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Libanon

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: April 2014

Kulturpolitik

Stärker als in jedem anderen Land des Nahen Ostens mischen sich in Libanon Elemente orientalischer und europäischer Kulturen und verschiedener Religionen. Als Standort für Kultur- und Bildungseinrichtungen (Verlage, Medien, Universitäten) mit Ausstrahlung in die gesamte Region hat das Land eine lange Tradition. Der 15 Jahre dauernde Bürgerkrieg (1975-1990) bedeutete einen tiefen Einschnitt für das soziale Gefüge der libanesischen Gesellschaft. Nach großen Anstrengungen der libanesischen Regierung und privaten Initiativen verfügt der Libanon heute wieder über eine vielfältige und lebendige Kulturlandschaft und ist ein Zentrum für publizistischen und akademischen Austausch im Nahen Osten und der arabischsprachigen Welt. Dazu trägt auch das deutsche Orient Institut bei, das Forschern eine hervorragende Bibliothek, internationale Konferenzen und eine Summer School und der Öffentlichkeit regelmäßig Vorträge anbietet.

Im Sommer finden jährlich die renommierten internationalen Festivals in Baalbek, Byblos und Beiteddine statt. 2010 ist Max Raabe mit dem Palast Orchester in Beiteddine aufgetreten, 2011 die Jazzband Triosence auf dem Bustan-Festival. Von den kleineren Festivals hat die Deutsche Botschaft 2010 das Freikeh-Kulturfestival unterstützt. Sasha Waltz hat mit ihrem Ensemble ein internationales Tanzfestival in Beirut eröffnet. Zudem finden arabische und europäische Filmfestivals statt. 1999 war Beirut "Kulturhauptstadt der arabischen Welt". 2002 und 2009 hat Beirut erfolgreich Frankophoniegipfel ausgerichtet.

2009-2010 war Beirut "Welthauptstadt des Buches" und hat ein herausragendes Kulturprogramm präsentiert. Beirut gilt immer noch als wichtigster Verlagsstandort der arabischen Welt. Der Libanon präsentierte sich als einer der Ehrengäste der "Arabischen Welt" auf der Frankfurter Buchmesse 2004. Im Dezember 2009 fand die 53. Arab Beirut International Book Fair mit über 200 ausstellenden Verlagen statt. Deutschland war mit einem gemeinsamen Stand der Frankfurter Buchmesse, der Deutschen Botschaft, des Goethe-Instituts und des DAAD sowie Workshops und Lesungen vertreten.

Universitäten

An den über 40 Universitäten und Hochschulen in Libanon sind rund 140.000 Studenten eingeschrieben, davon etwa die Hälfte an der staatlichen Université Libanaise. Die anderen Studenten verteilen sich auf die immer zahlreicher werdenden Privatuniversitäten. Die bekanntesten sind die 1866 gegründete American University of Beirut (AUB), die Lebanese American University; die Université Saint Joseph, die Université Saint Esprit de Kaslik, die Beirut Arab University und die Université Balamand. Die Universitäten orientieren sich überwiegend entweder am angloamerikanischen oder am französischen Modell. Unterrichtssprachen sind Arabisch, Englisch und Französisch. In Libanon gibt es bislang keine Germanistik- oder DaF-Fakultät. An einigen Universitäten wird jedoch Deutsch als Fremdsprache in den Sprachenlernzentren unterrichtet, wie zum Beispiel durch die DAAD-Sprachlektorin an der Lebanese American University in Byblos.

Das libanesische Baccalauréat (Abitur) ermöglicht bei einer Mindestpunktzahl den direkten Zugang zu deutschen Universitäten, ohne vorherige Absolvierung eines Studienkollegs. Die libanesischen Studienabschlüsse (Licence bzw. Bachelor sowie Maîtrise bzw. Master) werden im Ausland im Allgemeinen anerkannt. Promotionsstudiengänge gibt es im Libanon nur vereinzelt. Auch deswegen steigt das Interesse libanesischer Studierender und Absolventen an deutschen Universitäten.

Fremdsprachen

Neben der arabischen Sprache beherrschen viele Libanesen auch die französische und/oder englische Sprache, oft auf sehr hohem Niveau. Vor allem mit Frankreich besteht traditionell eine enge kultur- und bildungspolitische Zusammenarbeit. Insbesondere junge Libanesen orientieren sich jedoch zunehmend am angelsächsischen Kultur- und Sprachraum.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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