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Kroatien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2015

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien sind sehr eng. Ein wichtiges Element dieser Beziehungen ist die große Zahl an Kroaten, die in Deutschland leben (rund 263.000 Personen) sowie früheren Gastarbeitern, die zwischenzeitlich nach Kroatien zurückgekehrt sind. Zudem besuchen jedes Jahr rund zwei Millionen deutsche Touristen Kroatien. Auch in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bestehen enge Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Der politische Besucheraustausch ist intensiv. Zuletzt war die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović im März 2015 zu einem offiziellen Besuch in Deutschland, Bundespräsident Joachim Gauck besuchte Kroatien im Dezember 2012. Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Zagreb am 30.04.2015. Im Januar 2014 traf die kroatische Außenministerin Vesna Pusić mit Bundesaußenminister Steinmeier in Berlin aus Anlass des Deutsch-Kroatischen Forums zusammen. Bundeskanzlerin Merkel nahm am 15.07.2014 in Dubrovnik am Brdo-Brijuni-Gipfel teil, Ministerpräsident Zoran Milanović vertrat Kroatien auf der Westbalkankonferenz der Bundesregierung in Berlin am 28.08.2014.

Die Gemischten Kommissionen Bayerns und Baden-Württembergs mit Kroatien treffen sich regelmäßig. Wechselseitige Besuche von Mitgliedern des Bundestags, von Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Landtage bzw. von Angehörigen des kroatischen Parlaments sowie regelmäßige Kontakte von Fachbeamten, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Bürgern allgemein ergänzen dieses Bild.

Auch nach dem Beitritt zur EU (Europäische Union) unterstützt Deutschland Kroatien in zahlreichen Projekten bei der Festigung marktwirtschaftlicher Strukturen, der Modernisierung der Verwaltung, der Reform der Justiz und dem Ausbau von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dies geschieht hauptsächlich durch Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen, die Ausarbeitung von Studien, Besuchsreisen und Hospitationen kroatischer Beamter, Unternehmensmitarbeiter und anderer Fachleute in Deutschland. Mit deutscher Hilfe wurden in der Vergangenheit auch humanitäre Maßnahmen durchgeführt; dazu zählen die Reparatur kriegszerstörter Häuser, der Wiederaufbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Räumung von Minen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland war in den ersten sechs Monaten 2015 Kroatiens größter Handelspartner gefolgt von Italien und Slowenien, bei den ausländischen Direktinvestitionen nimmt Deutschland nach Österreich und den Niederlanden den dritten Platz ein. Deutsche Urlauber stellen mit zwei Millionen Touristen pro Jahr das zahlenmäßig größte Kontingent an Besuchern Kroatiens. Im Jahr 2014 ist die Zahl der deutschen Touristen um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, in den ersten sieben Monaten um 9,9 Prozent. Neben größeren deutschen Investitionen durch die Deutsche Telekom, Siemens, Krupp, Bayer, BASF, Daimler, Schott, Messer, RWE und RWE Aqua haben zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen Tochterfirmen in Kroatien gegründet. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 2013 ist auch das deutsche Unternehmen RWE Energija GmbH als Stromlieferant für Privatkunden in Kroatien tätig.

Ein Abkommen über den gegenseitigen Schutz von Investitionen trat im August 2000 in Kraft, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung im Dezember 2006. Weiterhin gibt es ein Abkommen über den Straßenverkehr und eine Absprache über die vorläufige Anwendung eines Luftverkehrsabkommens. Über ein Seeverkehrsabkommen wird verhandelt.

Seit 2003 ist in Kroatien eine Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer tätig, die 2014 und 2015 einen deutlichen Zuwachs bei ihren Mitgliederzahlen verzeichnen konnte. Neben der Kammer besteht seit Jahren ein Germany Trade and Invest-Büro (ehemalige Bundesagentur für Außenwirtschaft - bfai).

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Kooperation ist das deutsch-kroatische Kulturabkommen vom 26.08.1994, das seit dem 23.01.1998 in Kraft ist. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Mobilitätsförderung im Bereich der Wissenschaft und der Hochschulen sowie der Erhalt bzw. weitere Ausbau der starken Stellung der deutschen Sprache im kroatischen Bildungswesen (rund 30 Prozent aller kroatischen Schüler lernen Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache). In Kroatien sind das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) (Koordinator für das Deutsche Sprachdiplom und acht weitere Programmlehrer an kroatischen Gymnasien) tätig.

Im Jahr 2004 wurde die Deutsche Internationale Schule in Zagreb (DISZ) gegründet. Sie führt vom Kindergarten bis zum Abitur und kooperiert eng mit der Französischen Schule Zagreb als Eurocampus.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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