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Hongkong

Beziehungen zwischen Hongkong und Deutschland

Stand: Oktober 2013

Beziehungen allgemein

Hongkong ist eine Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China, somit bestehen keine zwischenstaatlichen Beziehungen. Der völker- und staatsrechtlich abgesicherte Autonomiestatus Hongkongs, seine starke wirtschaftliche Rolle in China und als Drehscheibe für den Kapital-, Dienstleistungs- und Warenverkehr in der Region, seine hohen Devisenreserven sowie seine einzigartige Position an der Schnittstelle der Systeme verleihen Hongkong eine herausgehobene Bedeutung.

Dies kommt in zahlreichen Kontakten führender Vertreter der Regierung von Hongkong mit ihren Partnern im Ausland zum Ausdruck. Die Regierung ist bemüht, die früher auf den anglo-amerikanischen Bereich konzentrierten Außenbeziehungen zu diversifizieren und damit den eigenen Anspruch als Weltstadt und internationales Finanzdienstleistungszentrum in Asien zu unterstreichen. 

Deutschland wird auch vor diesem Hintergrund als bevorzugter Gesprächspartner geschätzt. Seit Frühjahr 2009 hat Hongkong eine Vertretung in Berlin; die Hongkonger Wirtschafts- und Investitionsförderung unterhält ein europäisches Regionalbüro in Frankfurt.


Intensive Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

In Hongkong sind rund 600 Firmen, Firmenvertretungen und Regionalbüros aus Deutschland präsent. Hongkong bleibt für deutsche Firmen ein wichtiges Tor zum chinesischen Markt. Von Hongkong aus werden außer mit Festlandchina vor allem die Geschäfte mit Japan, Korea, Südostasien, Indien und Australien/Neuseeland abgewickelt. Der überwiegende Teil der ca. 3.000 in Hongkong niedergelassenen Deutschen sind Geschäftsleute.

Die deutsche Wirtschaft kann sich institutionell auf die Delegation der deutschen Wirtschaft, die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK), einen Korrespondenten von "Germany Trade and Invest - Bundesgesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing" (GTaI), ein Büro der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), mehrere Messegesellschaften sowie das Generalkonsulat stützen.

Deutschland ist vor Großbritannien Hongkongs wichtigster Handelspartner in Europa. Der überwiegende Teil des Handelsaustauschs beruht auf Re-Exporten von und nach Festlandchina. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2012 Güter im Wert von Euro 5,9 Mrd. (+ 0,7 % gegenüber 2011) nach Hongkong exportiert. Hauptausfuhrgüter sind Maschinen, elektrotechnische und elektronische Produkte, aber auch Luxusgüter für den Hongkonger Markt (zum Beispiel PKW), die hier hohes Ansehen genießen sowie Nahrungsmittel. Die Importe aus Hongkong haben sich im gleichen Zeitraum um - 6 % auf Euro 1,57 Mrd. verringert.

Deutschland ist 2013 auf neun internationalen Messen, vor allem im Konsumgüterbereich, mit amtlichen Beteiligungen vertreten.

Auch im Umweltbereich gilt Deutschland als kompetenter Partner. Deutsche Expertise ist zunehmend gefragt. Bei der Anwendung innovativer Umwelttechnologien stehen die Bekämpfung der Luftverschmutzung, Abfallentsorgung sowie das Thema Gebäudeenergieeffizienz im Vordergrund. Hier könnten sich Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ergeben. Mittelfristig bieten auch die umfassenden Infrastrukturvorhaben der Hongkonger Regierung insbesondere in den Bereichen Verkehr und Stadtentwicklung sowie Kultur gute Chancen für deutsche Firmen.

Unternehmerdelegationen aus Deutschland, die teilweise hochrangig geleitet werden, besuchen Hongkong regelmäßig zur Beurteilung von Geschäftsmöglichkeiten und Anbahnung von Kontakten. 2012 kamen 222.820 Touristen und Geschäftsleute aus Deutschland nach Hongkong.


