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Kroatien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2013

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien sind ausgezeichnet. Dies beruht zum einen auf jahrhundertelangen kulturellen Einflüssen Deutschlands beziehungsweise Österreichs und der großen Zahl von Kroaten, die dauerhaft in Deutschland leben (rund 223.000 Personen) sowie früheren Gastarbeitern, die zwischenzeitlich nach Kroatien zurückgekehrt sind. Zum anderen besuchen jedes Jahr zahlreiche deutsche Touristen Kroatien (2012: rund 1,85 Millionen). Ein weiterer Gesichtspunkt ist der intensive wirtschaftliche Austausch. Auch in wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bestehen enge Beziehungen zwischen Institutionen und Menschen beider Länder.

Der Besucheraustausch im politischen Bereich ist intensiv. So besuchten Bundeskanzlerin Merkel sowie Bundestagspräsident Lammert im Jahr 2007, Bundespräsident Köhler 2008, Bundesaußenminister Westerwelle sowie Bundeswirtschaftsminister Brüderle 2010 Kroatien. 2011 waren sowohl Bundesaußenminister Westerwelle als auch Bundeskanzlerin Merkel in Kroatien zu Gast. Der kroatische Staatspräsident Ivo Josipović traf 2011 mit Bundespräsident Wulff offiziell zusammen, die damalige kroatische Premierministerin Jadranka Kosor 2010 mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin. Im September 2012 war der kroatische Premierminister Zoran Milanović bei Bundeskanzlerin Merkel zu Gast. Zuletzt war vom 06. bis 08.12.2012 Bundespräsident Gauck zu einem offiziellen Besuch in Kroatien. Die Gemischten Kommissionen Bayerns und Baden-Württembergs mit Kroatien treffen sich regelmäßig. Wechselseitige Besuche von Mitgliedern des Bundestags, von Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Landtage bzw. von Angehörigen des kroatischen Parlaments sowie regelmäßige Kontakte von Fachbeamten, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Bürgern allgemein ergänzen dieses Bild.

Durch eine Vielzahl von Projekten hilft die Bundesregierung bei der Stärkung marktwirtschaftlicher Strukturen, der Modernisierung der Verwaltung, der Reform der Justiz und bei der Anpassung der kroatischen Gesetzgebung an die Erfordernisse des europäischen Rechts. Dies geschieht hauptsächlich durch Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen, die Ausarbeitung von Studien, Besuchsreisen und Hospitationen kroatischer Beamter, Unternehmensmitarbeiter und anderer Fachleute in Deutschland. Auch weiterhin werden mit deutscher Hilfe humanitäre Maßnahmen durchgeführt; dazu zählt die Reparatur kriegszerstörter Häuser, der Wiederaufbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Räumung von Minen.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung unterhalten Büros in Zagreb. Auch die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung sind in Kroatien aktiv.

Wirtschaftsbeziehungen

Als Handelspartner von Kroatien steht Deutschland nach Italien an zweiter Stelle, bei den ausländischen Direktinvestitionen nimmt Deutschland nach Österreich und den Niederlanden den dritten Platz ein. Deutsche Urlauber stellen das zahlenmäßig größte Kontingent an Besuchern Kroatiens. Im Jahr 2012 ist die Zahl der deutschen Touristen um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Neben größeren deutschen Investitionen durch die Deutsche Telekom, Siemens, Krupp, Bayer, BASF, Daimler, Schott, Messer, RWE, RWE Aqua und WTE Wassertechnik haben zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen Tochterfirmen in Kroatien gegründet.

Ein Abkommen über den gegenseitigen Schutz von Investitionen trat im August 2000 in Kraft, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung im Dezember 2006. Weiterhin gibt es ein Abkommen über den Straßenverkehr und eine Absprache über die vorläufige Anwendung eines Luftverkehrsabkommens. Über ein Seeverkehrsabkommen wird verhandelt.

Seit 2003 ist in Kroatien eine Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer tätig, daneben besteht seit Jahren ein Germany Trade and Invest-Büro (ehemalige Bundesagentur für Außenwirtschaft - bfai). Seit einigen Jahren sind zahlreiche deutsche Experten im Rahmen der verschiedenen EU-Beitrittsprogrammen in Kroatien tätig.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Kooperation ist das deutsch-kroatische Kulturabkommen vom 26.08.1994, das seit dem 23.01.1998 in Kraft ist. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Mobilitätsförderung im Bereich der Wissenschaft und der Hochschulen sowie der Erhalt bzw. der weitere Ausbau der starken Stellung der deutschen Sprache im kroatischen Bildungswesen (rund 30 Prozent aller kroatischen Schüler lernen Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache). In Kroatien sind das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) (drei Lektoren, eine Sprachassistentin) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) (Koordinator für das Deutsche Sprachdiplom und acht weitere Programmlehrer an kroatischen Gymnasien) tätig.

Im Jahr 2004 wurde die Deutsche Internationale Schule in Zagreb (DISZ) gegründet, der ein Kindergarten angeschlossen ist. Die Schule umfasst derzeit die Klassen 1-10. Seit 2005 arbeitet die Deutsche Internationale Schule mit der Französischen Schule im Rahmen eines EUROCAMPUS zusammen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.