen davon aus, dass sich dieser Anteil bis 2022 weiter auf dann nur noch 22 Prozent verringern wird.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
