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Deutsches Engagement

Deutschland beteiligt sich bei der Konfliktprävention wie auch bei multinationalen Friedensmissionen aktiv und in großem Umfang: mit Friedenstruppen, Polizisten und qualifiziertem Zivilpersonal, durch finanzielle Beiträge und mit Ausrüstungsgegenständen.

Internationale Friedensmissionen der Vereinten Nationen mit deutschem Engagement

Deutschland leistet als viertgrößter Beitragszahler nach den USA, Japan und Frankreich  einen erheblichen finanziellen Beitrag zu allen von den VN geführten Friedensmissionen. Der deutsche Beitragssatz beträgt seit Anfang 2013 7,1 Prozent. Der Einjahreshaushalt der Vereinten Nationen für Peacekeeping für den Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2013 beläuft sich auf über 8 Milliarden US-Dollar, der deutsche Anteil damit auf über 570 Millionen US-Dollar.

Aktuell sind rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr (und über 300 Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte) bei internationalen Friedensmissionen eingesetzt. Der Schwerpunkt der militärischen und polizeilichen Beteiligung Deutschlands liegt unverändert bei den VN-mandatierten Operationen der NATO und EU in Afghanistan und auf dem Balkan sowie im Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika. Bei ISAF in Afghanistan und bei KFOR im Kosovo gehört Deutschland zu den größten Truppenstellern. 

An den VN-geführten Missionen beteiligt sich Deutschland mit derzeit rund 260 Soldatinnen und Soldaten und Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten (Stand: September 2013). Das stärkste VN-Kontingent bilden rund 150 Soldatinnen und Soldaten bei der Mission UNIFIL im Libanon. Darüber hinaus beteiligt sich Deutschland mit Soldatinnen und Soldaten bzw. Polizistinnen und Polizisten an den VN-geführten Missionen MINURSO (Westsahara), MINUSMA (Mali), UNMISS (Südsudan), UNAMID (Sudan), UNMIL (Liberia), UNMIK (Kosovo) und UNAMA (Afghanistan).

Weiterhin sind Deutsche bei folgenden internationalen Missionen eingesetzt:

ISAF und EUPOL in Afghanistan; EULEX und KFOR in Kosovo; EU AVSEC in Südsudan, EUMM in Georgien; EUBAM MD/UA in Moldau/Ukraine; EUPOL COPPS in den Palästinensischen Autonomiegebieten, EUSEC RD im Kongo, EUCAP Nestor und ATALANTA am Horn von Afrika, EUTM Somalia, EUCAP Niger in Niger, EUTM Mali in Mali, EUBAM in Rafah und OAE im Mittelmeer.


Unterstützung des "UN-Stand By Arrangements-System" (UNSAS)

Zur Verkürzung der Reaktionszeit für die Aufstellung von Friedensmissionen der Vereinten Nationen nach Erteilung eines Mandats durch den VN-Sicherheitsrat wurde 1994 das Planungssystem "UN Stand-by Arrangements System“ (UNSAS) entwickelt. Im Rahmen dieses Instruments zeigen VN-Mitgliedstaaten militärische und zivile Mittel und Fähigkeiten an, die sie grundsätzlich den VN für friedenserhaltende Maßnahmen auf Anforderung und nach nationaler Zustimmung im konkreten Einzelfall bereitstellen wollen.

UNSAS sieht vier verschiedene Stufen der Beteiligung vor. Stufe 1 besteht aus der Anzeige von zivilen und militärischen Fähigkeiten. Stufe 2 beinhaltet detailliertere technische Informationen. Mit Stufe 3 gehen die Staaten eine vertragliche Vereinbarung zur Bereitstellung spezifischer Kräfte ein. Eine Vereinbarung über eine konkrete Zusage von Material (Stufe 4) ist bisher noch von keinem Mitgliedsstaat eingegangen worden.

Die Bundesrepublik Deutschland ist dem UNSAS am 24. Juli 1998 beigetreten. Den VN wurden dabei ausschließlich zivile Beiträge (sanitätsdienstliche- und technische Unterstützung) für VN-Friedensmissionen in grundsätzlicher Form angeboten. Eine Zusatzvereinbarung über militärische Beiträge Deutschlands zum UNSAS wurde am 1. November 2000 geschlossen. Im Einzelnen sind dies Land- und Lufttransport, sanitätsdienstliche Kapazitäten, Pionierkapazitäten, Fernmelde- und anteilige Sicherungselemente, Marinekomponenten zur Aufklärung, Überwachung und Minenabwehr, Militärbeobachter, Feldjäger und Personal für die Stabsunterstützung.


Stand 28.07.2014

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