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Kuba

Wirtschaft

Stand: März 2017

Wirtschaftslage

Kubas Wirtschaft ist im Jahr 2016 um 0,9% geschrumpft. Die Bemühungen des Staates um eine Reduzierung der Importe wirken sich zwar aus, aber nennenswerte Steigerungen der Exporte sind noch nicht zu erkennen. Der auch 2015 vermeldete Überschuss in der Zahlungsbilanz dürfte vor allem dem Dienstleistungsexport geschuldet sein (Tourismus und Gesundheitswesen), erreichte aber mit 2,4 Mrd. Pesos einen Tiefstand aufgrund deutlich gesunkener Exporterlöse.

Die Inflationsrate  wird für 2016 mit 4,5% angegeben, die vor allem Folge höherer Lebensmittelpreise sein dürfte, die Arbeitslosenquote wird mit 2,4% angegeben. Nach offiziellen Angaben betrug das Haushaltsdefizit im Jahr 2015 4,9% des BIP. Das BIP wird für das Jahr 2015 offiziell mit 87 Mrd. Pesos angegeben. Eine zuverlässige Berechnung des kubanischen BIP ist derzeit aber kaum möglich, da die beiden Währungen CUC ('konvertibler' Peso, 1:1 zum USD) und CUP ('Peso Cubano') vermischt werden. Einige Staatsausgaben werden in CUP (vor allem Gehälter) und andere in CUC (vor allem Exporte) berechnet. Kuba ist bestrebt, das doppelte Währungssystem abzuschaffen, aber es ist ungeklärt, zu welchen Bedingungen und über welchen Zeitraum hinweg die beiden Währungen zusammengeführt werden sollen. In der Staatswirtschaft liegt das Austauschverhältnis bei 1:1, während man an der Wechselstube für 1 CUC 25 CUP erhält.

Geschätzte Devisenreserven von 10 Mrd. USD stehen Kubas Auslandsschulden gegenüber, die auf 25 - 30 Mrd. USD geschätzt werden und sich durch neue Kredite aus China, Venezuela und Brasilien weiter erhöht haben. In den vergangenen Jahren wurden die Auslandsschulden weitgehend umgeschuldet, zum Teil mit erheblichen Nachlässen, zuletzt mit dem Pariser Club im Dezember 2015. Die nach der Krise des Jahres 2008 eingefrorenen Guthaben ausländischer Unternehmen werden nach und nach wieder frei gegeben. Es ist erklärtes Ziel der Regierung, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.


Hauptcharakteristika der kubanischen Volkswirtschaft

Kubas Volkswirtschaft soll durch punktuelle Änderungen leistungsfähiger werden. Seit 2010 hat die Regierung Maßnahmen beschlossen, mit denen nichtstaatliche Formen der Erwerbstätigkeit teils erlaubt, teils gefördert werden sollen. Die Aufhebung bestehender Verbote bzw. die Schaffung neuer Freiräume für selbständige Erwerbstätige in zurzeit 200 Berufsfeldern betrifft vor allem das Kleingewerbe wie Friseure, Taxis und Privatrestaurants. Inzwischen gibt es etwa 520.000 Selbständige. Freigegeben wurde 2011 auch der Handel zwischen kubanischen Bürgern mit nach 1959 gebauten Autos und mit Immobilien. Zu Ende 2013 wurde die Genehmigung für den Kauf eines neuen oder gebrauchten Autos abgeschafft, auf importierte Fahrzeuge wird jedoch ein exorbitanter (Steuer-) Aufschlag von 800% erhoben. Anfang 2013 traten ein neues Steuergesetz und ein neues Arbeitsgesetz in Kraft. Das lange vorbereitete neue Investitionsgesetz trat im Juni 2014 in Kraft und zielt explizit auf ausländische Investitionen ab, um der kubanischen Wirtschaft Schwung zu verleihen.

Kubas Wirtschaft ist nach wie vor planwirtschaftlich gelenkt. So sehen die vom VI. Kongress der KP im April 2011 beschlossenen 313 Richtlinien für die "Aktualisierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Partei und der Revolution" nach wie vor eine zentrale Rolle des Staates vor, neben der nichtstaatliche Formen von Beschäftigung und Eigentum zugelassen werden können. Beim VII. Kongress im April 2016 wurden die Richtlinien zwar überarbeitet, so dass es sich jetzt nur noch um 268 handelt, aber Neuerungen für das Engagement ausländischer Unternehmen wurden nicht bekannt. Gegenwärtig übt der Staat auf der Ebene der Makroökonomie das Entscheidungsmonopol aus - er ist Gesetzgeber, Regulator, Inhaber von ca. 3.700 Staatsbetrieben, kontrolliert und entscheidet über die Vergabe von Aufträgen an ausländische Firmen - und dominiert die Produktion, den Im- und Export, den Binnenhandel und Dienstleistungen wie z.B. den Tourismus. Bei einer Zahl von etwa 5,1 Mio. Beschäftigten (von 11,2 Mio. Einwohnern) liegt die Anzahl der Selbständigen bei knapp 10%.

Das staatliche monatliche Durchschnittseinkommen beträgt 710 CUP, also knapp 28 CUC bzw. USD. Seit 2011 ergibt sich eine Steigerung der Produktivität um 26%, während die Gehälter um 41% gestiegen sind, was vor allem auf eine deutliche Erhöhung der Gehälter des Medizinpersonals und der Sportler zurückzuführen ist.


Außenwirtschaftliche Verflechtung

Kuba ist Mitglied der Welthandelsorganisation, aber kein Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank oder der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Kuba favorisiert eine engere Kooperation der lateinamerikanischen Staaten untereinander im Rahmen der 'Alianza Bolivariana para las Américas' (ALBA) und der im Dezember 2011 gegründeten CELAC (Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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