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Nicaragua

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2012

Kulturelles Leben

Trotz der weit verbreiteten Armut verfügt Nicaragua über ein verhältnismäßig reiches kulturelles Leben. Die katholische Religion spielt im Leben vieler Nicaraguaner eine bestimmende Rolle. Historisch wirkt der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Spanien bis heute nach. Unverkennbar ist aber auch die Nähe zu den Vereinigten Staaten: Rund 700.000 Nicaraguaner leben in den USA; in Fernsehen und Kino laufen amerikanische Filme, und die nicaraguanische Auslandsberichterstattung konzentriert sich stark auf Washington.


Kulturelle Identität

Die präkolumbische Kultur hat in Nicaragua im Gegensatz etwa zu Guatemala nur schwache Spuren hinterlassen. Einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität leistet dagegen die nationale Folklore, etwa das 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärte Stück "El Güegüense". Nicht zuletzt ist die nicaraguanische Mentalität stark durch die noch lebendige Erinnerung an die Revolution von 1979 und den Bürgerkrieg der 80er Jahre geprägt. Gerade diese Epoche des Umsturzes hat weltbekannte Autoren wie Ernesto Cardenal, Sergio Ramírez und Gioconda Belli hervor gebracht.

Die staatliche Kulturförderung ist nur bescheiden ausgestattet.


Schulwesen

Das staatliche Kultur- und Bildungswesen des nach Wirtschaftsleistung zweitärmsten Landes Lateinamerikas ist wenig leistungsfähig: Fast 20 Prozent der Kinder besuchten bislang keine Schule; nur rund 30 Prozent der Schulabgänger erreichen einen Abschluss. Dieses will die sandinistische Regierung möglichst rasch ändern. Erste Erfolge kann die Regierung bereits in ihrem Kampf gegen Analphabetismus vorweisen: Die Analphabetenrate von 20 Prozent im Jahr 2006 wurde auf 16% Prozent gesenkt. Rund 400.000 der über fünf Millionen Nicaraguaner gehen derzeit auf die Sekundarschule, deren Abschluss in etwa der Mittleren Reife entspricht. Über 100.000 Jugendliche studieren an den 41 anerkannten staatlichen und privaten Universitäten. In der Regel bieten die Hochschulen nur einen ersten Abschluss an, der in etwa dem deutschen Bachelor entspricht.


Medien

Die nicaraguanischen Printmedien sind zum großen Teil unabhängig und berichten kritisch. Die wichtigsten Tageszeitungen, die auch über Internetausgaben verfügen, sind "La Prensa" (www.laprensa.com.ni) und "El Nuevo Diario" (www.elnuevodiario.com.ni). Wichtigstes politisches Magazin ist das wöchentlich erscheinende "Confidencial" (www.confidencial.com.ni).

Die Familie Ortega hat in den vergangenen Jahren gezielt Fernsehsender des Landes aufgekauft, die weitgehend regierungsfreundliche Berichterstattung betreiben. „Canal 12“ ist der einzig verbliebene Fernsehsender, der sich auf anspruchsvollem Niveau kritisch mit den politischen und sozialen Fragen des Landes auseinandersetzt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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