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Kongo Demokratische Republik Kongo

Bildung und Kultur

Stand: September 2013

Kultur

Die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo setzt sich aus über 250 Ethnien zusammen, von denen viele auf eine eigene Kulturgeschichte zurückblicken können. Das kulturelle Leben spielt sich hauptsächlich auf lokaler Ebene ab. Besonders lebendig ist die musikalische Szene mit der in ganz Zentral- und Westafrika beliebten kongolesischen Rumba. Aus Malerei und Bildhauerei haben es in den letzten Jahren ebenfalls einige kongolesische Künstler auf die europäische Bühne geschafft. Kinshasa verfügt über eine aktive Theaterszene, die unter schwierigsten Bedingungen – meist als Gemeinde- und Jugendinitiativen – funktioniert. Für Oktober 2013 ist in Kinshasa das erste Literaturfest des Kongo geplant.

Solche Einzelfälle können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zustand der kongolesischen Kulturlandschaft die schwierige wirtschaftliche und soziale Lage des Landes widerspiegelt. Als Auswanderungsland zieht Kongo nur wenig kreative Kräfte an, so dass ein kultureller Austausch – insbesondere mit nicht-afrikanischen Kulturschaffenden - kaum stattfindet. Eine nennenswerte Kulturpolitik der kongolesischen Regierung gibt es nicht. Dem zuständigen Kulturministerium mangelt es sowohl an Geld als auch an Kapazitäten.


Bildung

Die schulische Grundausbildung ist in der Demokratischen Republik Kongo zwar staatlich garantiert, de facto aber bekommen die öffentlichen Schulen mit wenigen Ausnahmen praktisch keine staatliche Unterstützung. So wird sogar für die Grundschule eine Schulgebühr verlangt. Ebenso gibt es keine staatlichen Mechanismen zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen, jedoch sind hier religiöse Gemeinschaften aktiv. Eltern müssen überdies "Schulgebühren" an die Lehrer bezahlen. Nur 33 Prozent der Bevölkerung besuchen oder haben eine Schule besucht. Dauer und Qualität des Unterrichts reichen oft nicht aus, um angemessene Lese- und Schreibfähigkeiten zu vermitteln.

In der universitären Ausbildung mangelt es in praktisch allen Bereichen an materieller Ausstattung und an qualifizierten Lehrkräften. Dies ist besonders eklatant in den Natur- und Ingenieurswissenschaften: Hier können Studenten bei Verlassen der Universität kaum praktische Erfahrungen nachweisen, so dass sie auf dem angespannten Arbeitsmarkt wenig Chancen haben. Dennoch bleibt die Universität der wichtigste Weg zu einer anerkannten beruflichen Qualifikation, weil es kaum andere Bildungswege oder praktische Qualifikationen gibt; dies schließt pädagogische Qualifikationen ein. Angesichts des demographischen Drucks ist davon auszugehen, dass die Unzulänglichkeiten des Bildungssystems sich weiter verschärfen werden.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.