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Serbien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2016

Politische Beziehungen

Im Vordergrund der deutschen und europäischen Politik gegenüber Serbien steht die Unterstützung für den politischen und wirtschaftlichen Reformkurs des Landes. Ziele sind die weitere rechtsstaatlich-demokratische Transformation und der Beitrittsprozess Serbiens zur Europäischen Union (EU).

Deutschland ist für Serbien seit der demokratischen Wende im Herbst 2000 Schlüsselpartner in der EU. Deutschland ist in den letzten Jahren zum größten bilateralen Geber in Serbien geworden und hat seit dem Jahr 2000 mehr als 1,6 Mrd. Euro im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Auch im Kontext der Flüchtlingskrise unterstützt Deutschland Serbien aus Mitteln der humanitären Hilfe.

Enge Verflechtungen zwischen Deutschland und Serbien existieren zudem wegen der großen Zahl von Serben und serbischstämmigen Bürgern, die dauerhaft in Deutschland leben sowie früheren Gastarbeitern, die lange in Deutschland gearbeitet haben und oft gut Deutsch sprechen. Insgesamt leben schätzungsweise 300.000 bis 500.000 Menschen mit serbischem Hintergrund in Deutschland.

Unterschiedliche Auffassungen vertreten Serbien und Deutschland in der Frage der Unabhängigkeit Kosovos, die Deutschland anerkannt hat, Serbien hingegen nicht.


Wirtschafts- und entwicklungspolitische Beziehungen

Deutschland zählt seit Jahren zu den wichtigsten serbischen Wirtschaftspartnern. Wichtige deutsche Investitionen wurden von Firmen wie STADA, METRO, Henkel, Siemens, Bosch und Messer getätigt. Die Deutsch-Serbische Wirtschaftsvereinigung umfasst mittlerweile mehr als 250 Mitglieder. In Belgrad besteht eine Delegation der Deutschen Wirtschaft, daneben ist ein Repräsentant der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade and Invest (gtai) vor Ort

Delegation der deutschen Wirtschaft

www.gtai.de

Seit Beginn der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Serbien im Jahr 2000 hat die Bundesregierung für Serbien mehr als 1,6 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Damit ist Deutschland größter bilateraler Geber.

Auch dank der deutschen Unterstützung sind beachtliche Erfolge erzielt worden: u. a. Modernisierung der Versorgungsinfrastrukturen; Stärkung der lokalen Wirtschaft über Programme zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen; Modernisierung der Angebote für berufliche Bildung; Verbesserung des Investitionsklimas durch Rechtsreformen.

Zu den Zielen der Förderung gehören:

  • die Unterstützung Serbiens bei der Annäherung an die EU,
  • die Förderung einer demokratisch, rechtsstaatlich, marktwirtschaftlich und ökologisch ausgerichteten Entwicklung Serbiens und
  • die Stärkung der regionalen Kooperation über Landesgrenzen hinweg.

Inhaltlich konzentriert sich die Zusammenarbeit auf folgende Schwerpunkte:

  • Förderung von öffentlicher Infrastruktur, insbesondere umweltschonender und effizienter Energie- und Wasserversorgung,
  • Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, einschließlich der Unterstützung rechtlicher Reformen, der Stärkung des Finanzsektors und der Modernisierung der Berufsbildung,
  • Förderung der Entwicklung von Kommunen sowie
  • Jugendarbeit, unter anderem durch Jugendaustausch.

Die meisten von Deutschland finanzierten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Serbien werden von der Entwicklungsbank KfW, der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für Internationale Migration und Entwicklung) umgesetzt.

www.kfw.de

www.giz.de

www.cimonline.de


Kulturelle Zusammenarbeit

Das kulturelle Leben des Landes ist reich und vielfältig, die kulturelle Zusammenarbeit mit Deutschland eng.

Das Goethe-Institut Belgrad bietet ein umfangreiches und qualitativ ansprechendes Programm, seine Veranstaltungen (Ausstellungen, Vorträge, Konzerte, Theater) sind, wie auch die Deutschkurse, gut besucht. Bei den Belgrader Theater-, Musik- und Filmfestivals sind häufig Künstler aus Deutschland präsent. Veranstaltungen der Botschaft finden regen Anklang. Auch in Serbien sind Freiwillige des Freiwilligendienstes des Auswärtigen Amtes „Kulturweit“ tätig, es besteht eine Deutsche evangelische Kirchengemeinde in Belgrad sowie mehrere Deutsche Kulturvereine.

Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist zudem der Bildungs- und Wissenschaftsaustausch. Es gibt in Serbien drei Lektorate des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Seit 2008 intensiviert der DAAD seine Aktivitäten im Rahmen des „Sonderprogramms Serbien“. Im Oktober 2008 wurde ein DAAD-Informationszentrum eröffnet. Stipendien- und Austauschprogramme finden reges Interesse.

Das Netzwerk der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) umfasst in Serbien 27 Partnerschulen: Neben der DSB sind das 20 von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreute Sprachdiplomschulen und  sechs vom Goethe-Institut betreute Fit-Schulen, an denen der Deutschunterricht auf- bzw. ausgebaut wird. Sieben vermittelte Lehrkräfte (/inkl. Fachberater) betreuen die Sprachdiplomschulen und ein Experte für Unterricht des Goethe-Instituts die Fit-Schulen.

An der 1954 gegründeten Deutschen Schule Belgrad werden rund 225 Kinder und Jugendliche aus Serbien, Deutschland und anderen Ländern unterrichtet. Die Schule wurde 2005 vom Serbischen Erziehungsministerium als inländische Bildungseinrichtung anerkannt. Im Sommer 2012 wurde das erste Abitur an der Deutschen Schule abgelegt. Deutschland fördert die Schule personelle (z. Zt. Mit 7 ADLK) und finanziell. Am 11.9.2015 wurde das neue Schulgebäude offiziell eröffnet.  

Goethe-Institut Belgrad

DAAD Informationszentrum Belgrad

Deutsche Schule Belgrad

www.forumsrbijanemacka.org/de

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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