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Dschibuti

Wirtschaft

Stand: Oktober 2012 

Wirtschaftslage

Dschibuti verfügt außer seinen Salzvorkommen über keine nennenswerten Bodenschätze. Die Landwirtschaft leidet im nunmehr siebten Jahr anhaltender Dürre unter Mangel an Wasser und fruchtbarem Land. Inzwischen hat sich die Versorgungslage von deutlich über 130.000 Menschen beträchtlich verschärft. Die industrielle Produktion ist nahezu unbedeutend. Der tertiäre Sektor bestimmt mit einem über 80 Prozent großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt das Wirtschaftsgeschehen. Wichtigste Bereiche für Dienstleistungen: Häfen, Verwaltung, stationiertes ausländisches Militär und Luftverkehr. Im laufenden Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von über 5 Prozent erwartet, vor allem getragen von Investitionen im Hafen- und Infrastrukturbereich. Der neue Containerhafen in Doraleh wurde im Februar 2009 eingeweiht. Er ist der größte und modernste seiner Art in Ostafrika.

Der Bericht des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen 2011 stuft Dschibuti anhand diverser Indikatoren für die menschliche Entwicklung an 165. Stelle (von insgesamt 187 Ländern) ein.

Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass sich die globale Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin nur schwach auf Dschibuti auswirkt. Bis Ende 2011 liefein Drei-Jahres-Programm für Wachstum und Armutsbekämpfung („Poverty Reduction and Growth Facility“), das mit dem IWF vereinbart wurde. Letzterer hält weiterhin die Umsetzung einer Reihe von Wirtschafts- und Finanzreformen einschließlich Bankenaufsicht für notwendig.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wasser bleibt trotz zwischenzeitlich durchgeführter Maßnahmen weiter eine Herausforderung. Die Stromversorgung hat sich mit der Schaffung eines Stromverbunds mit Äthiopien seit dem vergangenen Jahr deutlich verbessert. Inzwischen werden knapp zwei Drittel der verbrauchten Energie von dort importiert. Die EU hat Ende 2011 mit Dschibuti ein Abkommen zur Schaffung von vier Windkraftanlagen in Verbindung mit Meerwasserentsalzungsanlagen unterzeichnet – mit einem Gesamtvolumen von über 80 Millionen Euro das bislang größte von der EU in Dschibuti angeschobene Projekt.

Außenhandel

Wichtigste Abnehmer dschibutischer Exporte waren im Jahr 2011 Somalia, Äthiopien, Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Niederlande. Dschibuti bezog seine Importe im selben Zeitraum vorrangig aus Saudi-Arabien, Indien, China, den USA und Malaysia. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel, Erdölprodukte, die Genussdroge Khat sowie Maschinen und Fahrzeuge. Hauptausfuhrgüter sind neben Re-Exporten Häute, Felle und andere Viehzuchtprodukte. Dschibutis Außenhandel ist weiterhin defizitär.

Äthiopien wickelt etwa 85 Prozent seines Außenhandels über die Häfen von Dschibuti ab. Dies bestimmt die bilateralen Beziehungen. Dschibuti hofft, sich mittel- und langfristig zu einem regionalen Dienstleistungszentrum v.a. im Bereich Transport, Finanzen und Telekommunikation, flankiert von auf- und auszubauender Tourismusindustrie entwickeln zu können. Hierbei denkt man an Qualitätstourismus insbesondere im Bereich des Wassersports und des Wanderns in Berg- und Wüstenregionen.

Außerdem soll im Rahmen einer im Februar 2012 vereinbarten trilateralen Zusammenarbeit mit Äthiopien und dem Südsudan letzterem ein Straßen- sowie ein Eisenbahnkorridor zu den Häfen Dschibutis ermöglicht werden. Außerdem wird an den Bau einer Pipeline zum Export des im Südsudan geförderten Rohöls gedacht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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