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Neuseeland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juni 2015

Politische Beziehungen

Am 10. November 2013 wurde der 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Neuseeland gefeiert. Über sechs Jahrzehnte hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das nicht zuletzt auf die sehr oft ähnlichen Positionen zu internationalen Fragen zurückzuführen ist. Auf verschiedenen Ebenen hat sich ein regelmäßiger Dialog zwischen beiden Ländern entwickelt. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Neuseeland vom 13.- 14. November 2014 vor dem G 20-Gipfel in Australien. Der neuseeländische Außenminister Murray McCully traf im März 2014 in Berlin Außenminister Steinmeier.. Der Präsident des Repräsentantenhauses von Neuseeland, David Carter, reiste im April 2015 nach München und Berlin.



Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind gut. Bereits 1978 wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Die Aufgaben einer deutschen Außenhandelskammer werden durch die New Zealand-German Business Association (NZGBA)  in Auckland wahrgenommen, die im November 2013 ihr 30jähriges Jubiläum feierte. Sie vermittelt auf Anfrage Kontakte zu neuseeländischen Geschäftspartnern und erstellt Marktanalysen. Die neuseeländische Wirtschaft ist in Hamburg durch die staatliche neuseeländische Organisation "New Zealand Trade and Enterprise" vertreten.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter Neuseelands nach Deutschland sind Fleischprodukte (vor allem Schaf und Wild), Molkereiprodukte und Wolle. Aus Deutschland werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen aller Art sowie medizinische und pharmazeutische Produkte eingeführt. Deutschland stand 2014 beim Warenhandel an 7. Stelle (an 1. Stelle unter den EU-Ländern) der wichtigsten Handels-Partnerländer Neuseelands. Mit knapp 79.000 Besuchern im Jahr  2014 stehen deutsche Reisende an 6. Stelle der Statistik (Quelle: Statistics New Zealand).


Wissenschaftliche Beziehungen

Deutschland gehört neben den USA, Australien und Großbritannien zu den wichtigsten Partnern Neuseelands in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Seit Abschluss des Abkommens über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Dezember 1977 arbeiten Wissenschaftler beider Länder an zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten. Im Februar 2007 wurden die Inhalte dieses Abkommens von den Forschungsministern beider Länder erneut bekräftigt, wobei für die weitere Kooperation die Schwerpunktbereiche Gesundheit, Ernährung/Landwirtschaft, Biotechnologie, Umwelt, Meeres- und Antarktisforschung sowie seit 2010 erneuerbare Energien festgelegt wurden. Die neuseeländische Regierung investierte in 2013/14 mehr Forschungsgelder in bilaterale Wissenschaftsprojekte mit Deutschland als mit anderen Staaten.

Herausragende Beispiele für die Forschungskooperation sind die institutionelle Partnerschaft „GENESYS“ zwischen dem Geoforschungszentrum Potsdam und dem „Institute of Geological and Nuclear Science“ (GNS) im Bereich der Geowissenschaften sowie das im Februar 2010 eingeweihte 'INTERCOAST - Integrierte Küsten- und Schelfmeerforschung' der Universitäten Bremen und Waikato. Es gibt es zahlreiche Kooperationen im Bereich der Antarktisforschung, der Meeresforschung, bei einem Ringlaserprojekt der Technischen Universität München und Canterbury etc. Anfang 2008 wurde offiziell der Deutsch-Neuseeländische Wissenschaftskreis ins Leben gerufen, eine Regierungsinitiative mit Vortragsveranstaltungen prominenter Wissenschaftler, die das gegenseitige Verständnis für die Forschungslandschaft weiter fördern soll. Am Rande des Besuches von Bundeskanzlerin Merkel in Auckland unterzeichneten im November 2014 die Universität Auckland und die Fraunhofer-Gesellschaft ein Memorandum of Understanding zu einem Forschungsprojekt für präventive Ergonomie sowie Rehabilitationsmaßnahmen. Eine weitere Kooperation zwischen Fraunhofer IPA mit den Universitäten Auckland und Stuttgart im Bereich Produktionstechnik ist in der fortgeschrittenen Antragsphase.

