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Ausstellung "Sobibor" im Auswärtigen Amt eröffnet

Die Ausstellung widmet sich dem Gedenken an die Opfer des NS-Vernichtungslagers. Staatssekretär Stephan Steinlein eröffnete sie am 7. Juli im Beisein des polnischen Kulturstaatssekretärs Piotr Zuchowski im Lichthof des Auswärtigen Amtes in Berlin. Dort wird sie bis zum 31. Juli werktags von 10 bis 19 Uhr öffentlich zu sehen sein.

Staatssekretär Steinlein und der polnische Kulturstaatssekretär Zuchowski

Staatssekretär Steinlein und der polnische Kulturstaatssekretär Zuchowski
© Auswärtiges Amt

Als im Frühjahr 1945 die letzten NS-Konzentrationslager befreit wurden, hatten die Nationalsozialisten bereits einige Vernichtungslager aufgelöst, um die Spuren ihres grausamen Massenmordes zu verwischen. Eines dieser Lager befand sich im Sobibor. Dort hatten die deutschen Besatzer Bauten gesprengt und auf dem Gelände einen Wald gepflanzt. Ausgrabungen an dieser Stelle brachten dennoch Reste des Lagers ans Licht, etwa eine Rohranlage für die Abgase eines Panzermotors, mit dem die Häftlinge qualvoll vergast wurden.

Das Lager Sobibor ist - neben Treblinka – auch ein Symbol für den verzweifelten Aufstand jüdischer Häftlinge: Am 14. Oktober 1943 glückte etwa 300 von Ihnen die Flucht durch das Haupttor, indem sie die Lageraufseher schlicht überrannten. Die meisten von ihnen wurden dennoch später aufgespürt und ermordet. Aber 46 Häftlinge überlebten und erzählten die grausame Geschichte von Sobibor. 

Neugestaltung der Gedenkstätte Sobibor

Diese Erinnerung wach zu halten, das ist das Ziel eines internationalen Projekts zur Neugestaltung der Gedenkstätte auf dem Gelände, initiiert von der polnischen Regierung in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" und dem Staatlichen Museum Majdanek. Deutschland trägt einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung bei.

Die Eröffnungsveranstaltung fand am 7. Juli im Lichthof des Auswärtigen Amtes statt. Zu den Gästen gehörten neben den Staatssekretären Steinlein und Zuchowski auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" Dariusz Pawlos und der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman.

Mahnung und Aufruf an deutsche Außenpolitik

Staatssekretär Steinlein bekannte: "Vor den Toten von Sobibor verneigen wir uns in großer Demut". Die Lehren aus dem Holocaust, "Nie wieder" und "Nie wieder allein" seien nicht nur eine Mahnung, sondern auch ein Aufruf an die deutsche Außenpolitik, sich unermüdlich für Dialog, Völkerverständigung und Friedenssicherung einzusetzen. 

Bis zum 31. Juli 2015 im Auswärtigen Amt.

Bis zum 31. Juli 2015 im Auswärtigen Amt.
© Auswärtiges Amt

Der polnische Kulturstaatssekretär Zuchowski betonte, das Gedenken durchkreuze die Pläne der Täter, ihre grausamen Taten zu vertuschen. Die persönlichen Gegenstände der Opfer, etwa Münzen aus verschiedensten europäischen Ländern, seien als unsterblicher Beweis ein wichtiger Teil der Ausstellung.

Als Kurator dankte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" Pawlos für den deutschen Beitrag für die Gedenkstätten in Polen.

Die Ausstellung ist vom 8. bis zum 31. Juli 2015 im Lichthof des Auswärtigen Amts zu sehen. Öffnungszeiten: wochentags von 10 bis 19 Uhr.


Stand 07.07.2015

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