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Sahel-Region

Die Bundesregierung leistet humanitäre Hilfe für die Sahel-Region. Ernährungsunsicherheit, Unterentwicklung und bewaffnete Auseinandersetzungen bringen Millionen Menschen dort immer wieder in Not.

Hintergründe

Immer häufiger und in kürzeren Abständen treffen Nahrungsmittelkrisen die Sahelregion von der Atlantikküste bis zum Tschadsee. Die Ursachen der Krise sind komplex. Unregelmäßige und schwache Regenfälle führen zu anhaltenden Dürrephasen. Diese treffen die Bevölkerung besonders hart, da sie dem akuten Notstand aufgrund von geringer Entwicklung, verbreiteter Mangelernährung und schwachen staatlichen Strukturen wenig entgegenzusetzen hat. Weitere Faktoren sind hohe Nahrungsmittelpreise, aber insbesondere auch die Instabilitäten infolge der Auseinandersetzungen im Norden Malis und Nigerias, wie auch Rückwirkungen der Krisen im Sudan, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik.

Humanitäre Lage

Die Zahl der Menschen, die unter Nahrungsmittelunsicherheit leiden, ist im Jahresverlauf 2014 stark angestiegen und lag zum Jahresende bei 19,8 Millionen. Mindestens 5,5 Millionen Kinder in der Region sind unterernährt. Für 2015 wird eine weitere Verschlechterung der Ernährungssituation prognostiziert. 

Der größte humanitäre Bedarf besteht in den Bereichen Wasser- und Nahrungsmittelversorgung, sowie der Bereitstellung von Unterkünften und medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind vor allem die Länder Niger, Tschad, Mali, Mauretanien und Burkina Faso; daneben auch Senegal, Gambia und Kamerun.

Neben wiederkehrenden Naturkatastrophen, Epidemien und Ernährungskrisen haben die Konflikte in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und Nigeria zu Migration und Vertreibung geführt. Die Zahl der Flüchtlinge, die ins Ausland geflohen sind, wird auf etwa eine Million geschätzt. Hinzu kommen etwa drei Millionen Menschen, die innerhalb des jeweiligen Landes vertrieben sind.

Eine große neue Herausforderung im Sahel sind die humanitären Auswirkungen der Übergriffe der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram in Nord-Nigeria und den angrenzenden Staaten. Seit Anfang 2014 wurden ca. 1,5 Million Nigerianer innerhalb des Landes vertrieben. Die Nachbarländer haben bereits über 200.000 Flüchtlinge und Rückkehrer aus Nordnigeria aufgenommen. Mit der Aufnahme von ca. 160.000 Betroffenen ist die Region Diffa in Süd-Niger am stärksten belastet. Das Auswärtige Amt hat bereits 4,5 Mio. Euro zusätzlich für die Betroffenen zur Verfügung gestellt, die Arbeit der Hilfsorganisationen gestaltet sich jedoch auf Grund der Sicherheitslage als schwierig.

Deutsche Humanitäre Hilfe

Die Sahel-Region ist ein Schwerpunkt der deutschen humanitären Hilfe. Seit Ende 2013 hat die Bundesregierung für die Sahelzone Mittel für humanitäre Hilfe in Höhe von 31,5 Mio. Euro bereitgestellt. Die Bundesregierung fördert im Rahmen ihres humanitären Engagements Aktivitäten des IKRK, WFP, UNHCR, UN-OCHA sowie deutscher und internationaler Nichtregierungsorganisationen. Dieses humanitäre Engagement wird bedarfsgerecht fortgesetzt. Im Jahr 2014 war Deutschland nach der Europäischen Union (ECHO) mit 50 Millionen Euro der größte Geldgeber in der Sahel-Region.

Die vom Auswärtigen Amt geförderten Projekte unterstützten unter anderem "Cash-for-work"-Maßnahmen in Mali und Niger. So werden in ausgewählten Gemeinden Einwohner für kleinere Arbeiten bezahlt mit dem Ziel, besonders bedürftigen Familien Geldmittel zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig dringend benötigte Arbeiten für das Allgemeinwohl umzusetzen (beispielsweise die Rehabilitierung von Wasserstellen, die Wiedergewinnung von landwirtschaftlicher Nutzfläche, etc.). 

Andere Projekte in der Sahelzone umfassen die Verteilung von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern (wie Decken, Moskitonetze und Hygieneartikel) sowie die Bereitstellung von Trinkwasser, den Bau von Latrinen und medizinische Versorgung für Binnenvertriebene, Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. Grundsätzlich werden bei Projekten für Flüchtlinge oder intern Vertriebene auch die sie aufnehmenden Gemeinden berücksichtigt, um so ein friedliches Zusammenleben trotz meist knapper Ressourcen zu fördern.


Stand 26.03.2015

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