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Algerien

Außenpolitik

Stand: April 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Algerien ist aufgrund seiner Größe, seiner Geschichte, seines Reichtums an Bodenschätzen, seiner geographischen Lage und seiner militärischen Macht ein wichtiger Akteur in der Region. Wichtigste Grundlinien seiner Außenpolitik sind die Achtung der territorialen Integrität und Souveränität von Staaten, die Ablehnung jeglicher Einmischung von außen und die friedliche Beilegung von Konflikten.

Neben der Zusammenarbeit mit seinen Nachbarstaaten und den weiteren afrikanischen und arabischen Staaten innerhalb der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga misst Algerien den Beziehungen zur EU und den USA große Bedeutung bei. Algerien unterhält aber auch bedeutende wirtschaftliche und politische Kontakte zu Russland und China.

Algerien sieht sich von verschiedenen Unruheherden umgeben und sorgt sich in erster Linie um Stabilität und Sicherheit sowie wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Bei den Beziehungen zu seinen internationalen Partnern spielen für Algerien neben der Bekämpfung des Terrorismus auch Wirtschaftsinteressen (Öl-/Gasexporte sowie Interesse an ausländischen Investitionen in Algerien) eine Rolle.

Die regionale Zusammenarbeit im Maghreb durch Wiederbelebung der Union des Arabischen Maghreb leidet insbesondere an dem gespannten Verhältnis zwischen Algerien und Marokko. Die Landgrenzen zwischen beiden Ländern bleiben weiterhin geschlossen. Differenzen im Hinblick auf die Westsahara-Problematik erschweren eine weitere Annäherung.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Algerien sind eng. Die EU war mit circa 60 Prozent der Im- und Exporte im ersten Halbjahr 2013 der wichtigste Handelspartner des Landes. Der Umfang der Ausfuhr aus EU-Staaten nach Algerien betrug im ersten Halbjahr 2013 14,98 Milliarden US-Dollar. Eingeführt wurden in die EU im gleichen Zeitraum algerische Waren im Wert von 24,17 Milliarden US-Dollar. Die EU ist neben den USA Hauptabnehmer algerischer Energie-Exporte.

Ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union ist seit 2005 in Kraft. Bestandteil des Abkommens ist die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone im Laufe von 12 Jahren. Algerien setzte das Abkommen unter Anwendung der Schutzklausel einseitig in Teilen aus und erwartet von der EU mehr Direktinvestitionen und verstärkten Technologietransfer. In den 2012 abgeschlossenen  Neuverhandlungen wurde die Frist für die Schaffung einer Freihandelszone um drei Jahre verlängert und zudem einige Zollkontingente verändert.

Die EU und Algerien arbeiten im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik zusammen, seit 2012 gibt es auch Verhandlungen zur Ausarbeitung eines Aktionsplans. Die EU unterstützt den Prozess der Restrukturierung und Öffnung der algerischen Wirtschaft. Für den Zeitraum 2011 bis 2013 stellt die EU dafür insgesamt rund 190 Millionen Euro zur Verfügung.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.