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Japan

Kultur, Medien, Bildung, Wissenschaft

Stand: März 2014

Kultur

Kultur hat einen hohen Stellenwert in Japan und es gibt insbeondere in den Großstädten ein sehr breites kulturelles Angebot.

Vor allem die Hauptstadt Tokyo bietet eine große Vielfalt von Unterhaltungsmöglichkeiten in allen Sparten und das kulturelle Leben der Stadt ist sehr rege. Tokyo gehört zu den großen Musikzentren der Welt. Es bietet zahlreiche Konzerte japanischer Orchester und Solisten, vor allem aber auch Darbietungen erstklassiger ausländischer Orchester und Solisten an. Deutsche Musik-Ensembles und sind häufig Gäste in japanischen Konzertsälen. Auch große Opernhäuser wie z.B. aus Berlin oder München, sind regelmäßig zu Gast in Tokyo. Es gibt auch japanische Opernaufführungen in der Original- oder Landessprache. Das Theater bietet die klassischen japanischen Formen Kabuki, Noh und Bunraku (Puppenspiel). Daneben gibt es auch modernes Theater. Beide setzen ausreichende Japanisch-Kenntnisse voraus; im Kabuki-Theater werden Erklärungen in Englisch über Kopfhörer gegeben. Erwähnenswert sind die vielen guten Museen in Tokyo (auch für westliche Kunst) sowie häufige hervorragende Kunstausstellungen. Gerade gute Ausstellungen sind allerdings oft stark überlaufen. Kinos zeigen zahlreiche amerikanische und europäische Filme in der Originalfassung mit japanischen Untertiteln.

Die japanische Kulturpolitik nahm in den vergangenen Jahren deutlichere Konturen an und erhielt eine ausgeprägte außenpolitische Komponente. Erziehungs- und Außenministerium wurden dafür mit höheren Haushaltsmitteln ausgestattet. Die Japan Foundation als offizielle Mittlerorganisation wurde mit einem Status größerer Regierungsunabhängigkeit versehen. Wesentliche Ziele sind ein verstärkter akademischer Austausch und die Förderung des Japanisch-Unterrichtes für Ausländer.

Einen regionalen Schwerpunkt bilden die asiatischen Nachbarländer. Am stärksten ist nach wie vor der kulturelle Austausch mit den USA, neuerdings gefolgt von Indonesien, Südkorea und der Volksrepublik China. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien teilen sich in der Europäischen Union die vordersten Ränge als Partner der japanischen auswärtigen Kulturpolitik.


Das Bildungssystem


Es besteht ein eingliedriges Bildungssystem aus sechsjähriger Grundschule, dreijähriger Mittel- und dreijähriger Oberschule. Die Schulpflicht umfasst Grund- und Mittelschule. Ungefähr 96% aller Japaner eines Jahrgangs gehen auf eine Oberschule.
2012 gibt es 783 Universitäten in Japan, etwa drei Viertel davon private Universitäten. Das Studium an einer japanischen Universität gliedert sich in die Abschnitte (a.) Bachelor (4 Jahre), (b.) Master (+ 2 Jahre) und (c.) Doktorat (+ 3 Jahre).
Das Akademische Hochschuljahr ist aufgeteilt in zwei Semester: April bis September und Oktober bis März. Gegenwärtig werden Vorschläge zu einer Umstellung des Systems diskutiert. Studiengebühren in Japan variieren seit einer Neuorganisation der Universitäten sehr stark, liegen aber im Durchschnitt deutlich unter den Studiengebühren amerikanischer Universitäten. Um die Studienplätze an angesehenen Hochschulen besteht ein harter Wettbewerb. Der akademische Austausch mit Deutschland wird von einem Büro des DAAD in Tokyo unterstützt. Die berufliche Bildung erfolgt an technisch-handwerklichen Oberschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft.


Medien

In Japan erscheinen täglich 118 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 60,7 Millionen Exemplaren. Trotz eines Rückgangs der Gesamtauflage um 10 Millionen Exemplare pro Tag, bleibt die Verteilungsrate mit 478 Exemplaren pro 1.000 Einwohner weltweit unerreicht.
Neben der öffentlich-rechtlichen Nippon Hoso Kyokai (NHK), der zweitgrößten Rundfunkgesellschaft der Welt, existieren ca. 440 private und halbprivate Rundfunk- und Fernsehstationen. Junge Japaner nutzen fast alle die mobilen Medien und das Internet. Im letzten Jahr hat Facebook seinen lokalen Konkurrenten Mixi als meistgenutztes soziales Netzwerk überholt.

Die starke Durchdringung der japanischen Gesellschaft durch die Medien und ihr Einfluss auf öffentliche Meinung, Bewusstsein und Konsum- und Freizeitverhalten machen aus Japan die Medien- und Informationsgesellschaft schlechthin.
Die großen japanischen Medien berichten meist objektiv und detailliert und verstehen sich als tragende Säule von Staat und Gesellschaft, weniger als vierte Gewalt. Die so genannten Presseclubs, die von Regierungsstellen, Verbänden und wichtigen Wirtschaftsunternehmen unterhalten werden, schaffen eine größere Interessengemeinschaft zwischen den großen Medien einerseits und Staat und Wirtschaft andererseits, als dies in Deutschland denkbar wäre.


Wissenschaft, Technologie und Umwelt

Wissenschaft, Forschung und Technologie genießen in Japan große Aufmerksamkeit. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (öffentliche Hand und Privatsektor) lagen im Haushaltsjahr 2011/2012 (Beginn des Haushaltsjahres am 1. April) nach Angaben des japanischen Statistikamtes bei 17,38 Billionen Yen (ein Plus von 1,6 % zum Vorjahr) und erreichten mit einer Quote von 3, 67 (Vorjahr 3,64) für den Anteil der Forschung und Entwicklungsausgaben bezogen auf das japanische Bruttoinlandsprodukt im internationalen Vergleich einen Spitzenwert.

2010 wurden rund 2.240 Patente pro 1 Mio. Einwohner aus Japan registriert. Damit ist das Land weltweit Nr. 1, deutlich vor der Schweiz und Südkorea (1.684 bzw. 1.574 pro 1 Mio. Einwohner). Japan ist im Kreis der G8-Länder am stärksten auf umweltbezogene Patente spezialisiert. Rund 17% der Nanotechnologie- und ca. 12% der Biotechnologiepatente entfallen auf Japan. Japan liegt somit in diesen Bereichen jeweils auf Platz 2 nach den USA mit ca. 40%.
Zuletzt wurde 2012 der japanische Medizinforscher Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto (gemeinsam mit dem Briten John Gurdon) für die bahnbrechende Entdeckung der Rückprogrammierbarkeit reifer Zellen in pluripotente Stammzellen (sog. iPS-Zellen) mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet: Damit stieg die Zahl japanischer Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften und der Medizinwissenschaft auf insgesamt 17 an.
Umweltgesetzgebung, Umweltforschung und Umwelttechnologie stoßen in der japanischen Bevölkerung auf großes Interesse. Nach dem Reaktorunglück im KKW Fukushima I genießt insbesondere die Forschung zur Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen große Aufmerksamkeit. Recycling ist für japanische Industrieunternehmen ein innovatives Feld, und Technologietransfer im Bereich der Umwelttechnologie steht – gerade mit Blick auf die asiatischen Nachbarstaaten – hoch auf der Agenda von Regierung und Unternehmen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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