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Schweiz

Wirtschaft

Stand: März 2016

Wirtschaftslage

Die Schweiz zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Erneut konnte die Schweiz die Spitze des Index für Wettbewerbsfähigkeit (Global Competitiveness Report erstellt vom WEF) verteidigen. Grund: Ihre Innovationskraft und der flexible Arbeitsmarkt. Jedoch warnt das WEF vor möglichen Auswirkungen der 2014 beschlossenen und bis 2017 umzusetzenden Masseneinwanderungsinitiative, die eine Kontingentierung der Zuwanderung anstrebt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2014 rd. 642,2 Mrd. CHF, womit sich die Schweiz in Europa auf Platz 10 der wirtschaftsstärksten Länder einreihte. Die Wachstumsprognosen  –  2014 lag das BIP-Wachstum bei rund 1,9% - sind für 2015 unter dem Eindruck der Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 € am 15.01.2015 nach unten korrigiert worden und liegen jetzt bei 0,8%. Für 2016 wird wieder ein Wachstum von 1,5% erwartet (Prognose Staatssekretariat für Wirtschaft).

Die Industrie ist exportorientiert. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmaindustrie, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie Feinmechanik (v.a. Uhren, Schmuck und medizinische Präzisionsinstrumente). Daneben hat sich die Schweiz erfolgreich im Bereich der Umweltschutztechnologien etabliert. Im Dienstleistungssektor sind rund 3,7 Mio. Erwerbstätige (ca. 76%) beschäftigt. Der Finanzsektor ist mit einem Anteil von rund 9,5% am BIP (2014) und ca. 209.800 Arbeitsplätzen (knapp 6% der Beschäftigten) noch immer eine wichtige Säule der Wirtschaft mit allerdings in den letzten Jahren leicht abnehmender Bedeutung (zum vergleich: in Deutschland 4%, in Luxemburg 28,7% des BIP 2014). Daneben generiert der internationale Rohstoffhandel in Genf und Zug beachtliche Exporteinnahmen, die zwischenzeitlich diejenigen des Bankensektors überstiegen haben.

Die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen) sinkt kontinuierlich und liegt unter 35%. Die Defizitquote der öffentlichen Haushalte liegt nahe null.

Die Arbeitslosenquote lag 2015 bei 3,3%. 2016 wird mit einer Arbeitslosenquote von 3,6% gerechnet. Angesichts der Frankenaufwertung und des dadurch ausgehenden Drucks über die Importpreise wird die Inflationsrate 2015 auf -1,1% geschätzt, 2016 soll die Inflationsrate -0,14% betragen.


Außenhandel

Der Außenhandel erreichte 2015 erneut einen Rekordüberschuss von etwa 36,6 Mrd CHF. Die Exporte lagen bei 202,9 Mrd CHF, die Imprte bei 166,3 Mrd CHF. Der erstarkte Franken hat sich 2015 sowohl bei den Importen (-6,9% nominal/-0,5% real) als auch Exporten (-2,6% nominal/-0,7% real) negativ bemerkbar gemacht.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Die Schweiz ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD, IWF, Weltbank und WTO, jedoch nicht der G8 und der G20. Sie ist Sitzstaat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Daneben ist die Schweiz Gründungsmitglied der EFTA. Ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde 1992 in einer Volksabstimmung von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt. Als Ersatz dafür wurden zahlreiche Sektorabkommen mit der EU abgeschlossen. Seit 2002 sind die Bilateralen Verträge I (Personenfreizügigkeit, Luft- und Landverkehr, Abbau technischer Handelshemmnisse, Forschung, öffentliches Beschaffungswesen, Landwirtschaft) mit der EU in Kraft, die den (Wirtschafts-)Austausch vereinfachen. Die Bilateralen Verträge II (Schengen (Wegfall der Personenkonrollen), Dublin (Durchführung von Asylverfahren), Betrugsbekämpfung, Umwelt, Statistik, Ruhegehälter, Zinsbesteuerung, Landwirtschaftliche Verarbeitugsprodukte) wurden 2004 abgeschlossen.


Umwelt- und Energiepolitik

Die Schweiz hat traditionell ein hohes umweltpolitisches Profil. Das am 1. Januar 2013 revidierte CO2-Gesetz sieht bis 2020 eine Reduktion der Klimagase um 20% im Vergleich zu 1990 vor. Im Emissionshandel strebt die Schweiz die Einbindung in das EU-Emissionshandelssystem an. In der Energiepolitik setzt die Schweiz traditionell auf Wasserkraft (55%), daneben auf Kernenergie. Nach dem Grundsatzentscheid zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie 2011 wird das Kernkraftwerk Mühleberg 2019 außer Dienst gestellt werden. Auch die übrigen drei Kernkraftwerke (insgesamt noch vier Reaktorblöcke, da AKW Beznau zwei Reaktorblöcke hat) werden voraussichtlich am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer stillgelegt. Die Kernkraftwerke decken derzeit zusammen knapp 40% der Schweizer Elektrizitätsproduktion. Zum Ausgleich soll unter anderem die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 um ein Drittel erhöht werden. Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr bis 2035 soll um 43% gegenüber dem Jahr 2000 sinken (Art. 3 Entwurf zum Energiegesetz).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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