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„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele!“ - Staatsministerin Böhmer besucht Genossenschafts­haus in Landau

Aus Anlass der Aufnahme der Genossenschaftsidee in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit besuchte die Sonderbeauftragte des Auswärtigen Amts für UNESCO-Welterbe, UNESCO-Kulturkonventionen und UNESCO-Bildungs- und Wissenschaftsprogramme, Staatsministerin Prof. Dr. Böhmer, gestern (13.09.) das Genossenschaftshaus „Haus zum Maulbeerbaum“ in Landau.

Ganz im Sinn der genossenschaftlichen Leitidee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele!“, haben sich Bürger und Bürgerinnen von Landau in einer gemeinnützigen Genossenschaft zusammengeschlossen und damit das geschichtsträchtige „Haus zum Maulbeerbaum“ vor dem Verfall gerettet.

Zuvor war lange Zeit vergeblich nach einem Investor des seit 1984 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes gesucht worden, bis es am 27.06.2017 auf die Genossenschaft übertragen wurde. Nach erfolgreicher Sanierung soll das „Haus zum Maulbeerbaum“ erneut einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Aufnahme in UNESCO-Liste

Am 30. November 2016 wurde die Idee und Praxis der Genossenschaft durch den Zwischenstaatlichen Ausschuss der UNESCO als erster deutscher Beitrag in Addis Abeba in die „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Im Mai 2017 folgte die feierliche Übergabe der Urkunde über die Aufnahme der Genossenschaftsidee in die Repräsentative Liste in Berlin.

Besuch der Staatsministerin

Die Bedeutung einer Genossenschaft - eine allen offen stehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung - wurde bei der Präsentation des Projekts zum Erhalt des Hauses zum Maulbeerbaum sehr deutlich.

Staatsministerin Böhmer lobte im Rahmen Ihres Besuchs: „Dies zeigt welche vielfältigen Bereiche sich mit der Genossenschaftsidee verbinden und dass sich gerade in unserer heutigen Zeit neue kulturelle Anwendungsgebiete eröffnen. Das Genossenschaftshaus zum Maulbeerbaum verbindet große Tradition und Zukunft!“

Geschichte des Hauses

Das „Haus zum Maulbeerbaum“ wurde Ende des 13. Jahrhunderts als „Hof zum Mulebaum“ gegründet und im späteren Verlauf zu einer Herberge für Adlige und einer Kolonialwaren-Großhandlung umfunktioniert. Auch politische Versammlungen wurden in diesem ältesten Haus der Stadt Landau abgehalten.

Im Erdgeschoss und Innenhof werden zurzeit Fotos der Wandmalereien präsentiert, die im nicht zugänglichen Obergeschoss des Gebäudes erhalten sind.

Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Die UNESCO hat das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2003 verabschiedet. Bis heute sind 172 Staaten dem Übereinkommen beigetreten. Deutschland ist dem Übereinkommen am 10. Juli 2013 beigetreten.

Über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Repräsentative Liste entscheidet ein Zwischenstaatlicher Ausschuss, welcher aus 24 gewählten Vertragsstaaten besteht. Zu den Ausdrucksformen der Kulturformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Bräuche, Feste und Handwerkskünste.

Zum Weiterlesen:

Die UNESCO


Stand 14.09.2017

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