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Saudi-Arabien

Außenpolitik

Stand: Juli 2017

Außenpolitische Leitlinien

Im Kontext der Krisen und Konflikte in der arabischen Welt sind die Bewahrung von Sicherheit und Stabilität in der Region, die Eindämmung des Einflusses Irans sowie der Kampf gegen den Terror die Prioritäten der saudi-arabischen Außenpolitik.

Das Königreich hat als geographischer Ursprungsort des Islams eine gewichtige Stimme in der islamischen Welt. Der König trägt den Titel "Hüter der beiden heiligen Stätten", womit die Kaaba in Mekka und die Prophetenmoschee in Medina gemeint sind.

War die Politik Saudi-Arabiens in der Region zu Beginn des arabischen Frühlings überwiegend reaktiv, so hat Saudi-Arabien in den letzten Jahren seine Politik deutlich aktiver gestaltet und seine Stellung als bedeutender außenpolitischer Akteur ausgebaut.

Saudi-Arabien beansprucht eine Führungsrolle bei der Terrorismusbekämpfung, ist Mitinitiator und fester Bestandteil der internationalen Koalition gegen IS und  hat im Dezember 2015 eine aus 34 sunnitischen Ländern bestehende Koalition gegen IS und andere Terrorgruppen ("Islamic Military Counter Terrorism Coalition") gegründet, die inzwischen auf 39 Staaten angewachsenen ist.


Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Das Königreich gehört zu den Gründerstaaten vieler multilateraler Organisationen, z.B. der Vereinten Nationen, der Arabischen Liga (AL), der Organisation der islamischen Zusammenarbeit (OIC) und des Golfkooperationsrates (GKR). Es ist Sitzstaat der OIC (Djidda), der größten islamischen Weltorganisation, und des GKR (Riad). Innerhalb des GKR hat Saudi-Arabien als bevölkerungsreichstes Land auf der arabischen Halbinsel großen Einfluss, hat dieses Jahr zudem den Vorsitz inne und setzt sich für eine stärkere Integration des Bündnisses ein.


Außenpolitik im regionalen Rahmen

Anfang Juni 2017 kam es zu einem Zerwürfnis mit Katar. Am 05.06.2017 brach Saudi-Arabien gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Die Staaten sperrten ihren See- und Luftraum für Katar. Saudi-Arabien schloss darüber hinaus die Landgrenze mit Katar. Katarische Staatsangehörige wurden aufgefordert, Saudi-Arabien zu verlassen. Die Nachbarstaaten werfen Katar unter anderem Terrorismusfinanzierung vor. Die Fronten scheinen verhärtet.

Auch die Beziehungen zu Iran haben sich deutlich verschlechtert. Anfang Januar 2016 hat Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen, nachdem es zu anti-saudischen Protesten in Iran mit Übergriffen auf saudische Auslandsvertretungen infolge der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien gekommen war. Auch die Handelsbeziehungen und der direkte Flugverkehr zwischen Saudi-Arabien und Iran wurden eingestellt. Seitdem ist keine Entspannung im Verhältnis der beiden Länder erkennbar.

Saudi-Arabien führt eine arabische Koalition an, die den jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi im Kampf gegen die Huthi-Rebellen und die mit diesen verbündeten Truppen des ehemaligen Präsidenten Saleh militärisch unterstützt. In diesem Rahmen fliegt Saudi-Arabien seit März 2015 Luftangriffe in Jemen. Gleichzeitig fordert es mit Nachdruck eine politische Lösung in Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 2216.

Im Syrienkrieg hat sich Saudi-Arabien seit August 2011 klar gegen das syrische Regime positioniert. Es fordert einen Amtsverzicht von Präsident Bashar al-Assad und unterstützt die syrische Opposition. Da Saudi-Arabien die Genfer Flüchtlingskonvention nicht gezeichnet hat, kennt es keinen offiziellen Flüchtlingsstatus, duldet aber den Aufenthalt zahlreicher Syrer, die nach Ausbruch des Krieges nach Saudi-Arabien gekommen sind. 

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Irak haben sich seit Amtsantritt des irakischen Ministerpräsidenten al-Abadi verbessert. Saudi-Arabien hat im Dezember 2015 seine Botschaft in Bagdad wieder eröffnet und dem Land erhebliche Mittel für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau zur Verfügung gestellt.

Saudi-Arabien unterhält enge Beziehungen zu Ägypten und unterstützt das Land auch finanziell.

Im Nahostkonflikt tritt Saudi-Arabien im Rahmen der von König Abdallah 2002 begründeten Arabischen Friedensinitiative weiter aktiv für die Zweistaatenlösung ein und unterstützt gleichzeitig die palästinensischen Bestrebungen nach einer Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen.


Verhältnis zu westlichen Ländern

Die USA gelten als Sicherheitsgarant in der Golfregion und damit als wichtigster westlicher Partner Saudi-Arabiens. Beide Länder pflegen einen hochrangigen Besucheraustausch. Die erste Auslandsreise des neugewählten US-Präsidenten Donald Trump führte im Mai 2017 nach Riad. Dort fand auch der amerikanische-arabische Gipfel statt, an dem Staatsführer aus 55 mehrheitlich muslimischen Ländern teilnahmen.

Die EU unterhält eine Delegation in Riad. Innerhalb der EU- Mitgliedstaaten sind Großbritannien und Frankreich die wichtigsten Partner Saudi-Arabiens.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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