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Grußwort von Staatsminister Gernot Erler zur Eröffnung der Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt – Asiens Kulturen im Wandel“

02.10.2009

Es ist mir eine besondere Freude, Sie heute Abend im Namen des Auswärtigen Amts zur Eröffnung dieser wunderbaren Ausstellung begrüßen zu dürfen. Wir haben mit großem Interesse und Spannung die Genese dieses einzigartigen Projekts verfolgt und deshalb freue ich mich heute so sehr, dabeisein zu können, wenn sich die Türen hier in den Reiss-Engelhorn-Museen öffnen. Wir werden Dinge zu sehen bekommen, die in Deutschland noch nie gezeigt worden sind.

Alexander der Große – was für ein Name, was für eine Geschichte! Schon in der Schule hat uns diese herausragende Persönlichkeit der Antike fasziniert.

Wir haben gestaunt über seiner Tatkraft und verfolgt, wie seine Visionen Wirklichkeit wurden und die Lebensweise ganzer Völker für immer geprägt haben. Vielleicht hat der eine oder andere auch die Hollywood-Verfilmung vor Augen, die im Jahr 2004 viel Aufsehen erregte. Jeder von uns hat sicherlich sein eigenes Bild von diesem Alexander im Kopf.

Da ist es schon ein ehrgeiziges Ziel, diese Bilder durch eine revolutionäre Neuausrichtung des Blickwinkels verändern zu wollen. Nicht weniger wollen die Reiss-Engelhorn-Museen. Gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut wollen Sie unseren Blick erweitern. Sie wollen uns in die Lage versetzen, der historischen Figur Alexanders des Großen ganz neue Facetten abzugewinnen. Sie wollen uns neue Einblicke in sein Wirken geben. Ich bin ungeheuer gespannt auf unseren ersten Rundgang!

Mein besonderer Dank gilt zuvor allen, die dieses ehrgeizige Projekt möglich gemacht, die diese Ausstellung geplant und geschaffen haben. Ich weiß sehr gut, dass die Vorbereitungen nicht immer einfach waren. Ich bin froh, dass Sie mit großer Energie alle Herausforderungen gemeistert haben. Dazu kann ich Sie, Herr Professor Wiezcorek, Herr Professor Gehrke, Herr Professor Hansen und ihre Teams nur beglückwünschen. Dies alles war nur möglich mit großzügiger Unterstützung der Leihgeber, der Stadt Mannheim und der Gerda Henkel Stiftung, die in der Archäologie mittlerweile eine feste Größe ist. Ihnen allen sei sehr herzlich gedankt!

Das Interesse der Menschen an Archäologie und historischer Forschung ist groß. Ein Beispiel: wir haben im Auswärtigen Amt über 320 Presseartikel gezählt, als der Sensationsfund des Pferdekopfes in Waldgirmes – übrigens zu verdanken einer Mitarbeiterin des Deutschen Archäologischen Instituts - Schlagzeilen machte. Diese Faszination entspricht unserem tiefsitzenden Wunsch nach Aufklärung über unsere kulturelle Identität. Einerseits wollen wir begreifen, woher wir kommen und wie unser kulturelles Erbe mit dem anderer Gesellschaften verwoben ist. Andererseits ist es eben auch Aufgabe der Wissenschaft – hier beziehe ich mich auf Ralf Dahrendorf -, „das öffentliche Verständnis zu schärfen, sogar das öffentliche Bewusstsein zu prägen.“

Alexander der Große hat mehr als das getan – er hat Geschichte gemacht. Sein Wirken ist für Veränderungen verantwortlich, die auch noch lange nach seiner nur 12jährigen Herrschaft die Welt zwischen der griechischen Ägäis und dem Indus prägen. In Zentralasien hat sich daraus eine Kunst entwickelt, die eine Mischung von Kulturen bezeugt, wie sie fruchtbarer, überraschender, aber auch nachhaltiger kaum hätte sein können. Zeugnisse dieser unvergleichlichen Entwicklung sind die Bilderwelt der Kuschan und Ghandara, aber auch die ersten menschlichen Darstellung Buddhas – ein Exponat, das zu sehen ich mich schon ganz besonders freue.

Lieber Herr Professor Gehrke, lieber Herr Professor Hansen,

ich möchte den heutigen Abend zum Anlass nehmen, um einmal mehr die gute und dauerhafte Partnerschaftzwischen dem Auswärtigen Amt und dem Deutschen Archäologischen Institut zu unterstreichen.

Diese Zusammenarbeit ist in Berlin sehr eng, trägt aber vor allem im Ausland ihre Früchte, wo das DAI an vielen Stellen vertreten ist. Sie hat eine lange Tradition, die in den klassischen Ländern der Archäologie begründet ist, aber heute weit über sie hinausreicht. Damit ist das DAI zu einem wichtigen Partner unserer Auswärtigen Kulturpolitik geworden. Denn die deutschen Archäologen leisten im Ausland nicht nur wissenschaftlich Hervorragendes, sie bauen mit ihrer Arbeit auch immer eine kulturelle Brücke. Die Zusammenarbeit in Forscherteams schafft Brücken, die oft haltbarer sind, als ein bloßer politischer Gesprächskontakt sein kann.

Wenn dann diese fruchtbare Zusammenarbeit in eine solche Ausstellung mündet, wie wir sie heute Abend sehen werden, dann zeigt sich eindrucksvoll, was Auswärtige Kulturpolitik leisten kann – sie schafft Verbindungen, führt Menschen zusammen, treibt die Wissenschaft voran und lässt vor allem so wunderbare Kulturprojekte Wirklichkeit werden wie unsere Ausstellung „Alexander der Große“.

Ich wünsche dieser Ausstellung viel Erfolg, mögen die Besucher aus allen Teilen Deutschlands kommen, um über das Wirken des großen Alexanders zu erfahren!

Uns allen wünsche ich nun noch ein wunderbaren Abend voller neuer Einblicke in die faszinierende Welt der Archäologie.

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