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Wirtschaft

Stand: September 2016

Volkswirtschaftliche Struktur

Tadschikistan ist die ärmste der fünf zentralasiatischen Republiken. Nach Angaben der Weltbank lebten 2014 32% der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze. In wichtigen Feldern wie Korruptionsbekämpfung, Registrierung und Schutz von Privateigentum sowie Wirtschaftsförderung sind weitere Reformschritte nötig. In zentralen, von Gebern unterstützten Reformbereichen wie der Neuausrichtung der Landwirtschaft (Umwandlung früherer Kolchosen in selbständige kleine und mittelgroße Agrarbetriebe) sind seit 2009 gewisse Fortschritte zu konstatieren.


Aktuelle wirtschaftliche Lage

2015 ist das BIP laut Weltbank auf 7,85 Mrd. USD insgesamt und 925,91 USD pro Kopf gesunken. In den letzten Jahren wurde die Aluminium- und Baumwollproduktion – und damit auch der Export – nicht zuletzt aufgrund deutlich gesunkener Weltmarktpreise stark zurückgefahren. Seit Ende 2014 hat der tadschikische Somoni krisenbedingt deutlich an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Zudem gehen die Zahl der tadschikischen Gastarbeiter in Russland und Kasachstan und deren Rücküberweisungen stark zurück, während die Diversifizierung der heimischen Wirtschaft nur punktuell Fortschritte gemacht hat.

Zudem haben sich in den letzten Jahren einige Länder, vor allem die Volksrepublik China, mit einer Reihe von Infrastruktur-Großprojekten (Energie, Bergbau, Straßenbau) sowie industriellen Investitionen engagiert. Verbesserungspotenzial besteht in der Diversifizierung der Wirtschaft und der Stärkung des Bildungssystems sowie des Privatsektors. In den Bereichen Korruptionsprävention, Rechtssicherheit und Infrastrukturentwicklung sind weiterhin Fortschritte nötig. Eine positive Entwicklung ist im Agrarbereich zu verzeichnen, wo das Angebot sichtbar gewachsen ist.


Wirtschaftssektoren

Nur sieben Prozent der Fläche des Landes sind für die Landwirtschaft geeignet. Der überwiegende Teil der Bevölkerung (etwa 70%) ist dennoch hier tätig. In der tadschikischen Landwirtschaft dominiert die Baumwolle, außerdem werden zunehmend hochwertige Obst (Aprikosen, Weintrauben, Äpfel), Gemüse, Nüsse und Getreide angebaut. Die Nahrungsmittelproduktion deckt besonders bei Getreide nicht den Eigenbedarf der Bevölkerung. Das Land ist regelmäßiger Empfänger von Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen sowie diverser bilateraler Geber.

Die Diversifizierung der Wirtschaft sowie die anteilige Erhöhung der Industrieproduktion (Anteil am BIP 2014 bei etwa 23%) bleiben Herausforderungen. Bergbau und Baustoffindustrie dagegen haben in den letzten Jahren, vor allem durch chinesische Investitionen, an Bedeutung gewonnen. 

Die Stromversorgung Tadschikistans erfolgt zu 98% durch Wasserkraft. Seit Abtrennung vom zentralasiatischen Stromverbund im Dezember 2009 durch Usbekistan können die in den Wintermonaten erforderlichen Stromimporte nicht mehr erfolgen. Landesweite Stromrationierungen sind die Folge. Gleichzeitig nahm der Stromexport aus Tadschikistan, vor allem nach Afghanistan und Kirgisistan, stark zu. Das Wasserkraftpotential des Landes ist derzeit bei weitem nicht ausgeschöpft, der Bau neuer Wasserkraftwerke ist eine Priorität der Regierung. Größtes Wasserkraftwerk ist mit einer Kapazität von 3.000 MW das am Vachsch-Fluss gelegene Nurek. Mit iranischer Unterstützung wurde das erste Aggregat des Wasserkraftwerks Sangtuda II (insgesamt 220 MW) im Süden des Landes 2011 fertiggestellt, das zweite wurde 2014 eingeweiht. Die russische Investition Sangtuda I (670 MW) wurde 2009 fertiggestellt.  Die Fertigstellung des Großkraftwerkes Rogun (3.600 MW) ist bis 2027 geplant. Es könnte einen bedeutenden Beitrag zur inländischen Energieversorgung leisten, stößt aber auf den Protest des Nachbarn Usbekistan.


Außenwirtschaft

Die wichtigsten Außenhandelspartner Tadschikistans sind China, Russland, die Türkei, Iran und Kasachstan. Der tadschikische Außenhandel hatte zwischen 2005 und 2008 mit Zuwachsquoten von bis zu 25% einen spürbaren Aufschwung genommen. 2009 war krisenbedingt ein Rückgang um etwa ein Viertel zu verzeichnen. Während die Importe in den Folgejahren stark anstiegen, erreichten die Exporte nur 2011 den Wert von 2008. 2014 gingen die tadschikischen Exporte um knapp 20% gegenüber 2013 auf 979 Mio. USD zurück. In der Folge hat sich das hohe Handelsbilanzdefizit weiter vergrößert. Es erreichte 2014 etwa 3,36 Mrd. USD. Hauptgrund für das hohe Defizit war neben der Zunahme der Importe der Preisverfall bei den Hauptexportgütern (Aluminium, Baumwolle).


Regionale wirtschaftliche Zusammenschlüsse

Tadschikistan ist bisher nicht der aus der Eurasischen Zollunion am 01. Januar 2015 hervorgegangenen Eurasischen Wirtschaftsunion beigetreten (weitere Mitglieder sind Kasachstan, Weißrussland, Armenien, Kirgisistan). Seit 2010 ist ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU in Kraft, zudem ist Tadschikistan Mitglied im GSP-Regime. Seit März 2013 ist Tadschikistan Mitglied der WTO. Darüber hinaus besteht eine Mitgliedschaft in der Economic Cooperation Organization (ECO).


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