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Schweiz

Wirtschaft

Stand: Dezember 2014

Wirtschaftslage

Die Schweiz zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Das Genfer World Economic Forum (WEF) hat die Schweiz für den Zeitraum 2013 - 2014 dank ihrer Innovationskraft und des flexiblen Arbeitsmarkts auch hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit erneut an die Spitze gesetzt. Das BIP wird 2014 rd. 630 Mrd. CHF erreichen, womit sich die Schweiz in Europa auf Platz 8 der wirtschaftsstärksten Länder einreihte. Die Wachstumsprognosen sind angesichts von Risiken im internationalen Bereich für 2014 und 2015 leicht zurückgenommen worden, liegen aber immer noch im Bereich von knapp 2%.

Die Industrie ist exportorientiert. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmawirtschaft, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie Feinmechanik (v.a. Uhren, Schmuck und medizinische Präzisionsinstrumente). Daneben hat sich die Schweiz erfolgreich im Bereich der Umweltschutztechnologien etabliert. Im Dienstleistungssektor sind rund 3,1 Millionen Erwerbstätige (ca. 75%) beschäftigt. Der Finanzsektor ist mit einem Anteil von rund 10,5% am BIP (2013) und ca. 210.000 Arbeitsplätzen (rund 6% der Beschäftigten) noch immer eine wichtige Säule der Wirtschaft (in Deutschland 3,6%, in Luxemburg 25,4% des BIP 2013). Daneben generiert der internationale Rohstoffhandel in Genf und Zug beachtliche Exporteinnahmen, die mittlerweile diejenigen des Bankensektors übersteigen.

Die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen) sinkt kontinuierlich und liegt um 35%. Die Defizitquote der öffentlichen Haushalte liegt nahe null.

Die Arbeitslosenrate lag im September 2014 bei 3,0%, die Jugendarbeitslosenquote bei 3,5%. Auch 2014 gelang es nicht, alle der rund 94.500 Lehrstellen zu besetzen. Das Schweizer Bundesamt für Statistik rechnet 2014 mit einer Teuerungsrate von rund 0,1%, für 2015 werden 0,2% erwartet. Die Schweizer Nationalbank hat 2011 eine Wechselkursuntergrenze von 1,20 CHF zum Euro eingeführt, um ein Ausufern der Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern. Die Schweiz war deshalb gezwungen, 2012 die Devisenbestände um 175 Mrd. CHF zu erhöhen In diesem Sommer sind vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher Spannung im internationalen Bereich die Devisenbestände der SNB erneut leicht gestiegen (mittlerweile rund 470 Mrd. CHF).


Außenhandel

Der Außenhandel wurde durch den jüngst stark angestiegenen Außenwert des Schweizer Franken im Verhältnis zu Euro und US-Dollar gedämpft. Nachdem der Außenhandel 2012 mit einem Aktivsaldo von 24 Mrd. CHF (ca. 20 Mrd. Euro)  einen neuen Rekord erreichte, brachte 2013 nur wenig Wachstum. 2014 entwickelte sich der Außenhandel positiv, für die ersten 9 Monate stiegen die Exporte (nominal) um 2,9%, die Importe um 1,2%. Das größte Wachstum verzeichnete der Export von Schmuckwaren. Zugpferde im Export bleiben weiterhin die Uhren- und Chemie-/Pharmabranche.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Die Schweiz ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), IWF (Internationaler Währungsfonds), Weltbank und WTO (Welthandelsorganisation), jedoch nicht der G8 und der G20. Sie ist Sitzstaat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Daneben ist die Schweiz Gründungsmitglied der EFTA (Europäische Freihandelsassoziation). Ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde 1992 in einer Volksabstimmung von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt. Als Ersatz dafür wurden zahlreiche Sektorabkommen mit der EU abgeschlossen. Seit 2002 sind die Bilateralen Verträge I (Personenfreizügigkeit, Luft- und Landverkehr, Abbau technischer Handelshemmnisse) mit der EU in Kraft, die den (Wirtschafts-)Austausch vereinfachen. Die Bilateralen Verträge II (Innere Sicherheit, Asyl- und Rechtsfragen) wurden 2004 abgeschlossen.


Umwelt- und Energiepolitik

Die Schweiz hat traditionell ein hohes umweltpolitisches Profil. Das am 1. Januar 2013 revidierte CO2-Gesetz, sieht bis 2020 eine Reduktion der Klimagase um 20% im Vergleich zu 1990 vor. Im Emissionshandel strebt die Schweiz die Einbindung in das EU-Emissionshandelssystem an. In der Energiepolitik setzt die Schweiz traditionell auf Wasserkraft (55%), daneben auf Kernenergie. Nach dem Grundsatzentscheid zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie 2011 wird das Kernkraftwerk Mühleberg 2019 außer Dienst gestellt werden. Auch die übrigen drei Kernkraftwerke (insgesamt noch vier Reaktorblöcke, da AKW Beznau zwei Reaktorblöcke hat) werden voraussichtlich am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer, vermutlich 2034, stillgelegt. Die Kernkraftwerke decken derzeit zusammen knapp 40% der Schweizer Elektrizitätsproduktion. Zum Ausgleich soll unter anderem die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 um ein Drittel erhöht werden.  Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr bis 2035 soll um 43% gegenüber dem Jahr 2000 sinken (Art. 3 Entwurf zum Energiegesetz).


Wirtschaftsdatenblatt

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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