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Kasachstan

Wirtschaft

Stand: Juni 2016

Volkswirtschaft

Kasachstan gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Marktpreisen  von 195  Mrd. US-Dollar und einem BIP pro Kopf von 11.028 im Jahr 2015 (Quelle: IWF) zur Gruppe der erfolgreichen Transformationsstaaten, selbst wenn sich die Konjunktur in letzter Zeit stark eingetrübt hat.

Die von Präsident Nasarbajew verkündete Strategie 'Kasachstan 2050' formuliert die langfristigen Vorgaben für die Entwicklung des Landes. Ziel ist der Aufstieg in die Gruppe der 30 am meisten entwickelten Staaten. Eckpfeiler der kasachischen Wirtschafts- und Finanzpolitik sind neben einer geringen Verschuldung und einer Neuausrichtung der Energieversorgung eine verstärkte Modernisierung und Diversifizierung der kasachischen Wirtschaft, um deren Abhängigkeit von Abbau und Weiterverarbeitung von Rohstoffen, insbesondere von Rohöl, zu verringern. Besondere Bedeutung kommt hierbei dem Ausbau der verarbeitenden Industrie, der Landwirtschaft und des Transportwesens sowie der Umstrukturierung des Energiesektors zu. Priorität genießen zudem die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie strukturschwacher Regionen.

Gleichzeitig will Kasachstan seine Ölproduktion (2014: 80,8 Mio. t; -1,2% gegenüber Vorjahr) weiter ausweiten. Voraussetzung hierfür ist die endgültige Aufnahme der Förderung im Kaschagan-Feld im Kaspischen Meer, einem der weltweit größten Ölvorkommen.  Eine alternde Infrastruktur schränkt die Förderung ein. Umfassende Modernisierungsmaßnahmen sollen bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

Die kasachische Konjunkturlage hat sich angesichts der Wirtschafts- und Währungskrise in Russland und des niedrigen Ölpreises deutlich eingetrübt. Im Jahr 2015 ist das Wirtschaftswachstums auf 1,2 zurückgegangen (Quelle: EBRD, Weltbank; 2014: 4,3%). Als Reaktion hierauf hat Präsident Nasarbajew im November 2014 ein Konjunkturpaket angekündigt, das durch Infrastrukturinvestitionen kurzfristig Wachstumsimpulse setzen und Kasachstan so durch die wirtschaftlich schwierige Zeit tragen soll.

Ein wichtiges Instrument zur Finanzierung dieser Maßnahmen ist der kasachische Nationalfonds, in den ein bedeutender Teil der Staatseinnahmen aus Ölexporten eingespeist wird (Vermögen Stand Januar 2016: 64,2 Mrd. USD; im Vorjahr 71,8 Mrd. USD; Nettowährungs- und -goldreserven Kasachstans inklusive Ölfonds: 100,8 Mrd. USD; Quelle: Kasachische Nationalbank).

International treibt Kasachstan seine wirtschaftliche Integration voran. Kasachstan ist Mitglied der zum 01. Januar 2015 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion (vorher Zollunion) mit Russland und Belarus.

Am 30. November 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei, womit sich das Land verpflichtet, Handelshemmnisse (vor allem Zölle) abzubauen.. Auch die Beziehungen zur OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sollen weiter verstärkt werden.


Messen

In Kasachstan finden zahlreiche von deutschen Ausstellern regelmäßig besuchte Fachmessen statt, unter anderem im Bereich Rohstoff-Fördertechnik, Landwirtschaft, IT, Medizintechnik, Lebensmittel, Verpackung, Bauwesen und Innenausstattung. Die größte und bedeutendste Messe ist die alljährlich im Oktober in Almaty stattfindende Öl- und Gasmesse KIOGE.


Umwelt

Kasachstan schärft sein internationales Profil im Umweltbereich. Mit dem Ende September 2013 vorgestellten 'Green Bridge Partnership Programme (GBPP)' zielt Kasachstan auf den engeren Erfahrungsaustausch zwischen den Staaten Zentralasiens und Europas, um ein nachhaltiges Wachstum in der Region zu fördern. Zugleich treibt Kasachstan im Rahmen der 2013 vorgestellten 'Green Economy'-Strategie den ökologischen Umbau seiner Wirtschaft voran.

Kasachstan richtet die EXPO 2017 aus. Sie wird unter dem Titel 'Energie der Zukunft' in Astana stattfinden und einen Schwerpunkt auf den Themenbereich erneuerbare Energien und neue Technologien legen.

Die Umweltsituation ist in Teilen des Landes weiter kritisch: Große Umweltbelastungen gibt es vor allem in Semipalatinsk, wo auch 20 Jahre nach Beendigung der Nukleartests immer noch radioaktive Kontamination und Strahlenbelastung menschlicher und tierischer Nahrungsmittel nachweisbar sind. Der Aral-See, einst viertgrößte Binnensee der Welt, ist seit der Sowjetzeit mit Sondermüll belastet und seit 1960 drastisch auf 10% der ursprünglichen Wasserfläche geschrumpft. Mit Hilfe von Weltbank und UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) hat Kasachstan 2005 einen Damm auf der Nordseite des Sees fertig gestellt und den weiteren Wasserverlust eingedämmt. Auch der im Südosten des Landes gelegene Balchasch-See ist durch verringerte Zuflüsse wegen Stauseen in den Oberläufen und der Einleitung von Abwässern aus Kupferhütten gefährdet.

Mit seiner Wasserinitiative Zentralasien unterstützt das Auswärtige Amt im Rahmen der EU-Zentralasien-Strategie seit 2008 die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Wassernutzung und die Stärkung der regionalen Institutionen in diesem Sektor.


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