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Namibia

Außenpolitik

Stand: November 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Namibias Außenpolitik ist multilateral orientiert. Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte fühlt sich das Land den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und generell  den Werten afrikanischer Solidarität besonders verpflichtet. Als Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) setzt sich Namibia für die Förderung der regionalen Integration ein. Im Bereich der bilateralen Beziehungen stehen für Namibia die Pflege und der Ausbau der Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn sowie den wichtigen Wirtschaftspartnern in Europa, Asien und Nordamerika im Vordergrund.

Beziehungen zu Südafrika

Aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit von Südafrika (über 80 Prozent der Importe kommen von dort) und der gemeinsamen Geschichte bleibt der große Nachbar im Süden Namibias wichtigster Partner. Mit Südafrika sowie Botsuana, Lesotho und Swasiland ist Namibia durch die Zollunion im Südlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU) verbunden. Der namibische Dollar ist im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Seit August 2004 ist Windhuk Sitz des SACU-Sekretariats.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die Europäische Union ist Namibias bedeutendster Entwicklungspartner und nach Südafrika wichtigster Handelspartner. Im 11. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) sind für den Zeitraum 2014 bis 2020 68 Millionen Euro für Namibia vorgesehen.
Unter den EU-Mitgliedstaaten ist Deutschland mit Abstand der größte bilaterale Geber. Neben Deutschland sind innerhalb der EU Großbritannien (Diamanten und Rindfleisch) und Spanien (Fisch) die bedeutendsten Wirtschaftspartner Namibias. Im Juli 2014 paraphierten Namibia und mehrere andere SADC-Mitgliedsstaaten ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der EU.

Beziehungen zu den USA

Namibia ist am Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA interessiert. Dabei geht es Namibia vor allem um stärkeren Zugang zum amerikanischen Markt im Rahmen des "Africa Growth and Opportunities Act" (AGOA). Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit der beiden Länder läuft allmählich aus.

Beziehungen zu Asien

Hier stehen traditionell die Beziehungen zu China, aber auch Nordkorea im Vordergrund. Das gilt vor allem für die Wirtschaftsbeziehungen, die zielstrebig ausgebaut werden, insbesondere durch große öffentliche Bauaufträge für chinesische und nordkoreanische Firmen. Namibia bemüht sich ebenfalls um Weiterentwicklung der Kontakte zu Indien und den südostasiatischen Schwellenländern, es ist ein Verfechter des Ausbaus des Süd-Süd-Handels. Im Juli 2013 eröffnete Iran seine Botschaft in Windhuk wieder. Japan plant ebenfalls die Eröffnung einer Botschaft.

Namibia in internationalen Organisationen

Namibia gehört in der Afrikanischen Union (AU) sowie den Vereinten Nationen (VN) zu den pünktlichen Beitragszahlern und beteiligt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an friedenserhaltenden Maßnahmen in Afrika. Von 2014 bis 2016 gehört Namibia dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen an. Namibia ist Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft im Südlichen Afrika (SADC), der Zollunion im Südlichen Afrika (SACU) und des Commonwealth. Windhuk ist Sitz des SADC-Tribunals, das derzeit allerdings suspendiert ist. Von August 2013 bis August 2014 übernahm Namibia für ein Jahr den Vorsitz der sogenannten Organ-Troika, des Steuerungsgremiums für Politik, Sicherheit und Verteidigung innerhalb der SADC. In dieser Funktion leitete die namibische Außenministerin u. a. Wahlbeobachtermissionen in Madagaskar, Simbabwe und Swasiland.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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