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Philippinen

Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: März 2015

Politische Beziehungen

Unter den europäischen Partnern der Philippinen spielt Deutschland aufgrund seines wirtschaftspolitischen Gewichts auch eine herausragende politische Rolle. 2014 haben beide Staaten 60 Jahre diplomatische Beziehungen feierlich begangen. In den letzten Jahren hat sich der Austausch hochrangiger politischer Besucher gegenüber den Vorjahren intensiviert. Am 19./20. September 2014 reiste Präsident Aquino nach Deutschland, der erste Besuch eines Philippinischen Staatsoberhaupts nach 20 Jahren. Während seines zweitägigen Aufenthaltes traf Präsident Aquino zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck  zusammen. Im März, April, Mai und Juni 2014 erfolgten Besuche des philippinischen Finanzministers Purisima , des Umweltministers Paje, des Energieministers Petilla sowie des Handels- und Industrieministers Domingo in Deutschland. Im Dezember 2011 reiste Außenminister del Rosario nach Deutschland. Im März 2014 kam die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer im Nachgang der schweren Katastrophe des Taifuns Haiyan nach Manila, im März 2013 besuchte Bundesarbeitsministerin von der Leyen die Philippinen. Im Februar 2013 besuchte Außenminister Westerwelle die Philippinen, begleitet von einer Delegation deutscher Unternehmer und führte Gepräche u.a. mit Präsident Aquino.     


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen erreichte 2013 4,08 Mrd. Euro (2012: 3,81 Mrd. Euro). Die Importe aus den Philippinen erhöhten sich auf 2,35 Mrd. Euro, die Exporte aus Deutschland konnten auf 1,73 Mrd. Euro gesteigert werden. Elektronik und elektronische Baumaschinen sind die wichtigsten Exportartikel gefolgt von Maschinen. Daneben spielen Luftfahrzeuge, chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben. 

Vor dem Hintergrund stabiler makoökonomischer Daten und hoher Wachstumsraten sind deutlich positive Entwicklungen in den deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen im Bereich IT-gestützter Dienstleistungen haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor und im Transportsektor sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Auch im Bereich industrielle Fertigung interessieren sich mehr und mehr deutsche Investoren für die Philippinen. Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) ist inzwischen fest etabliert und soll Anfang 2015 offiziell in das Netz der deutschen Außenhandelskammern aufgenommen werden. Dies lässt erkennen, dass die deutschen Unternehmen dem Wirtschaftsstandort Philippinen mehr und mehr Bedeutung zumessen. Deutschland zählt bereits jetzt zu den größten ausländischen Investoren im Land.

Ungeklärt bleibt der sogenannte Fraport-Fall, der seit mehr als zehn Jahren die Investitionsbeziehungen zwischen beiden Ländern belastet. Die philippinische Regierung hat im Dezember 2004 den von einem deutsch-philippinischen Konsortium im Dezember 2002 fertig gestellten neuen internationalen Flughafenterminal Manila enteignet, ohne dass bislang eine nennenswerte Entschädigung erfolgt wäre; der Fall bleibt beim Obersten Gericht in Manila anhängig.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deutschland ist einer der weltweit wichtigsten Partner der Philippinen zur Überwindung der Haiyan-Taifunkatastrophe vom November 2013. Die Hilfe aus Deutschland beläuft sich auf über 176 Mio. Euro, davon 144 Mio. Euro private Spenden an Hilfsorganisationen und 32 Mio. Euro staatliche Mittel für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau.

Innerhalb der EU ist Deutschland der wichtigste Partner der Philippinen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Der Umfang der bilateralen Entwicklungshilfe für den Zeitraum 2009-2013 beträgt ca. 59 Mio. Euro, davon 21 Mio. Euro FZ-Mittel und rund 38 Mio. Euro TZ-Mittel.

Schwerpunktbereich der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit ist Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao (Region Caraga). Darüber hinaus wurden seit 2008 Bundesmittel in erheblichem Umfang für den Kampf gegen den Klimawandel zur Verfügung gestellt. Inzwischen werden in den Philippinen neben Regionalvorhaben im Pazifikraum zehn bilaterale Vorhaben im Wert von ca 39 Millionen Euro aus der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert. Schwerpunkte sind die Entwicklung von Klimaschutzstrategien, das nachhaltige Management natürlicher Ressourcen, Schutz der Biodiversität sowie Entwicklung von erneuerbaren Energien.

Hinzu kommen erhebliche Entwicklungshilfeleistungen der Bundesrepublik Deutschland durch multilaterale Institutionen sowie privater deutscher Träger, der Kirchen und der politischen Stiftungen.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.

Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten.

Das Schwergewicht der Arbeit des seit 1961 bestehenden Goethe-Instituts Manila liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative (Schulen: Partner der Zukunft) seit Anfang 2008 aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-(Deutsch als Fremdsprache)Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „International Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt der sukzessive ausgebaut wird.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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