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Kroatien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien sind sehr eng. Ein wichtiges Element dieser Beziehungen ist die große Zahl an Kroaten, die dauerhaft in Deutschland leben (rund 223.000 Personen) sowie früheren Gastarbeitern, die zwischenzeitlich nach Kroatien zurückgekehrt sind. Zudem besuchen jedes Jahr zahlreiche deutsche Touristen Kroatien (2013: rund 1,93 Millionen). Auch in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bestehen enge Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Der politische Besucheraustausch ist intensiv. Zuletzt war im Dezember 2012 Bundespräsident Gauck zu einem offiziellen Besuch in Kroatien. Im Januar 2014 traf die kroatische Außenministerin Vesna Pusić mit Bundesaußenminister Steinmeier in Berlin aus Anlass des Deutsch-Kroatischen Forums zusammen.

Die Gemischten Kommissionen Bayerns und Baden-Württembergs mit Kroatien treffen sich regelmäßig. Wechselseitige Besuche von Mitgliedern des Bundestags, von Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Landtage bzw. von Angehörigen des kroatischen Parlaments sowie regelmäßige Kontakte von Fachbeamten, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Bürgern allgemein ergänzen dieses Bild.

Auch nach dem EU-Beitritt unterstützt Deutschland Kroatien in zahlreichen Projekten bei der Festigung marktwirtschaftlicher Strukturen, der Modernisierung der Verwaltung, der Reform der Justiz und dem Ausbau von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dies geschieht hauptsächlich durch Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen, die Ausarbeitung von Studien, Besuchsreisen und Hospitationen kroatischer Beamter, Unternehmensmitarbeiter und anderer Fachleute in Deutschland. Mit deutscher Hilfe wurden in der Vergangenheit auch humanitäre Maßnahmen durchgeführt; dazu zählen die Reparatur kriegszerstörter Häuser, der Wiederaufbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Räumung von Minen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist Kroatiens zweitgrößter Handelspartner nach Italien, bei den ausländischen Direktinvestitionen nimmt Deutschland nach Österreich auch den zweiten Platz ein. Deutsche Urlauber stellen das zahlenmäßig größte Kontingent an Besuchern Kroatiens. Im Jahr 2013 ist die Zahl der deutschen Touristen um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Neben größeren deutschen Investitionen durch die Deutsche Telekom, Siemens, Krupp, Bayer, BASF, Daimler, Schott, Messer, RWE und RWE Aqua haben zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen Tochterfirmen in Kroatien gegründet. Seit der Lieberalisierung des Energiemarktes im Jahr 2013 ist auch das deutsche Unternehmen RWE Energija GmbH also Stromlieferant für Privatkunden in Kroatien tätig.

Ein Abkommen über den gegenseitigen Schutz von Investitionen trat im August 2000 in Kraft, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung im Dezember 2006. Weiterhin gibt es ein Abkommen über den Straßenverkehr und eine Absprache über die vorläufige Anwendung eines Luftverkehrsabkommens. Über ein Seeverkehrsabkommen wird verhandelt.

Seit 2003 ist in Kroatien eine Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer tätig, die 2012 und 2013 einen deutlichen Zuwachs bei ihren Mitgliederzahlen verzeichnen konnte. Neben der Kammer besteht seit Jahren ein Germany Trade and Invest-Büro (ehemalige Bundesagentur für Außenwirtschaft - bfai).

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Kooperation ist das deutsch-kroatische Kulturabkommen vom 26.08.1994, das seit dem 23.01.1998 in Kraft ist. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Mobilitätsförderung im Bereich der Wissenschaft und der Hochschulen sowie der Erhalt bzw. weitere Ausbau der starken Stellung der deutschen Sprache im kroatischen Bildungswesen (rund 30 Prozent aller kroatischen Schüler lernen Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache). In Kroatien sind das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) (drei Lektorinnen, eine Sprachassistentin) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) (Koordinator für das Deutsche Sprachdiplom und acht weitere Programmlehrer an kroatischen Gymnasien) tätig.

Im Jahr 2004 wurde die Deutsche Internationale Schule in Zagreb (DISZ) gegründet. Sie führt vom Kindergarten bis zum Abitur und kooperiert eng mit der Französischen Schule Zagreb als einziger Eurocampus in Europa.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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