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Namibia

Außenpolitik

Stand: März 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Namibias Außenpolitik ist multilateral orientiert. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte fühlt sich das Land den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und generell  den Werten afrikanischer Solidarität besonders verpflichtet. Als Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) setzt sich Namibia für die Förderung der regionalen Integration ein. Im Bereich der bilateralen Beziehungen stehen für Namibia Pflege und Ausbau der Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn sowie den Wirtschaftspartnern in Europa, Asien und Nordamerika im Vordergrund.

Beziehungen zu Südafrika

Aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von Südafrika (über 80 Prozent der Importe kommen von dort) und der gemeinsamen Geschichte bleibt der Nachbar im Süden Namibias wichtigster Partner. Mit Südafrika sowie Botsuana, Lesotho und Swasiland ist Namibia durch die Zollunion im Südlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU) verbunden. Der namibische Dollar ist im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Seit August 2004 ist Windhuk Sitz des SACU-Sekretariats.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten sind Namibias bedeutendste Entwicklungspartner und nach Südafrika wichtigste Handelspartner. Der 10. Europäische Entwicklungsfonds (EEF) sah für die Jahre 2007 bis 2013 Mittel in Höhe von 103 Millionen Euro für Namibia vor. Für den 11. EEF werden voraussichtlich Kürzungen wegen der Einstufung Namibias als "Land mit oberem mittleren Einkommen" (Weltbank-Klassifizierung) auf 68 Millionen Euro im Zeitraum 2014 bis 2020 erfolgen. Unter den EU-Mitgliedstaaten ist Deutschland mit Abstand der größte bilaterale Geber. Neben Deutschland sind innerhalb der EU Großbritannien (Diamanten und Rindfleisch) und Spanien (Fisch) die bedeutendsten Wirtschaftspartner Namibias. Gemeinsam mit Namibia und anderen Staaten in der Region verhandelt die EU über ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, das die Handelsbeziehungen auf eine neue Grundlage stellen soll.

Beziehungen zu den USA

Namibia ist am Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA interessiert. Dabei geht es Namibia vor allem um stärkeren Zugang zum amerikanischen Markt im Rahmen des "Africa Growth and Opportunities Act" (AGOA). Durch Leistungen der Millenium Challenge Cooperation, des amerikanischen Aidshilfeprogramms (PEPHAR) und der Entwicklungsagentur USAID gehören die USA zu den wichtigsten bilateralen Gebern.

Beziehungen zu Asien

Hier stehen traditionell die Beziehungen zu China, aber auch Nordkorea im Vordergrund. Das gilt vor allem für die Wirtschaftsbeziehungen, die zielstrebig ausgebaut werden, insbesondere durch große öffentliche Bauaufträge für chinesische und nordkoreanische Firmen. Namibia bemüht sich ebenfalls um Weiterentwicklung der Kontakte zu Indien und den südostasiatischen Schwellenländern, es ist ein Verfechter des Ausbaus des Süd-Süd-Handels. Im Juli 2013 eröffnete der Iran seine Botschaft in Windhuk wieder.

Namibia in internationalen Organisationen

Namibia gehört in der Afrikanischen Union sowie den Vereinten Nationen zu den pünktlichen Beitragszahlern und beteiligt sich an friedenserhaltenden Maßnahmen in Afrika. Von 2014 bis 2016 gehört Namibia dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen an. Namibia ist Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (SADC), der Zollunion im Südlichen Afrika (SACU) und des Commonwealth. Windhuk ist Sitz des SADC-Tribunals, das derzeit allerdings suspendiert ist. Im August 2013 übernahm Namibia für ein Jahr den Vorsitz der sogenannten Organ-Troika, des Steuerungsgremiums für Politik, Sicherheit und Verteidigung innerhalb der der SADC. In dieser Funktion leitete die namibische Außenministerin u. a. Wahlbeobachtermissionen in Madagaskar, Simbabwe und Swasiland.


Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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