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Europa im Fokus – Internationale Diplomatenausbildung

Mit Unterstützung der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amts führt die Internationale Diplomatenausbildung der Akademie Auswärtiger Dienst seit dem 15. Juni für zunächst ein Jahr ein EU-Kolleg durch, das in den kommenden Jahren fortgesetzt werden soll. 

Dies ist ein spezifisch europapolitisches Informationsangebot an die in Berlin tätigen Botschaften unserer EU-Partner und richtet sich an die dortigen EU-Korrespondenten. Von den 26 in Berlin akkreditierten Botschaften aus EU-Ländern nehmen bislang 25 Botschaften teil, überwiegend mit ihren Botschaftsräten und Gesandten. Die Themen und Arbeitsfelder der Europäischen Union haben in zunehmendem Maße unmittelbare Auswirkungen auf die Innenpolitik der Mitgliedsländer. Das nationale Spiel der politischen Kräfte gewinnt damit an Bedeutung für ihre europapolitische Handlungsfähigkeit. Auch verzahnen sich die europapolitischen Entscheidungsprozesse immer mehr.

Wir möchten den EU-Korrespondenten der Botschaften aus den EU-Partnerländern für ihre Berichterstattung die Gelegenheit bieten, in Kontakten mit deutschen Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft sowie in hochkarätigen Hintergrundgesprächen im für die Gesamtkoordinierung der deutschen Europapolitik zuständigen Auswärtigen Amt und anderen mit EU-Materie befassten Ressorts zusätzliche Meinungen und Einschätzungen über das Umfeld und Hintergründe der deutschen Europapolitik kennen zu lernen. Ziel sollte sein, bereits im Vorfeld nationaler Entscheidungsfindung die Perspektiven des jeweils anderen Partners zu kennen und mit zu berücksichtigen. Die Gespräche finden sowohl in Berlin wie auch in verschiedenen Bundesländern statt. Gemeinsame Sprache ist zumeist Deutsch.

Nach ersten Gesprächsrunden in Berlin unter anderem mit Herrn M. Clauß, mit dem Leiter Planungsstab, und im Kanzleramt reiste das EU-Kolleg am 22./23. September nach Karlsruhe und Frankfurt. Im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe empfing uns der Vizepräsident und Präsident des ersten Senats, Professor Ferdinand Kirchhof. Sein Vortrag sowie die anschließende Diskussion ließen die Gesprächsdauer von 90 Minuten viel zu schnell vergehen. Das Gespräch, das auch von Seiten der Teilnehmer durch gezielte und fachkundige Fragen hochkarätig war, klärte manche der aktuellen Fragen zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgericht zum Lissabon-Vertrag und seiner Europa-Rechtssprechung.

Auch der Besuch in Frankfurt bei der Europäischen Zentralbank, wo wir ein Gespräch mit Abteilungsleiter Herrn Glöckler hatten, zeichnete sich durch hohe Fachkompetenz und eine lebhafte und informierte Diskussion aus. Auch wenn über vielen Finanzfragen zur zukünftigen Entwicklung der Schleier des Ungewissen bleibt, gewannen viele Handlungs- und Entscheidungsansätze vor allem auch der EZB an Deutlichkeit.

Über das Fachliche hinaus entwickelt das EU-Kolleg dank der Aufgeschlossenheit und Kontaktfreudigkeit seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Gruppengefühl, das von uns als ein kleiner Beitrag für das Zusammenwachsen Europas gefördert wird.


Stand 20.10.2010

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