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Tschechische Republik

Wirtschaft

Stand: März 2014

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach BIP 2012-Rückgängen von 1,0% (2012) und 0,9% (2013) hat die Wirtschaft in Tschechien im Herbst 2013 die Rezession überwunden. Für 2014 rechnet die tschechische Nationalbank nunmehr mit einem Anstieg von 2%, 2015 soll das BIP 2012 sogar mit 2,8% steigen. Zu den Rückgängen des BIP 2012 und 2013 hatte unter anderem eine schwache Inlandsnachfrage und zurückgehende Staatsausgaben beigetragen, während der Außenhandel, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren, weiter gewachsen ist. Die Inflationsrate betrug Anfang 2014 1%. Bis Anfang 2015 erwartet die tschechische Nationalbank einen Anstieg der Inflationsrate auf 2%, nachdem sie im November 2013 durch Deviseninterventionen den Kurs der tschechischen Krone gegenüber dem Euro abgeschwächt hat, um einer Deflation vorzubeugen.

Die Arbeitslosenquote erreichte Anfang 2014 mit 8,6% einen Höchststand.

Das Haushaltsdefizit 2013 entsprach ca. 2,7% des BIP. Bei seinem für 2014 verabschiedeten Haushalt (geplante Ausgaben: ca. 44 Mrd. Euro) plant das Land mit einem Defizit von ca. 4 Mrd. Euro erneut unter die Maastricht-Schwelle von 3% des BIP zu kommen.

Die Staatsverschuldung machte 2013 nach Angaben des tschechischen Finanzministeriums ca. 46,5% des BIP aus.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2012 erfolgten ausländische Direktinvestitionen in Höhe von ca. 8,25 Mrd. Euro, davon kamen 1,27 Mrd. Euro aus Deutschland. Deutsche Unternehmer haben seit 1993 ca. 19,1 Mrd. Euro in Tschechien investiert.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Der tschechische Außenhandel erreichte 2012 mit einem Anstieg um 4,5% ein Rekordvolumen von ca. 231,5 Mrd. Euro. Die tschechischen Exporte entsprechen rund 70% des BIP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2013 ein Volumen von rund. 64,11 Mrd. Euro und ist damit auf dem Rekordniveau des Vorjahres geblieben.Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Außenhandels mit Deutschland ab und ist damit der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Wie in den Vorjahren hat Tschechien gegenüber Deutschland 2013 einen Außenhandelsüberschuss von rund 2 Mrd. Euro erzielt und liegt knapp hinter Polen und Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner. Tschechien strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (China, Indien, Russland usw.).

Umwelt- und Energiepolitik

Umwelt- und insbesondere Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land strebt die Erweiterung seines Kernkraftwerks Temelín um zwei Reaktoren für die nächsten Jahre an und hat im Sommer 2012 eine entsprechende Ausschreibung gestartet.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 13% liegen. Nach 2014/15 sollen neue Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert werden. Das meiste Potential wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Der größte Teil der Investitionen in den Umweltschutz entfällt auf die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die Bekämpfung der Luftverschmutzung und die Abfallwirtschaft.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Vom 10. bis 11. Januar 2013 hat bereits die 12. Sitzung der Deutsch-tschechischen Umweltkommission in Berlin stattgefunden. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.