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Neuseeland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2014

Politische Beziehungen

Der 10. November 2013 war der 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Neuseeland. Über sechs Jahrzehnte hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das nicht zuletzt auf die sehr oft ähnlichen Positionen zu internationalen Fragen zurückzuführen ist. Auf verschiedenen Ebenen hat sich ein regelmäßiger Dialog zwischen beiden Ländern entwickelt. Im Juni 2011 besuchte der damalige Außenminister Westerwelle Auckland. Premierminister John Key reiste im Juni 2012 nach Hamburg und Berlin, gefolgt von einem Besuch des stellvertretenden Premierministers Bill English im Oktober 2012 in Hamburg und Frankfurt anlässlich Neuseelands Auftritt als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Im Januar 2013 nahm Handelsminister Tim Groser an der Grünen Woche in Berlin teil, Wissenschafts- und Innovationsminister Steven Joyce besuchte Berlin im Juni 2013. Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister John Key führten im Februar 2014 am Rande eines Gipfeltreffens in Den Haag politische Gespräche. Der neuseeländische Außenminister Murray McCully reiste im März 2014 nach Berlin und traf mit Außenminister Steinmeier zusammen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind gut. Bereits 1978 wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Die Aufgaben einer deutschen Außenhandelskammer werden durch die New Zealand-German Business Association in Auckland wahrgenommen, die im November 2013 ihr 30jähriges Jubiläum feierte. Sie vermittelt auf Anfrage Kontakte zu neuseeländischen Geschäftspartnern und erstellt Marktanalysen. Die neuseeländische Wirtschaft ist in Hamburg durch die staatliche neuseeländische Organisation "New Zealand Trade and Enterprise" vertreten.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter Neuseelands nach Deutschland sind Fleischprodukte (vor allem Schaf und Wild), Molkereiprodukte und Wolle. Aus Deutschland werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen aller Art sowie medizinische und pharmazeutische Produkte eingeführt. Deutschland steht beim Warenhandel an 7. Stelle (an 1. Stelle unter den EU-Ländern) der wichtigsten Handelspartner Neuseelands. Mit 65.000 Besuchern jährlich stehen deutsche Touristen an 6. Stelle der neuseeländischen Statistik.


Wissenschaftliche Beziehungen

Deutschland gehört neben den USA, Australien und Großbritannien zu den wichtigsten Partnern Neuseelands in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Seit Abschluss des Abkommens über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Dezember 1977 arbeiten Wissenschaftler beider Länder an zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten. Im Februar 2007 wurden die Inhalte dieses Abkommens von den Forschungsministern beider Länder erneut bekräftigt, wobei für die weitere Kooperation die Schwerpunktbereiche Gesundheit, Ernährung/Landwirtschaft, Biotechnologie, Umwelt, Meeres- und Antarktisforschung sowie seit 2010 erneuerbare Energien festgelegt wurden. Die neuseeländische Regierung investierte in 2013/14 mehr Forschungsgelder in bilaterale Wissenschaftsprojekte mit Deutschland als mit anderen Staaten.

Herausragende Beispiele für die Forschungskooperation sind die institutionelle Partnerschaft „GENESYS“ zwischen dem Geoforschungszentrum Potsdam und dem „Institute of Geological and Nuclear Science“(GNS) im Bereich der Geowissenschaften sowie das im Februar 2010 eingeweihte 'INTERCOAST - Integrierte Küsten- und Schelfmeerforschung' der Universitäten Bremen und Waikato. Es gibt es zahlreiche Kooperationen im Bereich der Antarktisforschung, der Meeresforschung, bei einem Ringlaserprojekt der Technischen Universität München und Canterbury etc. Anfang 2008 wurde offiziell der Deutsch-Neuseeländische Wissenschaftskreis ins Leben gerufen, eine Regierungsinitiative mit Vortragsveranstaltungen prominenter Wissenschaftler, die das gegenseitige Verständnis für die Forschungslandschaft weiter fördern soll. Eine neue Kooperation zwischen Fraunhofer IPA mit den Universitäten Auckland und Stuttgart im Bereich Produktionstechnik ist in der Planung.

Zahlreiche deutsche Wissenschaftler sind an neuseeländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig. Während von deutscher Seite viele Stipenden des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD und überdurchschnittlich viele Humboldt-Stipendien an Neuseeländer vergeben werden, wurde im Jahr 2004 von neuseeländischer Seite speziell für den deutsch-neuseeländischen Forscheraustausch das Von-Haast-Fellowship-Programm aufgelegt. Dieses Programm ermöglicht deutschen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Neuseeland. An der Universität Auckland gibt es einen entsandten Deutsch-Lektor des DAAD, der zusammen mit der Botschaft und dem Goethe-Institut als Ansprechpartner für Anfragen zu Stipendien und zum Studien- und Forschungsstandort Deutschland zur Verfügung steht. Umgekehrt vertritt das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin alle neuseeländischen Universitäten. Es berät kostenlos und unabhängig zu allen Fragen über das Studium in Neuseeland.


Kulturelle Beziehungen

Seit dem 01.12.2000 ermöglicht das "Working Holiday Programme" jungen Menschen, einen bis zu zwölfmonatigen Aufenthalt durch die Annahme von Ferienjobs im jeweils anderen Land selbst zu finanzieren und Kultur und Alltagsleben des Gastlandes kennen zu lernen. Diese Möglichkeit wird jährlich von ca. 9.000 jungen Deutschen genutzt. Darüber hinaus besuchen etwa 3500 deutsche Schüler und Studenten neuseeländische Schulen und Universitäten.

Das in Wellington beheimatete Goethe-Institut ist ein wichtiger Vermittler deutscher Sprache und Kultur. Es bietet jährlich neben seinem Sprachkursprogramm eine breite Palette kultureller Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit neuseeländischen Partnerorganisationen an. Darüber hinaus tragen die Goethe-Gesellschaften in Auckland und Wellington zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur bei.

In Neuseeland gibt es fünf Schulen des Partnerschul-Netzwerks (PASCH). Dort sind Schulen vernetzt, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. Die fünfte PASCH-Schule  wurde im Mai 2013 in Anwesenheit von Premierminister John Key eröffnet.

2013 fand in Neuseeland aus Anlass des 60. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen eine Veranstaltungsserie statt, die gemeinsam von der Deutschen Botschaft, dem Goethe-Institut, der deutsch-neuseeländischen Handelskammer, dem DAAD und den Goethe-Societies organisiert wurde. Es wurden Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Vorträge sowie Videowettbewerbe für Schüler veranstaltet und der von der Botschaft Wellington produzierte Jubiläumsfilm „Far apart – Close at Heart“ präsentiert. In Berlin wurde im November 2013 eine Ausstellung zu 60 Jahren deutsch-neuseeländischen Beziehungen im Lichthof des Auswärtigen Amts gezeigt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.