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Sahel-Region

Die Bundesregierung leistet humanitäre Hilfe für die Sahel-Region. Ernährungsunsicherheit, Unterentwicklung, Probleme in der Regierungsführung und bewaffnete Auseinandersetzungen bringen Millionen Menschen dort immer wieder in Not.

Hintergründe

Immer häufiger und in kürzeren Abständen treffen Nahrungsmittelkrisen die Sahelregion von der Atlantikküste bis zum Tschadsee. Die Ursachen der Krise sind komplex. Unregelmäßige und schwache Regenfälle in den letzten Jahren führen zu anhaltenden Dürrephasen. Diese treffen die Bevölkerung besonders hart, da sie dem akuten Notstand aufgrund von geringer Entwicklung, verbreiteter Mangelernährung und schwachen staatlichen Strukturen wenig entgegenzusetzen hat. Weitere Faktoren sind hohe Nahrungsmittelpreise, aber insbesondere auch die Instabilitäten infolge der Auseinandersetzungen im Norden Malis und Nigerias, wie auch Rückwirkungen der Krisen im Sudan, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik.

Humanitäre Lage

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2014 mehr als 10 Mio. Menschen in der Sahel Region von Ernährungsunsicherheit betroffen sein, davon 1,5 Mio. Kinder. Der größte humanitäre Bedarf besteht in den Bereichen Wasser- und Nahrungsmittelversorgung, sowie der Bereitstellung von Unterkünften und medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind vor allem die Länder Mali, Niger, Tschad, Burkina Faso und Mauretanien, daneben auch Senegal, Gambia und Kamerun.

Neben wiederkehrenden Naturkatastrophen, Epidemien und Ernährungskrisen haben die Konflikte in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und Nigeria zu Migration, Vertreibungen, Flüchtlings- und Vertriebenenströmen geführt. Die Zahl der Flüchtlinge, die ins Ausland geflohen sind, wird von der Europäischen Kommission mit 724.000 angegeben. Hinzu kommen 495.000 Menschen, die innerhalb des jeweiligen Landes vertrieben sind.

Deutsche Humanitäre Hilfe

Die Sahel-Region ist ein Schwerpunkt der deutschen humanitären Hilfe. Seit Ende 2013 hat die Bundesregierung für die Sahelzone Mittel für humanitäre Hilfe in Höhe von 31,5 Mio. Euro bereitgestellt. Seit 2013 förderte die Bundesregierung im Rahmen ihres humanitären Engagements Aktivitäten des IKRK, WFP, UNHCR, UN-OCHA sowie deutscher und internationaler Nichtregierungsorganisationen. Dieses humanitäre Engagement wird bedarfsgerecht fortgesetzt. 

Die geförderten Projekte unterstützten unter anderem "Cash-for-work-Maßnahmen" in Mali. So werden in ausgewählten Gemeinden ca. 50.000 Personen für kleinere Arbeiten bezahlt - mit dem Ziel, besonders bedürftigen Familien Geldmittel zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen zur Verfügung zu stellen. Andere Projekte in der Sahelzone umfassen die Verteilung von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern (wie Decken, Moskitonetze und Hygieneartikel) sowie die Bereitstellung von Trinkwasser, den Bau von Latrinen und medizinische Versorgung für Binnenvertriebene, Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung.


Stand 19.08.2014