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Dschibuti

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Wirtschaftslage

Dschibuti verfügt außer seinen Salzvorkommen über keine nennenswerten Bodenschätze. Die Landwirtschaft leidet immer wieder aufgrund anhaltender Dürre unter Mangel an Wasser und fruchtbarem Land. Aufgrund der schwierigen Versorgungslage ist Dschibuti sehr stark von Nahrungsmittelimporten abhängig und kann auch seine Wasserversorgung nicht selbst garantieren. Der tertiäre Sektor bestimmt mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt über 80 Prozent das Wirtschaftsgeschehen, die Industrie nimmt mit 17,3 Prozent eine untergeordnete Rolle ein. Wichtigste Bereiche für Dienstleistungen: Häfen, Verwaltung, stationiertes ausländisches Militär und Luftverkehr. Im laufenden Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von über 6,5 Prozent erwartet, vor allem getragen von Investitionen im Hafen- und Infrastrukturbereich. Ein weiterer Anstieg des Wirtschaftswachstums auf bis zu 7 Prozent wird in den kommenden Jahren erwartet. Der neue Containerhafen in Doraleh wurde im Februar 2009 eingeweiht und ist ein wichtiger Transit- und Umladehafen für die Länder in der Region, insbesondere Äthiopien. Er ist der größte und modernste seiner Art in Ostafrika.

Der Bericht des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen 2014 stuft Dschibuti anhand diverser Indikatoren für die menschliche Entwicklung an 168. Stelle (von insgesamt 188 Ländern) ein.

Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass sich die globale Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin nur schwach auf Dschibuti auswirkt. Bis Ende 2012 lief ein Drei-Jahres-Programm für Wachstum und Armutsbekämpfung ("Poverty Reduction and Growth Facility"), das mit dem IWF vereinbart und um ein Jahr verlängert wurde. Letzterer hält weiterhin die Umsetzung einer Reihe von Wirtschafts- und Finanzreformen einschließlich Bankenaufsicht für notwendig. Noch immer sind 42 Prozent der lokalen Bevölkerung von extremer Armut betroffen und die Arbeitslosenrate ist mit ca. 50 Prozent enorm hoch. Laut IWF ist die anhaltende extreme Armut auf die fehlende Diversifizierung der Wirtschaft und auf die zu starke Abhängigkeit von den Hafenaktivitäten zurückzuführen. Dennoch verzeichnete Dschibuti in den letzten Jahren einen starken Anstieg an ausländischen Direktinvestitionen, vor allem aus den Golfstaaten, der sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wasser bleibt trotz zwischenzeitlich durchgeführter Maßnahmen weiter eine Herausforderung. Die Stromversorgung hat sich mit der Schaffung eines Stromverbunds mit Äthiopien seit 2011 deutlich verbessert. Inzwischen werden ca. 65 Prozent der verbrauchten Energie von dort importiert. Um den erhöhten Strombedarf zukünftig decken zu können, setzt das Land außerdem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Die EU hat Ende 2011 mit Dschibuti ein Abkommen zur Schaffung von vier Windkraftanlagen in Verbindung mit Meerwasserentsalzungsanlagen unterzeichnet – mit einem Gesamtvolumen von über 80 Millionen Euro das bislang größte von der EU in Dschibuti angeschobene Projekt.

Außenhandel

Wichtigste Abnehmer dschibutischer Exporte waren im Jahr 2013 Somalia, Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA. Dschibuti bezog seine Importe im selben Zeitraum vorrangig aus China, Saudi-Arabien, Indonesien, Indien und Äthiopien. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel, Erdölprodukte, die Genussdroge Khat, Chemische Erzeugnisse sowie Maschinen und Fahrzeuge. Hauptausfuhrgüter sind neben Re-Exporten Häute, Felle und andere Viehzuchtprodukte sowie Kaffee (vorwiegend aus Äthiopien). Dschibutis Außenhandel ist weiterhin defizitär.

Äthiopien ist das wichtigste Wirtschaftspartnerland Dschibutis. Es wickelt etwa 85 Prozent seines Außenhandels über die Häfen von Dschibuti ab. Dschibuti hofft, sich mittel- und langfristig zu einem regionalen Dienstleistungszentrum v.a. im Bereich Transport, Finanzen und Telekommunikation, flankiert von auf- und auszubauender Tourismusindustrie entwickeln zu können. Hierbei denkt man an Qualitätstourismus insbesondere im Bereich des Wassersports und des Wanderns in Berg- und Wüstenregionen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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