Kulturelle Beziehungen

Die Deutschkurse des Goethe-Instituts sind mit über. 4.000 Einschreibungen pro Jahr sehr gut nachgefragt. In seiner variantenreichen multimedialen Programmarbeit sucht das Goethe-Institut, das 2013 sein 50 jähriges Jubiläum in Hongkong feierte, immer einen Bezug zu Hongkong und der Region. In einer Stadt mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt spielen dabei multimediale Ereignisse eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Kooperation mit der sich entwickelnden Hongkonger Kulturszene sind zusätzlich zu den sehr geschätzten klassischen Kulturdarbietungen auch gegenwartsbezogene und avantgardistische kulturelle Themen für die Vermittlung eines differenzierten Deutschlandbilds wichtig. Hongkong bietet als hochentwickeltes, urbanes Ballungszentrum hierfür vielfältige Ansatzmöglichkeiten.

Fester Bestandteil deutscher Kulturdarbietungen sind die deutschsprachige Filmwoche, die unter dem Namen “Kino (mit dem jeweiligen Jahr)“, dieses Jahr also “Kino 2013“, läuft, sowie die Beteiligung am jährlichen EU-Filmfestival. Ferner gibt es die erfolgreiche Reihe “German Film Forum“.

In der 1969 gegründeten renommierten Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule (DSIS) verteilen sich ca. 1.300 Schüler auf einen deutschen, einen englischen sowie einen dualen berufsbildenden Zweig. Die DSIS wurde im November 2011 von der Bund-Länder-Inspektion als “Exzellente Deutsche Auslandsschule“ zertifiziert. Sie bietet im deutschen Zweig die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP), den Realschulabschluss, den Hauptschulabschluss sowie zwei kaufmännische Berufsschulabschlüsse an. Der englische Zweig führt zum International Baccalaureate (IB).

Im Hochschulbereich bestehen zahlreiche Partnerschaften mit deutschen Universitäten. Wachsendes Interesse an Studienmöglichkeiten in Deutschland lässt sich bei der auf einer deutsch-französischen Initiative beruhenden "European Higher Education Fair" feststellen, die von mehreren EU-Ländern jährlich im März veranstaltet wird.

An der "Hong Kong Baptist University" besteht ein Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das von dem dort tätigen Lektor geleitet wird. Ein Fachlektor des DAAD lehrt an der University of Hong Kong im Fachbereich “European Studies“.

Im Rahmen des deutsch-französischen "European Studies Programme" der "Hong Kong Baptist University" verbringen die Studenten des deutschen Zweigs ein Jahr in Deutschland, um dort eine Universität zu besuchen und ein Betriebspraktikum zu absolvieren. Seit September 2003 ist es möglich, an der "University of Hong Kong" Deutsch als Hauptfach mit dem Abschluss "BA in German" zu belegen. Auch an anderen Hongkonger Universitäten wird Deutsch gelehrt, allerdings in geringerem Umfang. Ein "Working Holiday“-Programm erlaubt jungen Leuten aus Hongkong und Deutschland im jeweils anderen Gebiet ein Jahr lang Lern- und Arbeitserfahrung zu sammeln.

Seit April 2002 besteht die Rückkehrervereinigung "German Alumni Association Hong Kong" (GAAHK). Die gegenwärtig knapp 300 Mitglieder umfassende Organisation dient der Kontaktpflege ehemaliger Stipendiaten und anderer Studenten. Die GAAHK organisiert eine Reihe von Aktivitäten und arbeitet dabei eng mit dem Generalkonsulat und dem DAAD zusammen.

Beim Fremdsprachenunterricht liegt traditionell Englisch an der Spitze. Zunehmend werden auch andere europäische Sprachen unterrichtet, darunter Französisch und Deutsch. Hochchinesisch (Mandarin) ist in staatlichen Schulen ein Pflichtfach.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.