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Tschechische Republik

Wirtschaft

Stand: November 2016

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Nach solidem Anstieg bereits im Vorjahr ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Tschechien 2015 um 4,5% gewachsen und erreichte damit den besten Wert seit 2007. Für 2016 rechnet das tschechische Finanzministerium mit einem Anstieg von 2,2%, für 2017 mit 2,4 %. Die Inflationsrate betrug 2015 im Durchschnitt 0,3%. Für 2016 rechnet das Finanzministerium mit 0,5 %, für 2017 mit 1,2%.

Die Arbeitslosenquote lag im zweiten Quartal 2016 bei 4,0% (Eurostat) und war damit die niedrigste in der EU. Das Haushaltsdefizit 2015 lag mit 0,4% des BIP erneut unter der Maastricht-Schwelle von 3% des BIP. Für 2016 ist ein Haushaltsdefizit von 0,3% geplant. Die Staatsverschuldung betrug 2015 nach Angaben des tschechischen Finanzministeriums 40,3% des BIP.

Außenwirtschaft

Im Jahr 2015 ist der Nettozufluss an ausländischen Direktinvestitionen in Tschechien auf 1,1 Mrd. Euro deutlich zurückgegangen, da es zu einem spürbaren Kapitalabzug einiger klassischer Investoren gekommen ist. Dank deutscher Direktinvestitionen von fast 1,3 Mrd. Euro konnte ein Nettoabfluss an ausländischen Direktinvestitionen in Tschechien vermieden werden. Deutsche Unternehmer haben seit 1993 rund 20 Mrd. Euro in Tschechien investiert.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie (über 30% Industrieanteil am BIP) und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Der tschechische Außenhandel hat 2015 mit rund 270 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Die tschechischen Exporte entsprechen fast 85 % des BIP. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte 2015 ein Volumen von rund 80 Mrd. Euro, auch dies ein neuer Höchststand. Tschechien wickelt nahezu ein Drittel seines Außenhandels mit Deutschland ab, das damit der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist. Tschechien liegt noch vor Russland an 11. Stelle der deutschen Handelspartner. Das Land strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (z.B. China oder Indien).

Umwelt- und Energiepolitik

Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land setzt weiterhin auf die Kernenergie, auch wenn eine entsprechende Ausschreibung zum Ausbau des Atomkraftwerks in Temelín im April 2014 eingestellt wurde. Die Regierung hat im Juni 2015 den Nationalen Aktionsplan zur Entwicklung der Kernenergie verabschiedet. Er ergänzt das Mitte Mai 2015 verabschiedete staatliche Energiekonzept bis 2040, das mit einem Anteil der Atomkraft am Bruttostromverbrauch von bis zu 56% rechnet.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 14% liegen. Tschechien unterstützt im Rahmen des Klima-Energie-Pakets 2030 der EU  das Ziel, die Treibhausgase um 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Seit Jahresbeginn 2014 werden neue Erneuerbare Energie-Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert. 2015 betrug der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bereits 13,3%. Weiteres Potenzial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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