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Kroatien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2016

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien sind sehr eng. Ein wichtiges Element dieser Beziehungen ist die große Zahl an Kroaten, die in Deutschland leben (rund 263.000 Personen) sowie früheren Gastarbeitern, die zwischenzeitlich nach Kroatien zurückgekehrt sind. Zudem besuchen jedes Jahr rund zwei Millionen deutsche Touristen Kroatien. Auch in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bestehen enge Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Der politische Besucheraustausch ist intensiv. Zuletzt war der kroatische Ministerpräsident Orešković am 01.03.2016 zu einem offiziellen Besuch in Deutschland, unmittelbar zuvor der kroatische Außenminister Kovač am 08.02.2016.  Bundesaußenminister Steinmeier hatte Kroatien am 30.04.2015 besucht. Im März 2015 erfolgte in Berlin ein offizieller Besuch der  kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović  statt. Bundespräsident Joachim Gauck besuchte Kroatien im Dezember 2012. Im Januar 2014 fand in Berlin das Deutsch-Kroatische Forum statt. Bundeskanzlerin Merkel nahm am 15.07.2014 in Dubrovnik am Brdo-Brijuni-Gipfel teil..

Die Gemischten Kommissionen Bayerns und Baden-Württembergs mit Kroatien treffen sich regelmäßig. Wechselseitige Besuche von Mitgliedern des Bundestags, von Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Landtage bzw. von Angehörigen des kroatischen Parlaments sowie regelmäßige Kontakte von Fachbeamten, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Bürgern allgemein ergänzen dieses Bild.

Auch nach dem Beitritt zur EU (Europäische Union) unterstützt Deutschland Kroatien in zahlreichen Projekten bei der Festigung marktwirtschaftlicher Strukturen, der Modernisierung der Verwaltung, der Reform der Justiz und dem Ausbau von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dies geschieht hauptsächlich durch Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen, die Ausarbeitung von Studien, Besuchsreisen und Hospitationen kroatischer Beamter, Unternehmensmitarbeiter und anderer Fachleute in Deutschland. Mit deutscher Hilfe wurden in der Vergangenheit auch humanitäre Maßnahmen durchgeführt; dazu zählen die Reparatur kriegszerstörter Häuser, der Wiederaufbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Räumung von Minen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind ausgesprochen eng: Deutschland war in den ersten elf Monaten 2015 Kroatiens größter Handelspartner gefolgt von Italien und Slowenien, bei den ausländischen Direktinvestitionen nimmt Deutschland nach den Niederlanden und Österreich den dritten Platz ein. Neben größeren deutschen Investitionen u.a. durch DAX-Konzerne haben zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen Tochterfirmen in Kroatien gegründet. Deutsche Urlauber stellen mit zwei Millionen Touristen pro Jahr das zahlenmäßig größte Kontingent an Besuchern Kroatiens. Im Jahr 2015 ist die Zahl der deutschen Touristen um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Ein Abkommen über den gegenseitigen Schutz von Investitionen trat im August 2000 in Kraft, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung im Dezember 2006.

Seit 2003 ist in Kroatien eine Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer tätig, die 2015 einen deutlichen Zuwachs bei ihren Mitgliederzahlen auf über 370 Unternehmen verzeichnen konnte. Darüber hinaus ist Germany Trade and Invest mit einem Büro vertreten.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Kooperation ist das deutsch-kroatische Kulturabkommen vom 26.08.1994, das seit dem 23.01.1998 in Kraft ist. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Mobilitätsförderung im Bereich der Wissenschaft und der Hochschulen sowie der Erhalt bzw. weitere Ausbau der starken Stellung der deutschen Sprache im kroatischen Bildungswesen (rund 30 Prozent aller kroatischen Schüler lernen Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache). In Kroatien sind das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) (Koordinator für das Deutsche Sprachdiplom und acht weitere Programmlehrer an kroatischen Gymnasien) tätig.

Im Jahr 2004 wurde die Deutsche Internationale Schule in Zagreb (DISZ) gegründet. Sie führt vom Kindergarten bis zum Abitur und kooperiert eng mit der Französischen Schule Zagreb als Eurocampus.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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