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Erste Dienstreise: Mission Possible – „Rekruten“ werben - 14.04.2010 (Sabine, RSA 08)

Dass dies einmal auch zu den Aufgaben eines RSA’s (Anwärter mit Mittleren Dienst) gehören könnte, hätte ich am Anfang nie gedacht… Und dass ich zusammen mit meinem lieben Kollegen Ben von dem Kurs ausgewählt werden würde, erst recht nicht! Wir beide bekamen die Gelegenheit, zusammen mit unserer Ausbildungsleitung nach Hamburg auf Dienstreise zu fahren.

Eigentlich hörte sich dies am Anfang ganz einfach an…

Mitte April fand die Messe „Einstieg 2010“, eine Informationsveranstaltung für Schulabgänger, statt. Auch das Auswärtige Amt würde einen Stand haben, wo sich interessierte Schulabgänger oder auch schon Studierende über die Möglichkeiten im Auswärtigen Amt informieren konnten.

Zugegeben, ganz so verkehrt war die Auswahl von der Ausbildungsleitung ja nicht… Ben und ich haben bisher eigentlich nur gute Erfahrungen machen können und somit war es nicht verwunderlich, dass wir den Menschen mehr oder weniger vorschwärmten, wie toll es bei uns ist (und das ist es ja wirklich!)

Schon im vornherein wurden wir jedoch darauf hingewiesen, genau wie in unserem Auslandspraktikum, auf „schwieriges“ Publikum treffen zu können. Doch wie kann man einem Kollegen mit einem so breiten Dauergrinsen und einer (wenn ich meiner Selbsteinschätzung trauen kann) charmanten jungen Dame etwas abschlagen?

Doch was antwortet man auf die Frage von einigen noch sehr jungen Schülern: „Wie werde ich Botschafter?“, „Was seid Ihr überhaupt?“ oder der Klassiker „Was bietet Ihr mir denn an?“...

Auch mit der Frage unsererseits: „Wisst Ihr überhaupt, was das Auswärtige Amt ist und macht?“, konnten einige nichts anfangen. Umgangssprachlich das Ganze zu erklären, stellte sich dann doch als Problem dar.

Jeder von uns entwickelte so seine Strategie, um die Leute neugierig zu machen und zum anderen, um vielleicht auch schon herauszufinden, ob man diesen Menschen eines Tages im Auswärtigen Amt sehen würde. Selbst mein Kollege und ich mit unseren „Laienaugen“, konnten nicht umhin Prognosen zu stellen, wen man vielleicht wiedertreffen könnte.

Meine Strategie lautete wie das Lieblingsmotto unseres Ausbildungsleiters Herr Ebel: „Welcome to Reality!“. Es nützt einem selbst und auch dem Auswärtigen Amt nichts, wenn man blauäugig an die Ausbildung rangeht und man merkt nach einigen Monaten, dass das Ganze ein Fehlgriff war. Die Entscheidung, eine Ausbildung beim Auswärtigen Amt zu machen, sollte auch eine Entscheidung zur Investition in die Zukunft sein. Außerdem musste man vielen Interessierten und auch deren Eltern die Tragweite näher erläutern, was es heißt, im Auswärtigen Amt zu arbeiten. Idealerweise wird man 2/3 seiner dienstlichen Laufbahn im Ausland verbringen. Eine stattliche Summe, über die man nachdenken sollte. Das muss im Hinblick auf Familie oder Partner gut überlegt sein. Gut war, dass Ben als Single und ich als verheiratete Komponente jeder seine Sicht deutlich machen konnte.

Somit sah ich es nicht als Misserfolg an, wenn einige sich aufgrund unseres Gespräches klar geworden sind, dass das AA doch nichts für Sie wäre. Umso mehr freute es mich, Menschen meines Alters (ich selbst bin ja auch erst 20 Jahre alt) zu treffen, von denen ich mir sicher bin, dass sie es auf eine Bewerbung ankommen lassen. Auch Komplimente nahm ich gern, manchmal auch schmunzelnd entgegen, aber das ist es, was ich an diesem Beruf so liebe: die Zusammenarbeit mit Menschen. In welchen anderen Beruf sonst würden mich Menschen als Außenministerin haben wollen (O-Ton eines Interessenten, wirklich!)?

Am Ende der Dienstreise waren wir um einige Erfahrungen reicher, die Füße schmerzten und die Stimmen weg. Der arme Ben konnte nur noch krächzen (was Ruhe auf der Rückfahrt von Hamburg nach Berlin hieß). Und ich musste meine Meinung revidieren, dass die Messearbeit ein Klaks werden würde. Acht Stunden lang freitags und samstags stehen und zum Teil eine lange Zeit ohne Essen verbringen. Non-Stop über meist dieselben Sachen reden, hieß auch immer wieder sich aufraffen und jedem das Gefühl geben, dass man für ihn da sei. Doch die Mission ist geglückt und es heißt: „Never change a winning team“: Ben und Sabine sind als nächstes in Leipzig bei der Job-Messe vom 27. bis 28. Mai 2010 anzutreffen. Ich würde mich sehr freuen, vielleicht den einen oder anderen dort zu treffen!?

Sabine, RSA 08


Stand 06.05.2010

Welt weit wir - Informationsbroschüre

Weltweit wir: Informationsbroschüre über die Ausbildungsmöglichkeiten im Auswärtigen Dienst
Auswärtiges Amt, 2014

Diese Broschüre vermittelt einen Eindruck von Berufsbild und -alltag der mittleren, gehobenen und höheren Laufbahn im Auswärtigen Dienst.

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