Hauptinhalt

Minen- und Kampfmittelräumung in Kambodscha

Nahezu 30 Jahre andauernde kriegerische Auseinandersetzungen haben Kambodscha zu einem der am stärksten mit Landminen und Blindgängermunition belasteten Länder gemacht. Obgleich erhebliche Fortschritte bei der Räumung erzielt werden konnten, sind immer noch rund 270 Opfer pro Jahr zu beklagen. Die Mehrzahl dieser Opfer wird mittlerweile nicht mehr durch Landminen, sondern durch Blindgängermunition verursacht.

Die Aufklärung der Bevölkerung ist hierbei allerdings nicht in Frage zu stellen. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Altmetallsammler, die den hohen Rohstoffpreis nutzen, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Diese nehmen hierbei das Risiko der Verletzung oder gar Tötung in Kauf nehmen bzw.  müssen es in Kauf nehmen, um zu überleben.

Kennzeichnung von Minenflächen

Kennzeichnung von Minenflächen
© AA

Bild vergrößern
Kennzeichnung von Minenflächen

Kennzeichnung von Minenflächen

Kennzeichnung von Minenflächen

Die umfangreichste Kontaminierung mit Landminen findet sich im so genannten K5 Minengürtel. Dieser zieht sich rund 700 Kilometer entlang der Landesgrenze zu Thailand und ist bis zu 500 Meter tief. Obwohl der Bevölkerung die dort lauernde Gefahr durchaus bewusst ist, zwingt die latente Landknappheit dennoch dazu, potentiell verminte Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Dadurch verursachte Unfälle fordern zahlreiche Opfer.

Die anderen Landesteile sind durch kleinflächige Minenfelder kontaminiert, die zumeist eine sehr geringe Anzahl an Minen enthalten und unter anderem dazu angelegt wurden, die Bevölkerung während des Krieges zu terrorisieren.

Durch die vom Auswärtigen Amt geförderten Räumaktivitäten profitiert zum einen der Tourismus in der Provinz Siem Reap (Angkor Tempel), zum anderen wird dringend benötigtes Land zur Wiederansiedlung von Familien in der besonders betroffenen Grenzregion zu Thailand gewonnen.

Seit 1994 hat das Auswärtige Amt rund 15,4 Millionen Euro für Minen- und Kampfmittelräumprojekte in Kambodscha zur Verfügung gestellt.


Stand 25.03.2013

Anti-Fahrzeug Mine an der Grenze zu Thailand

Anti-Fahrzeug Mine an der Grenze zu Thailand