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Polen

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2015

Kulturpolitik

Kultur und die Bewahrung des nationalen Erbes haben in Polen einen hohen Stellenwert und identitätsstiftenden Charakter. Nach wie vor gibt es eine Reihe direkt von zentraler staatlicher Ebene institutionell geförderter großer Kultureinrichtungen (u.a. Nationalmuseum, Nationaloper, Nationalphilharmonie). 

Die Verantwortung für den institutionellen Betrieb kultureller Einrichtungen liegt aber auch in Polen ganz überwiegend bei den kommunalen bzw. regionalen Selbstverwaltungen. Für die Programme und Projekte stehen auch diesen Einrichtungen Mittel aus dem Haushalt des Kulturministeriums zur Verfügung. Das gilt auch für privat betriebene Theater oder Spielstätten. Über das institutionelle Kulturangebot hinaus gibt es jährlich zahlreiche große Musik-, Theater-, Film- und Tanzfestivals mit breiter internationaler Beteiligung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Präsentation Breslaus als eine der Kulturhauptstädte 2016.

Bildungspolitik

Das Recht auf Bildung ist in Polen verfassungsrechtlich verankert. Zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensjahr gilt Schulpflicht. Der Besuch der Grundschule sowie des Gymnasiums (vergleichbar der gymnasialen Mittelstufe bzw. den Realschulen in Deutschland) ist dabei verpflichtend, der Besuch weiterführender Schulen optional. 

Weiterführende Schulbildungsangebote gibt es in allgemeinbildenden, technischen sowie berufsbildenden Schultypen, die der gymnasialen Oberstufe, Fachoberschulen oder Berufsschulen in Deutschland vergleichbar sind. Die Fortsetzung der Ausbildung im tertiären Bereich erfolgt an landesweit 470 Hochschulen, davon 132 staatliche und 338 in anderer Trägerschaft.

Wissenschaftspolitik

Der Beitritt zur EU markierte eine Phase entscheidender Veränderungen im Bereich Wissenschaft und Hochschulbildung. Um die Integration Polens in den europäischen Forschungsraum zu beschleunigen, hat das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen eine Reihe von Reformen auf den Weg gebracht. Die letzten großen Reformgesetze wurden 2010 und 2011 verabschiedet. Ihre Umsetzung dauert heute noch an. Angestrebt werden mehr Qualität, Effizienz und Anwendungsorientierung in Lehre und Forschung.

Dabei setzt man vor allem bei der Finanzierung und den institutionellen Strukturen an. Öffentliche Mittel für Forschung werden zunehmend im wettbewerblichen Verfahren vergeben. Regelmäßige Audits über die Verwendung der Mittel werden zur Pflicht. Die Wissenschaft soll einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Wirtschaftsentwicklungsstrategie „Polen 2030“ leisten. Diese langfristig angelegte Vorausschau strebt eine wissensbasierte Wirtschaft mit intelligenter Spezialisierung (smart specialisation) an. Polen hat aus den europäischen Strukturhilfefonds finanzielle Mittel in erheblichen Umfang erhalten, die unter anderem der Verbesserung und Modernisierung der Infrastruktur in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zugute kommen.

Aufbauend auf aktuell starken Forschungsfeldern wird die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in so genannten Exzellenz-Clustern besonders gefördert. Diese sollen die Entwicklung und Vermarktung innovativer Technologien und Produkte vorantreiben.Polen steht mit Deutschland in einem engen wissenschaftlichen Austausch.

Die deutsch-polnische Forschungszusammenarbeit basiert auf dem Abkommen für die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) aus dem Jahr 1989.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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