Zahlreiche deutsche Wissenschaftler sind an neuseeländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig. Während von deutscher Seite viele Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und überdurchschnittlich viele Humboldt-Stipendien an Neuseeländer vergeben werden, wurde im Jahr 2004 von neuseeländischer Seite speziell für den deutsch-neuseeländischen Forscheraustausch das Von-Haast-Fellowship-Programm aufgelegt. Dieses Programm ermöglicht deutschen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Neuseeland. An der Universität Auckland gibt es einen entsandten Deutsch-Lektor des DAAD, der zusammen mit der Botschaft und dem Goethe-Institut als Ansprechpartner für Anfragen zu Stipendien und zum Studien- und Forschungsstandort Deutschland zur Verfügung steht. Umgekehrt vertritt das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin alle neuseeländischen Universitäten. Es berät kostenlos und unabhängig zu allen Fragen über das Studium in Neuseeland. Im November 2014 wurde der an der Massey-Universität in Auckland forschende deutsche Chemiker Prof. Peter Schwerdtfeger von der Royal Society of New Zealand (RSNZ) mit dem höchsten neuseeländischen Wissenschaftspreis - der Rutherford-Medaille - ausgezeichnet.


Kulturelle Beziehungen

Seit dem 01.12.2000 ermöglicht das "Working Holiday Programme" jungen Menschen, einen bis zu zwölfmonatigen Aufenthalt durch die Annahme von Ferienjobs im jeweils anderen Land selbst zu finanzieren und Kultur und Alltagsleben des Gastlandes kennen zu lernen. Im Haushaltsjahr 2014/2015 (vom 01.04.2014 bis 31.03.2015) wurden von neuseeländischer Seite rund 11.000 „Working Holiday Visa“ für junge Deutsche erteilt. Darüber hinaus besuchen etwa 3500 deutsche Schüler und Studenten neuseeländische Schulen und Universitäten.

Das in Wellington beheimatete Goethe-Institut ist ein wichtiger Vermittler deutscher Sprache und Kultur. Es bietet jährlich neben seinem Sprachkursprogramm eine breite Palette kultureller Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit neuseeländischen Partnerorganisationen an. Darüber hinaus tragen die Goethe-Gesellschaften in Auckland und Wellington zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur bei.

In Neuseeland gibt es fünf Schulen des Partnerschul-Netzwerks (PASCH). Dort sind Schulen vernetzt, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. Die fünfte PASCH-Schule  wurde im Mai 2013 in Anwesenheit von Premierminister John Key eröffnet.

2013 fand in Neuseeland aus Anlass des 60. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen eine Veranstaltungsserie statt, die gemeinsam von der Deutschen Botschaft, dem Goethe-Institut, der deutsch-neuseeländischen Handelskammer, dem DAAD und den Goethe-Societies organisiert wurde. Es wurden Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Vorträge sowie Videowettbewerbe für Schüler veranstaltet und der von der Botschaft Wellington produzierte Jubiläumsfilm „Far apart – Close at Heart“ präsentiert. In Berlin wurde im November 2013 eine Ausstellung zu 60 Jahren deutsch-neuseeländischen Beziehungen im Lichthof des Auswärtigen Amts gezeigt.

Das in Neuseeland sehr gegenwärtige Gedenken an den Ersten Weltkrieg wird mit schweren Verlusten auf den Schlachtfeldern und Leid an der Heimatfront verbunden. Höhepunkt der Gedenkfeiern war in diesem Jahr der ANZAC-Day (Gedenktag zu Ehren des Australian and New Zealand Army Corps) am 25. April 2015, an dem sich der Beginn der Schlacht von Gallipoli zum 100. Mal jährte. Seit 2014 fanden zahlreiche Projekte und Veranstaltungen zum Gedenken an 100 Jahre Erster Weltkrieg in Neuseeland statt, die auch 2015 fortgesetzt werden. So fand z.B. am 10. Dezember 2014 ein Kinderfußballturnier statt, mit dem an den Weihnachtsabend 1914 (sog. „Fußballfrieden“) erinnert wurde, an dem an Teilen der westlichen Front die Waffen schwiegen. Das Turnier, an dem Schüler und Schülerinnen aus der Region Wellington teilnahmen, wurde gemeinsam von der britischen, französischen und deutschen Botschaft organisiert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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