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Tschechische Republik

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach BIP-Rückgängen von 1,0% (2012) und 0,9% (2013) hat die Wirtschaft in Tschechien im Herbst 2013 die Rezession überwunden. Im 4. Quartal 2013 wuchs das BIP um 1,2%, im 1. Quartal 2014 um 2,5%. Für 2014 rechnet die tschechische Nationalbank (CNB) nunmehr mit einem Anstieg von 2,6%, 2015 mit 3,3%. Zu den Rückgängen des BIP 2012 und 2013 hatte unter anderem eine schwache Inlandsnachfrage und zurückgehende Staatsausgaben beigetragen, während der Außenhandel, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren, weiter gewachsen ist. Die Inflationsrate betrug Anfang 2014 1%, im August 2014 betrug sie 0,5%. Die CNB geht davon aus, dass sie  2015 auf knapp 2% steigen wird.

Die Arbeitslosenquote erreichte Anfang 2014 mit 8,6% einen Höchststand. Bis August 2014 sank sie wieder auf 7,4%.

Das Haushaltsdefizit 2014 soll ca. 4 Mrd. Euro betragen und damit erneut unter der Maastricht-Schwelle von 3% des BIP liegen.

Die Staatsverschuldung machte 2013 nach Angaben des tschechischen Finanzministeriums ca. 46,5% des BIP aus.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2012 erfolgten ausländische Direktinvestitionen in Höhe von ca. 8,25 Mrd. Euro, davon kamen 1,27 Mrd. Euro aus Deutschland. Deutsche Unternehmer haben seit 1993 ca. 19,1 Mrd. Euro in Tschechien investiert.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Der tschechische Außenhandel 2013 liegt mit 230,97 Mrd. Euro nur knapp unter dem im Vorjahr erreichten Rekordwert. Die tschechischen Exporte entsprechen rund 70% des BIP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2013 ein Volumen von rund. 64,11 Mrd. Euro und ist damit auf dem Rekordniveau des Vorjahres geblieben. Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Außenhandels mit Deutschland ab, das damit der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist. Wie in den Vorjahren hat Tschechien gegenüber Deutschland 2013 einen Außenhandelsüberschuss von rund 2 Mrd. Euro erzielt und liegt knapp hinter Polen und Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner. Tschechien strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (z.B. China, Indien, Russland).

Umwelt- und Energiepolitik

Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land setzt weiterhin auf die Kernenergie, auch wenn eine entsprechende Ausschreibung zum Ausbau des Atomkraftwerks in Temelín im April 2014 eingestellt wurde.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 14% liegen. Tschechien unterstützt im Rahmen des Klima-Energie-Pakets 2030 der EU  das Ziel, die Treibhausgase um 40% gegenüber 1990 zu senken.

Seit Jahresbeginn 2014 werden  neue Erneuerbare Energie-Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert. 2013  betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bereits 13,7%. Weiteres  Potenzial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Im Oktober 2014 findet die 13. Sitzung der Deutsch-Tschechischen Umweltkommission in Prag statt. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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