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Singapur

Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland

Stand: Februar 2016

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland sind sehr gut. Sie basieren auf enger Zusammenarbeit im bilateralen wie im multilateralen Bereich. Singapurs konstruktive Rolle in der Regionalorganisation ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen), seine außergewöhnliche Stabilität und seine regionale Bedeutung machen es zu einem wichtigen Partner der deutschen Außenpolitik. Bei der Förderung der politischen Beziehungen zwischen den europäischen und den asiatischen Ländern wird Singapur als Motor und Vermittler geschätzt. Im November 2015 feierten Deutschland und Singapur den fünfzigsten Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen.

Die guten bilateralen Beziehungen wurden durch hochrangige Besuche unterstrichen und vertieft. Der Singapurer Premierminister Lee Hsien Loong besuchte im Februar 2015 Deutschland und sprach u.a. mit Bundeskanzlerin Merkel, Bundesaußenminister Steinmeier, Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesfinanzminister Schäuble. Singapurs Staatspräsident Tan traf im August 2014 am Rande des Lindauer Nobelpreisträgertreffens mit der Bundeskanzlerin zusammen, wie bereits bei seinem Staatsbesuch in Deutschland im Juni/Juli 2012, wo er auch mit dem Bundespräsidenten sprach. Im Februar 2013 besuchte Bundesaußenminister Westerwelle Singapur. Unter anderem traf er zu einem Gespräch mit dem singapurischen Außenminister K. Shanmugam zusammen. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Singapur im Juni 2011. Beim Besuch von Premierminister Lee im Dezember 2005 in Deutschland verkündeten Bundeskanzlerin und Premierminister die "Deutsch-Singapurische Erklärung", die auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Politik und Wirtschaft sowie Forschung, Bildung und Kultur abzielt. .

In wichtigen außenpolitischen Fragen wie der Notwendigkeit weltweiter, auf regionale Bündnisse gestützter Friedenssicherung und dem Kampf gegen den Terrorismus besteht ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen beiden Ländern. Gleiches gilt auch für außenwirtschaftliche Ziele wie etwa die Förderung eines offenen Welthandels, internationaler Kooperation und freien Wettbewerbs. Wirtschaft und Technologie Deutschlands stehen in Singapur in hohem Ansehen.


Wirtschaftsbeziehungen

Singapur ist wichtigster Wirtschaftspartner Deutschlands im Raum der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Einrichtungen wie die Deutsch-Singapurische Industrie- und Handelskammer (SGC; seit Juli 2004), das German Centre Singapore ( Eröffnung 1995), das German Singapore Business Forum (GSBF; seit der Gründung 1994 neun Tagungen, letzte Tagung im Mai 2014 in München) sowie die Wirtschaftsförderungsorganisationen Economic Development Board (EDB) und International Enterprise Singapore (IE Singapore) mit Büros in Frankfurt/Main tragen dazu bei, dass die Wirtschaftsaktivitäten in beiden Richtungen intensiv sind. Zur Zeit sind in Singapur etwa 1500 deutsche Firmen registriert. Angesichts der engen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zu SGP kooperiert Deutschland mit Singapur im Bereich der dualen Berufsausbildung. Im Rahmen des „Poly goes UAS“ Programms können Absolventen der „Polytechs“ nach 6-monatigem Deutsch-Kurs am Goethe-Institut zum Studium nach Deutschland. Das „Poly goes SIT“ Programm ermöglicht es „Polytech“-Absolventen, ein duales Studium mit Abschluss Diplom am Singapore Institute of Technology aufzunehmen, das ein ca. einjähriges Praktikum bei einem deutschen Unternehmen in Singapur oder Deutschland beinhaltet.

Die Exporte nach Deutschland beliefen sich (nach Singapurer Statistik) 2014 auf 4,06  Mrd. Euro, die Importe aus Deutschland auf 8,02  Mrd. Euro. Damit war Deutschland 2014 erneut Singapurs wichtigster Warenhandelspartner in der EU.


Kulturelle Beziehungen

Ein bilaterales Kulturabkommen datiert aus dem Jahre 1990. Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit bilden die Tätigkeiten des Goethe-Instituts (GI), das mit seinen Veranstaltungen und vor allem Sprachangeboten auf ein großes Publikumsinteresse stößt. Größere deutsche Unternehmen in Singapur betreiben eigenes Kultursponsoring vor Ort.

Aufgrund des Bemühens Singapurs, durch die verstärkte Nutzung von Wissenschaft und Hochtechnologie seinen Spitzenplatz in der Weltwirtschaft zu bewahren, nimmt die Förderung der Hochschulbeziehungen eine wichtige Rolle in den bilateralen Beziehungen ein. Es bestehen über 70 bilaterale Kooperationen zwischen deutschen Hochschulen und den sechs singapurischen Universitäten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterhält seit 2001 ein Informationszentrum zur Studienberatung, das auf Messen und Informationsveranstaltungen für den Studienstandort Deutschland wirbt. Im Juli 2002 hat TUM Asia als erste „eigenständige Auslandstochter“ einer deutschen Universität – der Technischen Universität München (TUM) – den Studienbetrieb in Singapur aufgenommen. Inzwischen bietet TUM Asia in Kooperation mit singapurischen Universitäten und Polytechnika Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Promotions- und Forschungsmöglichkeiten im Rahmen des Forschungsprojekts TUM CREATE an.

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Dateiverarbeitung in Darmstadt hat im Mai 2011 in Zusammenarbeit mit singapurischen Partnern ein Forschungszentrum für interaktive und digitale Medien gegründet (IDM@NTU).

Deutsch rangiert bei den Drittsprachen nach Japanisch und Französisch an dritter Stelle. Die Zahl der Deutschlernenden ist mit ca. 1.800 Personen im Jahr seit Jahren konstant. Die Deutsche Europäische Schule Singapur (GESS) besteht seit 1971 und führt vom Kindergarten bis zur Deutschen Internationalen Abiturprüfung (German Section) bzw. zum International Baccalaureat (IB). Sie ist mit mittlerweile ca. 1.500 Schülern die größte deutsche Schule Asiens.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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