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Mosambik

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2013

Bildung

Die Förderung der Bildung gehört zu den Prioritäten der mosambikanischen Regierung im Kampf gegen die Armut. Unterstützt durch die internationale Gebergemeinschaft unternimmt sie große Anstrengungen, die Millenniums-Entwicklungsziele in diesem Sektor zu erreichen. Nach stark rückläufigem Schulbesuch während der Bürgerkriegsjahre (bis 1992) werden inzwischen fast alle Kinder in die erste Klasse der Primarschule eingeschult. 

Ein besonderer Erfolg ist, dass mittlerweile fast gleich viele Mädchen wie Jungen eingeschult werden. Allerdings ist die Qualität der Bildungsangebote noch unzureichend und die Zahl der Schulabbrecher hoch. Nur ungefähr die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler beenden die 7. Klasse und erreichen damit einen Primarschulabschluss. Lehrermangel, unzureichende Lehrerausbildung, Mehrschichtbetrieb in den Schulen und große Klassen mit durchschnittlich um die 60 Schüler prägen den Grundschulbereich.

Das Angebot von Sekundar- sowie Berufsbildung ist noch unzureichend. Angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Booms im Land und dem großen Bedarf an gut ausgebildeten, einheimischen Fachkräften ist der Ausbau der Sekundar- und Berufsbildung eine der zentralen Herausforderungen der Regierung Mosambiks.

An den Universitäten des Landes studieren derzeit etwa 100.000 Studenten. Die Analphabetenrate unter Erwachsenen liegt weiterhin bei etwa 48 Prozent.


Medienlandschaft

Die Informations- und Meinungsfreiheit ist in Mosambik in Verfassung und Pressegesetz verankert. Dies wird formell respektiert, jedoch wird die Ausübung der Pressefreiheit nicht effektiv geschützt. Die größten Medien mit der landesweit größten Verbreitung (Tageszeitung Notícias, staatlicher Fernsehsender TVM, Radio Moçambique) befinden sich unter staatlicher Kontrolle und sind damit nicht frei. Unabhängige Tages- und Wochenzeitungen (insbesondere O País, Savana, Canal de Moçambique, @verdade, online Mediafax und Canalmoz) berichten grundsätzlich frei und kritisch über das politische Geschehen, wobei die journalistisch-investigative Qualität sich noch auf einem relativ niedrigen Niveau bewegt.


Der Bereich der elektronischen Medien wird von staatlicher Seite dominiert. Der staatliche Hörfunksender "Radio Moçambique" ist der einzige landesweit operierende Rundfunksender, der in Portugiesisch, mehreren indigenen Sprachen und Englisch sendet. "Radio Terra Verde" steht der Oppositionspartei RENAMO nahe und sendet sein Programm in der Hauptstadt sowie in Teilen des Landes auf Mittelwelle. Das Fernsehen "TVM" wird als Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben. Daneben existieren mehrere Privatsender, unter anderem STV (gehört wie "O País" zur privaten Mediengruppe SOICO) und TIM (Televisão Independente de Moçambique), das sich hauptsächlich an eine junge Hörerschaft richtet. Savana FM gehört zur qualitativ hochwertigen Wochenzeitung Savana. Die Deutsche Welle unterstützt verschiedene mosambikanische Fernseh- und Radiosender mit technischen Fortbildungsmaßnahmen.


Kultur

Das Kulturleben ist vor allem auf dem Lande noch der traditionellen Kultur besonders im Bereich Musik und Tanz verhaftet. In den Städten zeigen sich die Einflüsse westlicher Popkultur. Maputo verfügt über eine lebendige und vielfältige Kulturszene. Es finden regelmäßig Konzerte, Ausstellungen oder andere Aufführungen nationaler und internationaler Künstler statt. In den letzten Jahren haben sich verschiedene internationale Festivals wie zum Beispiel Kurzfilmfestival "Kugoma" und das Tanzfestival "Kinani" etabliert.

Im Theaterbereich herausragend ist das von Henning Mankell mitgegründete Teatro Avenida, das auch klassische Autoren wie Büchner oder Schiller in mosambikanischer Adaption und in Kooperation mit europäischen Theatern aufführt, unter anderem mit dem Berliner Grips-Theater, der tri-bühne Stuttgart und dem mittlerweile verstorbenen Regisseur Christoph Schlingensief. Das Teatro Avenida beging im November 2011 sein 25-jähriges Jubiläum. 

Bedeutende Schriftsteller sind zum Beispiel Paulina Chiziane und Mia Couto, dessen Werke unter anderem auch ins Deutsche übersetzt und zum Teil verfilmt worden sind ("Der letzte Flug des Flamingo").

Insgesamt wurden seit der Unabhängigkeit 1975 zahlreiche mosambikanische Filme gedreht, hauptsächlich mit dem Ziel, das Werden der jungen Nation zu dokumentieren. Einige dieser Filme konnten in den letzten Jahren mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes digitalisiert werden, um sie so einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

Im sportlichen Bereich erreichen Fußball und Basketball eine große Beliebtheit in der Bevölkerung.

Der ehemalige Gouverneurssitz der portugiesischen Kolonialmacht, die "Ilha de Moçambique" an der Nordküste, gehört mit seinem äußerst renovierungsbedürftigen 500 Jahre alten Fort, zwei Kirchen und seiner "Stonetown" seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.