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Reformation und Freiheit- Aufforderung zum Disput

In Kooperation mit der Geschäftsstelle Luther 2017 lud das Auswärtige Amt am 04. März 2011 in die Lutherstadt Wittenberg zum Disput. Das Thema des Symposiums „Wie frei ist der Mensch?“ warf eine Frage auf, die während der Reformation neu gestellt wurde, zu großen Kontroversen führte und die auch heute von hoher Aktualität ist. Die Gastgeberin der Veranstaltung, Staatsministerin Cornelia Pieper, machte in ihrer Begrüßungsrede deutlich, dass der Wunsch nach Freiheit damals wie heute Menschen mobilisiere: Sie verglich den Kampf der Reformatoren unter Karl V. mit den Umwälzungen in Nordafrika und in der arabischen Welt. Luther als Vorkämpfer von Rede- und Gedankenfreiheit mache auch heute noch jungen Menschen Mut. Das Reformationsjubiläum biete eine Gelegenheit, für den verantwortungsbewussten Umgang mit Freiheit, für religiöse Toleranz und demokratische Gesprächskultur zu werben.

Disputation

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© Marko Schoeneberg

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Die drei Panelisten des Symposiums diskutierten eindrucksvoll über mögliche Reformen des Islams und aktuelle Herausforderungen der beiden Kirchen in Deutschland. Der Islamwissenschaftler Prof. Rauf Ceylan begrüßte den Aufbau von Ausbildungsstätten der islamischen Theologie in Deutschland. Den Muslimen in der Diaspora in der westlichen Welt komme bei einer Reform des Islams eine Schlüsselrolle zu, da sie Demokratie und Menschen- bzw. Freiheitsrechte des Individuums, wie Religionsfreiheit, persönlich erlebten. Der evangelische Theologe Prof. Friedrich Wilhelm Graf stellte fest, dass die Debatte über den Islam als „nicht-christlicher Akteur“ in Deutschland keine grundsätzlich neue Situation darstelle. Sie unterscheide sich nicht wesentlich von der Entwicklung der kirchlichen Rechtsgeschichte. Prof. Hans Joachim Meyer, ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, fokussierte in seinen Beiträgen die Bedeutung der katholischen Soziallehre und betonte, dass Freiheit nicht allein Freiheit des Einzelnen sei: „Freiheit können wir nur im Miteinander haben, als Gemeinschaft der Freien“.

Getreu dem Motto des Disputs wurde zum Abschluss auch das Publikum mit in die Diskussion einbezogen. Unter den über 100 Teilnehmern befand sich auch eine Schulklasse der Evangelische Schule Frohnau, die sich engagiert an der Debatte beteiligte

Zum Abschluss des Symposiums wurde in das Refektorium des Lutherhauses gebeten, wo Schüler und Schülerinnen aus der Region zusammen mit Schülern und Schülerinnen aus Teheran die Ergebnisse ihres interreligiösen Workshops zum Thema „Mein Traum von Freiheit“ präsentierten. Im Rahmen des zweitägigen Workshops trafen die Schüler auch den Liedermacher Stephan Krawczyk, der abends zusammen mit den Jugendlichen auftrat. Mit Musik und Poesie ließ Krawczyk den Abend für die Gäste ausklingen.


Stand 16.03.2011

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