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Schweiz

Wirtschaft

Stand: März 2014

Wirtschaftslage

Die Schweiz zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Das Genfer World Economic Forum (WEF) hat die Schweiz 2013 dank ihrer Innovationskraft und des flexiblen Arbeitsmarkts auch hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit zum 4. Mal in Folge an die Spitze gesetzt. Das BIP erreichte 2013 schätzungsweise. 500 Mrd. €, (womit sich die Schweiz in Europa auf Platz 8 der wirtschaftsstärksten Länder einreihte.

Die Industrie ist exportorientiert. Schwerpunkte sind Chemie und Pharmawirtschaft, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie Feinmechanik (v.a. Uhren und Schmuck). Daneben hat sich die Schweiz erfolgreich im Bereich der Umweltschutztechnologien etabliert. Im Dienstleistungssektor waren im 3. Quartal 2013 rund 3 Millionen Erwerbstätige beschäftigt. Der Finanzsektor ist mit einem Anteil von 10% am BIP (2012) und ca. 210.000 Arbeitsplätzen (6% der Beschäftigten) noch immer eine wichtige Säule der Wirtschaft (in Deutschland 5,2%, in Luxemburg 28,3% des BIP 2011). Derzeit befindet sich der Bankensektor auch aufgrund ungeklärter Fragen im Bereich der Besteuerung mit den USA und verschiedenen europäischen Ländern im Umbruch. Daneben steigen die Einnahmen aus dem internationalen Rohstoffhandel (Transithandelsgeschäfte). 2010 generierte der Rohstoffhandel erstmals größere Exporteinnahmen als die Finanzdienstleistungen.

Die Schuldenquote aller öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen) sinkt kontinuierlich und liegt um 35%. Die Defizitquote der öffentlichen Haushalte liegt nahe null.

Die Arbeitslosenrate lag im Januar 2014 bei 3,5%. Das Schweizer Bundesamt für Statistik rechnet 2013 mit einer negativen Teuerungsrate von rund -0,2%. Die Schweizer Nationalbank hat am 06.09.2011 eine Wechselkursuntergrenze von 1,20 CHF zum Euro eingeführt, um ein Ausufern der Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern. Die Schweiz war deshalb gezwungen, 2012 die Devisenbestände um 175 Mrd. CHF zu erhöhen. Die Lage hat sich momentan leicht entspannt (Kurs 28.02.2014: 1 € = 1,22 CHF). Die ausgewiesenen Devisenanlagen der SNB  stabilisierten sich seither im Bereich von rund 470 Mrd. CHF.


Außenhandel

Der Außenhandel wurde durch den jüngst stark angestiegenen Außenwert des Schweizer Franken im Verhältnis zu Euro und US-Dollar gedämpft. Nachdem der Außenhandel 2012 mit einem Aktivsaldo von 24 Mrd. CHF (ca. 20 Mrd. Euro)  einen neuen Rekord erreichte, brachte 2013 nur wenig Wachstum. Der Anstieg der Ein- und Ausfuhren um 0,3% führte aber zu einem nochmals geringfügig höheren Überschuss als im Jahr 2012. Das größte Wachstum verzeichnete die Nahrungsmittelbranche. Zugpferde im Außenhandel bleiben weiterhin auch die Uhren- und Chemie-/Pharmabranche.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Die Schweiz ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), IWF (Internationaler Währungsfonds), Weltbank und WTO (Welthandelsorganisation), jedoch nicht der G8 und der G20. Sie ist Sitzstaat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Daneben ist die Schweiz Gründungsmitglied der EFTA (Europäische Freihandelszone). Ein Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde 1992 in einer Volksabstimmung von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt. Als Ersatz dafür wurden zahlreiche Sektorabkommen mit der EU abgeschlossen. Seit 2002 sind die Bilateralen Verträge I (Personenfreizügigkeit, Luft- und Landverkehr, Abbau technischer Handelshemmnisse) mit der EU in Kraft, die den (Wirtschafts-)Austausch vereinfachen. Die Bilateralen Verträge II (Innere Sicherheit, Asyl- und Rechtsfragen) wurden 2004 abgeschlossen.


Umwelt- und Energiepolitik

Die Schweiz hat traditionell ein hohes umweltpolitisches Profil. Das am 1. Januar 2013 revidierte  CO2-Gesetz, sieht bis 2020 eine Reduktion der Klimagase um 20% im Vergleich zu 1990 vor. Im Emissionshandel strebt die Schweiz die Einbindung in das EU-Emissionshandelssystem an. In der Energiepolitik setzt die Schweiz traditionell auf Wasserkraft (55%), daneben auf Kernenergie. Nach dem Grundsatzentscheid zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie 2011 wird das Kernkraftwerk Mühleberg 2019 außer Dienst gestellt werden. Wie das Kraftwerk Mühleberg werden auch die übrigen drei Kernkraftwerke (insgesamt noch vier Reaktorblöcke, da das AKW Beznau zwei Reaktorblöcke hat) voraussichtlich am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer, vermutlich bis spätestens 2034, stillgelegt. Die Kernkraftwerke decken derzeit zusammen knapp 40% der Schweizer Elektrizitätsproduktion. Zum Ausgleich soll unter anderem die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 um ein Drittel erhöht werden.  Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr bis 2035 soll um 43% gegenüber dem Jahr 2000 sinken (Art. 3 Entwurf zum Energiegesetz).


Wirtschaftsdatenblatt



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.