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Bildungs- und Kulturpolitik
Stand: März 2013
Bildungssystem
Bildung hat in der myanmarischen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Das Bildungssystem ist jedoch evident unterfinanziert und leidet an mangelnden internationalen Kontakten. Die neue Regierung misst der Reform des Bildungssystems, insbesondere der Qualitätssteigerung eine große Bedeutung zu und hat angekündigt, mit Beginn des neuen Fiskaljahres (April 2013) erneut mehr Haushaltsmittel für Bildung zur Verfügung zu stellen.
Ein modernes System der Berufsausbildung gibt es nicht. Im Rahmen der Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit nimmt Berufsausbildung einen Schwerpunkt ein.
Die bedeutendsten Universitäten des Landes sind die University of Yangon, die University of Mandalay, die Yangon Technological University und das Yangon Institute of Economics. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere, zum Teil fachbezogene Hochschulen, darunter nicht weniger als 24 Computeruniversitäten und 24 Technische Universitäten, deren Qualität aber an mangelnder Ausstattung und der oft geringen Qualifikation der Dozenten leidet.
Sämtliche Hochschulen des Landes sind staatlich und werden von Ministerien verwaltet. Auch in diesem Bereich bemüht sich die neue Regierung um einen Neuanfang, der den Universitäten auch mehr Entwicklungsmöglichkeiten geben soll. Wissenschaftliche Kooperation und Hochschulkooperation auch mit deutschen Universitäten ist nunmehr hoch erwünscht und wird bereits verstärkt.
In Myanmar herrscht allgemeine Schulpflicht. Im Gegensatz zu offiziellen Angaben ist aber davon auszugehen, dass längst nicht alle myanmarischen Kinder die Grundschule abschließen und nur ein kleiner Teil weiterführende Schulen besucht. In abgelegenen Regionen gibt es zum Teil keine staatlichen Schulen. Die vielfach vorhandenen monastischen Schulen wiederum haben oft keine Mittel, um Lehrer zu bezahlen. Weniger als die Hälfte der Kinder schließt die Grundschule im dafür vorgesehenen Alter ab. Die Analphabetenrate liegt in Myanmar bei offiziell sechs Prozent, laut Vereinten Nationen bei etwa acht Prozent. Derzeit führt eine Gruppe internationaler Geber über UNICEF und in enger Abstimmung mit der Regierung ein strukturelles Förderprogramm im Bereich der Grundschulbildung durch. Auch Deutschland ist hier beteiligt.
Kultur
Myanmar ordnet Kultur grundsätzlich dem Primat der Politik unter. Dies führt dazu, dass die Bedingungen für einen grenzüberschreitenden Kulturaustausch nicht einfach sind. Dies galt bisher auch für die deutsch-myanmarischen Kulturbeziehungen. Auch hier beginnt sich aber mit der Öffnung des Landes das Bild zu verändern. Das Goethe-Institut wird voraussichtlich im Jahr 2013 wieder einen Sitz in Rangun eröffnen; der Kulturaustausch wird zusehends auch von myanmarischer Seite unterstützt.
Der Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit lag bisher in der Wissenschaftskooperation, vorwiegend über Stipendienprogramme. Diese Programme werden verstärkt weitergeführt und mit einer größeren Zahl an Universitätskooperationen ergänzt. In diesem Zusammenhang wurde vom DAAD im Oktober 2012 eine Langzeitdozentin an die University of Yangon entsandt.
Der DAAD ist seit 2009 mit einem Lektor an der Fremdsprachenuniversität in Rangun vertreten. Die Deutschabteilungen beider Fremdsprachenuniversitäten des Landes werden außerdem mit Lehrerfortbildungen des Goethe-Instituts gefördert.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
