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Außenpolitik
Stand: April 2013
Grundlinien der Außenpolitik
Algerien versteht sich auf Grund seiner Größe, seines Reichtums an Bodenschätzen und einer aus dem Unabhängigkeitskampf hergeleiteten moralischen Autorität als regionale Führungsmacht. Wichtigste Grundlinien seiner Außenpolitik sind die Achtung der territorialen Integrität und Souveränität von Staaten, die Ablehnung jeglicher Einmischung von außen und die friedliche Beilegung von Konflikten.
Neben der Zusammenarbeit mit den afrikanischen und arabischen Staaten innerhalb der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga misst Algerien den Beziehungen zur EU und den USA große Bedeutung bei. Algerien baut seine wirtschaftlichen und politischen Kontakte zu Russland und vor allem China aus.
Neben rein außenpolitischen Fragen spielen für Algerien bei den Beziehungen zu seinen internationalen Partnern auch Wirtschaftsinteressen (Öl/Gas) sowie die Bekämpfung des internationalen Terrorismus eine Rolle. Die algerische Regierung sieht sich als wichtigen Partner im Kampf gegen den Terrorismus.
Die regionale Zusammenarbeit im Maghreb durch Wiederbelebung der Union des Arabischen Maghreb leidet insbesondere an dem gespannten Verhältnis zwischen Algerien und Marokko. Trotz der jüngsten Annäherung bleiben die Landgrenzen zwischen beiden Ländern weiterhin geschlossen. Differenzen im Hinblick auf die Westsahara-Problematik erschweren eine weitere Annäherung.
Beziehungen zur Europäischen Union
Die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Algerien sind eng. Die EU ist mit circa 50 Prozent der Im- und Exporte seit Jahren der wichtigste Handelspartner des Landes. Der Umfang der Ausfuhr aus EU-Staaten nach Algerien betrug 2011 17,2 Milliarden Euro. Eingeführt wurden in die EU im gleichen Jahr Waren im Wert von 27,7 Milliarden Euro. Die EU ist Hauptabnehmer algerischer Energie-Exporte. Dabei nimmt Erdgas eine herausragende Stellung ein: rund 90 Prozent der algerischen Gas-Exporte sind für den europäischen Markt bestimmt. Algerien ist drittgrößter Gaslieferant Europas und versorgt insbesondere die Mittelmeeranrainer Portugal, Spanien, Italien und Frankreich.
Ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union trat am 01. September 2005 in Kraft. Teil des Abkommens ist die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone im Laufe von 12 Jahren. Algerien setzte das Abkommen unter Anwendung der Schutzklausel einseitig in Teilen aus und erwartet von der EU mehr Direktinvestitionen und verstärkten Technologietransfer. In Neuverhandlungen, die 2012 abgeschlossen wurden, wurde die Frist für die Schaffung einer Freihandelszone um drei Jahre verlängert und zudem einige Zollkontingente verändert.
Die EU und Algerien arbeiten im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik zusammen, seit 2012 gibt es auch Konsultationen zur Ausarbeitung eines Aktionsplans. Die EU unterstützt den Prozess der Restrukturierung und Öffnung der algerischen Wirtschaft. Für den Zeitraum 2011 bis 2013 stellt die EU insgesamt rund 190 Millionen Euro zur Verfügung.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
