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Sahel-Region

Die Bundesregierung leistet humanitäre Hilfe für die Sahel-Region. Ernährungsunsicherheit, Unterentwicklung, Probleme in der Regierungsführung und bewaffnete Auseinandersetzungen bringen Millionen Menschen dort immer wieder in Not.

Hintergründe

Immer häufiger und in kürzeren Abständen treffen Nahrungsmittelkrisen die Sahelregion von der Atlantikküste bis zum Tschadsee. Die Ursachen der Krise sind komplex. Vordergründiger Auslöser sind unregelmäßige und schwache Regenfälle in den letzten Jahren und anhaltende Dürrephasen. Diese treffen die Bevölkerung besonders hart, da sie dem akuten Notstand aufgrund von geringer Entwicklung, verbreiteter Mangelernährung, und Problemen in der Regierungsführung wenig entgegenzusetzen hat. Weitere Faktoren sind hohe Nahrungsmittelpreise, die Instabilität infolge des Konflikts in Libyen in 2011, Drogenhandel und andauernde Migrationsbewegungen.

Im Norden Malis haben sich zudem seit März 2012 der schon lange währende Konflikt zwischen der Zentralregierung und Tuareg und neuere Kämpfe mit bewaffneten islamistischen Gruppen im Norden Malis verschärft. Durch das Eingreifen französischer Truppen im Januar 2013 ist die Lage noch komplexer geworden und eine weitere Destabilisierung der Region steht zu befürchten. Das Welternährungsprogramm warnt, dass der Konflikt die andauernde Ernährungskrise verschärft.

Humanitäre Lage

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2013 mehr als 10 Mio. Menschen in der Sahel Region von Ernährungsunsicherheit betroffen sein, davon 1,5 Mio. Kinder. Der größte humanitäre Bedarf besteht in den Bereichen Wasser- und Nahrungsmittelversorgung, sowie der Bereitstellung von Unterkünften und medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind vor allem die Länder Mali, Niger, Tschad, Burkina Faso und Mauretanien, daneben auch Senegal, Gambia und Kamerun.

Aufgrund der Malikrise wird die Zahl der Vertriebenen derzeit auf insgesamt ca. 430.000 Menschen geschätzt. Mehr als 170.000 Menschen sind vor den Auseinandersetzungen in Nord-Mali in die Nachbarländer Niger, Burkina Faso, Mauretanien und Algerien geflohen. Die Zahl der Binnenvertriebenen in Mali wird auf ca. 260.000 Personen geschätzt. (Stand: 6.3.2013; aktuelle Zahlen sind auf http://unocha.org/mali/ zu finden).

Deutsche Humanitäre Hilfe

Die Sahel-Region war 2012 ein Schwerpunkt der deutschen humanitären Hilfe. Seit Ende 2011 hat die Bundesregierung für die Sahelzone Mittel für humanitäre Hilfe in Höhe von 65 Mio. Euro (Auswärtiges Amt 11,9 Mio. Euro, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 53,1 Mio. Euro) bereitgestellt. 2012 förderte die Bundesregierung im Rahmen ihres humanitären Engagements Aktivitäten des IKRK, WFP, UNHCR, UN-OCHA, GIZ und deutscher NROs. 

Die Bundesregierung wird ihr humanitäres Engagement 2013 bedarfsgerecht fortsetzen; mehrere Projekte in Mali, Niger und Burkina Faso sind bereits in Planung. Unter anderem werden in Mali so genannte "Cash-for-work-Projekte" gefördert: In zehn Gemeinden werden rund 50.000 Personen für kleinere Arbeiten bezahlt. Damit sollen besonders bedürftige Familien Geld zur Sicherung der Lebensgrundlage zur Verfügung gestellt bekommen. Andere Projekte in der Sahelzone haben die Verteilung von Nahrungsmitteln, Hilfsgütern - wie Decken, Moskitonetzen und Hygieneartikeln - sowie die Bereitstellung von Trinkwasser, den Bau von Latrinen und medizinische Versorgung für Binnenvertriebene, Flüchtlinge und der lokalen Bevölkerung zum Inhalt.


Stand 10.04.2013