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Serbien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2015

Politische Beziehungen

Im Vordergrund der deutschen und europäischen Politik gegenüber Serbien steht die Unterstützung für den politischen und wirtschaftlichen Reformkurs des Landes. Ziele sind die weitere rechtsstaatlich-demokratische Transformation und die Annäherung Serbiens an die EU.

Deutschland ist für Serbien seit der demokratischen Wende im Herbst 2000 Schlüsselpartner in der Europäischen Union. 2014 war Deutschland erneut neben Italien unter den zwei wichtigsten Handelspartnern Serbiens. Deutschland ist in den letzten Jahren zum größten bilateralen Geber in Serbien geworden und hat seit 2000 mehr als 1,6 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Die Hilfseinsätze zur Bewältigung der schweren Flutkatastrophe im Mai 2014 in Serbien unterstützte Deutschland finanziell und durch die Entsendung eigenen Personals.

EU-Unterstützung für Serbien wird vornehmlich aus dem Instrument für Heranführungshilfe (IPA) geleistet. Im Zeitraum 2007-2015 wurden hieraus für Serbien mehr als 1,8 Milliarden Euro bereitgestellt. 2015 beträgt die IPA-Förderung 216,1 Millionen Euro.

Zusätzlich profitiert das Land von regionalen und länderübergreifenden Programmen der EU. Der deutsche Anteil an diesen EU-Ausgaben beläuft sich auf knapp 20%.

Enge Verflechtungen zwischen Deutschland und Serbien existieren zudem wegen der großen Zahl von Serben und serbischstämmigen Bürgern, die dauerhaft in Deutschland leben sowie früheren Gastarbeitern, die lange in Deutschland gearbeitet haben und oft gut Deutsch sprechen. Ende 2014 lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 220.908 Serben in Deutschland. Insgesamt leben schätzungsweise 300.000 bis 500.000 Menschen mit serbischem Hintergrund in Deutschland.

Unterschiedliche Auffassungen vertreten Serbien und Deutschland in der Frage der Unabhängigkeit Kosovos, die Deutschland anerkannt hat, Serbien hingegen nicht.


Wirtschafts- und entwicklungspolitische Beziehungen

Deutschland zählt neben Italien und Russland seit Jahren zu den wichtigsten serbischen Wirtschaftspartnern. Wichtige deutsche Investitionen wurden von Firmen wie STADA, METRO, Henkel, Siemens, Bosch und Messer getätigt. Die Deutsch-Serbische Wirtschaftsvereinigung umfasst mittlerweile mehr als 250 Mitglieder. In Belgrad besteht eine Delegation der Deutschen Wirtschaft, daneben ist ein Repräsentant der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade and Invest (gtai) vor Ort

Delegation der deutschen Wirtschaft

www.gtai.de

Seit Beginn der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Serbien im Jahr 2000 hat die Bundesregierung für Serbien mehr als 1,6 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Damit ist Deutschland größter bilateraler Geber.

Auch dank der deutschen Unterstützung sind beachtliche Erfolge erzielt worden: u. a. Modernisierung der Versorgungsinfrastrukturen; Stärkung der lokalen Wirtschaft über Programme zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen; Modernisierung der Angebote für berufliche Bildung; Verbesserung des Investitionsklimas durch Rechtsreformen.

Zu den Zielen der Förderung gehören:

  • die Unterstützung Serbiens bei der Annäherung an die EU,
  • die Förderung einer demokratisch, rechtsstaatlich, marktwirtschaftlich und ökologisch ausgerichteten Entwicklung Serbiens und
  • die Stärkung der regionalen Kooperation über Landesgrenzen hinweg.

Inhaltlich konzentriert sich die Zusammenarbeit auf folgende Schwerpunkte:

  • Förderung von öffentlicher Infrastruktur, insbesondere umweltschonender und effizienter Energie- und Wasserversorgung,
  • Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, einschließlich der Unterstützung rechtlicher Reformen, der Stärkung des Finanzsektors und der Modernisierung der Berufsbildung,
  • Förderung der Entwicklung von Kommunen sowie
  • Jugendarbeit, unter anderem durch Jugendaustausch.

Die meisten von Deutschland finanzierten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Serbien werden von der Entwicklungsbank KfW, der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung) umgesetzt.

www.kfw.de

www.giz.de

www.cimonline.de


Kulturelle Zusammenarbeit

Seit der politischen Wende des 5. Oktobers 2000 hat sich das kulturelle Leben des Landes maßgeblich gewandelt. Dies wirkt sich auch positiv auf die kulturelle Zusammenarbeit mit Deutschland aus.

Das Goethe-Institut Belgrad bietet ein umfangreiches und qualitativ ansprechendes Programm, seine Veranstaltungen (Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Theater) sind gut besucht. Seine  Sprachkurse und –prüfungen erfreuen  sich zunehmender Nachfrage.

Bei den Belgrader Theater-, Musik- und Filmfestivals sind häufig Künstler aus Deutschland präsent.

Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist zudem der Bildungs- und Wissenschaftsaustausch. Es gibt in Serbien drei Lektorate des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Seit 2008 intensiviert der DAAD seine Aktivitäten im Rahmen des „Sonderprogramms Serbien“. Im Oktober 2008 wurde ein DAAD-Informationszentrum eröffnet. Stipendien- und Austauschprogramme finden reges Interesse.

Das Netzwerk der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) umfasst in Serbien 27 Partnerschulen: Neben der DSB sind das 20 von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreute Sprachdiplomschulen und  sechs vom Goethe-Institut betreute Fit-Schulen, an denen der Deutschunterricht auf- bzw. ausgebaut wird. Sieben vermittelte Lehrkräfte (/inkl. Fachberater) betreuen die Sprachdiplomschulen und ein Experte für Unterricht des Goethe-Instituts die Fit-Schulen.An der 1954 gegründeten Deutschen Schule Belgrad werden rund 225 Kinder und Jugendliche aus Serbien, Deutschland und anderen Ländern unterrichtet. Die Schule wurde 2005 vom Serbischen Erziehungsministerium als inländische Bildungseinrichtung anerkannt. Im Sommer 2012 wurde das erste Abitur an der Deutschen Schule abgelegt. Deutschland fördert die Schule personelle (z. Zt. Mit 7 ADLK) und finanziell. Am 11.9.2015 wurde das neue Schulgebäude offiziell eröffnet

Goethe-Institut Belgrad

DAAD Informationszentrum Belgrad

Deutsche Schule Belgrad

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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